K-Colors of Korea July 2014 | Page 29

Hause zu bestrafen. Natürlich habe ich die Geschichte verworfen. K: Unteranderem erzählen Sie die Geschichte von Jungsan und Mi-ran. Ihre Liebe hat keine Chance mehr, nachdem sie Nordkorea verlassen haben. Können Sie sagen warum? BD: Es gibt so viele Gründe, warum ihre Liebe in Südkorea keine Chance hatte. Ich hatte den Eindruck (und ich denke, sie würden mir zustimmen), dass die ständige Erreichbarkeit durch Emails, Anrufe und SMS viel der Romantik nahmen, die ihr Umwerben im Dunkeln genährt hatte. K: Sie haben geschrieben, dass südkoreanische Fernsehserien (Dramen) ihren Weg nach Nordkorea gefunden haben. Denken Sie diese Dramen werden etwas daran ändern, wie Nordkoreaner ihr Land sehen? BD: Ja. Nordkoreaner müssen nur einen flüchtigen Blick auf die Kulissen der Serien werfen, um die Küchen mit ihren Mikrowellen, Kühlschränken und Reiskochern zu sehen. Es sind diese Beiläufigkeiten, die den Nordkoreanern deutlich machen, dass es doch etwas gibt, was sie ihren Nachbarn neiden können. K: Denken Sie persönlich, dass es in den nächsten Jahren eine Wiedervereinigung der beiden Koreas geben wird? BD: Bisher ist Nordkorea nicht zusammengebrochen, weil es niemand möchte. Ich denke, viele Südkoreaner haben Angst vor der Wiedervereinigung. Die Chinesen wollen im Moment nicht, dass Korea wiedervereint wird. Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand es will - abgesehen von den Nordkoreanern. Das System wird aufrecht erhalten, weil niemand eine bessere Idee hat, was man mit Nordkorea tun soll. K: Vielen Dank für das Interview. 29