Nordkorea
Einblicke in ein rätselhaftes Land
W
Text von Esther Klung, Foto vom Verlag
enn bereits die Einleitung zu beeindrucken
vermag, weil sie Fülle aus Informationen
und Denkanstößen vorweisen kann und
dabei auch noch unterhaltsam ist, dann ahnt man, dass
man ein Buch in den Händen hält, das nur schwer wird
vergessen können. Der Herausgeber Christoph Moeskes
kommt ganz ohne Klischees aus, wenn er einige Fakten
zu Nordkorea zusammenträgt, diese verbindet und über
das Offensichtliche hinausdenkt. Dabei hat er Abstand,
bewertet nicht, und schafft es doch, angenehm neutral
zu wirken. Für „Nordkorea“ hat er 18 Geschichten
aus diesem Land zusammengetragen, die Berichte
stammen von Journalisten, Touristen und humanitären
Helfern. Die letzten Sätze der Einführung zeigen, was
das Anliegen des Herausgebers ist: „In diesem Land
leben Menschen“, schreibt Moeskes und fährt fort:
„Es verdient Respekt, wie die meisten von ihnen ihr
Leben seit über 60 Jahren unter äußerst schwierigen
Bedingungen meistern.“ Viele Bücher über Nordkorea
versuchen reißerisch zu sein oder bemitleidend, sie
wirken von oben herab und verfehlen damit komplett
das Ziel das Bewusstsein der Menschen zu schärfen.
Unterteilt ist „Nordkorea“ in acht Abschnitte.
Es beginnt mit Besuchen in Pjöngjang und der
Provinz, gewährt Einblicke in die politische
Inszenierung des Landes, zeigt die Arbeit der
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