Hause zu bestrafen. Natürlich habe ich die Geschichte
verworfen.
K: Unteranderem erzählen Sie die Geschichte von Jungsan und Mi-ran. Ihre Liebe hat keine Chance mehr,
nachdem sie Nordkorea verlassen haben. Können Sie
sagen warum?
BD: Es gibt so viele Gründe, warum ihre Liebe in
Südkorea keine Chance hatte. Ich hatte den Eindruck
(und ich denke, sie würden mir zustimmen), dass die
ständige Erreichbarkeit durch Emails, Anrufe und
SMS viel der Romantik nahmen, die ihr Umwerben im
Dunkeln genährt hatte.
K: Sie haben geschrieben, dass südkoreanische
Fernsehserien (Dramen) ihren Weg nach Nordkorea
gefunden haben. Denken Sie diese Dramen werden
etwas daran ändern, wie Nordkoreaner ihr Land sehen?
BD: Ja. Nordkoreaner müssen nur einen flüchtigen Blick
auf die Kulissen der Serien werfen, um die Küchen mit
ihren Mikrowellen, Kühlschränken und Reiskochern
zu sehen. Es sind diese Beiläufigkeiten, die den
Nordkoreanern deutlich machen, dass es doch etwas
gibt, was sie ihren Nachbarn neiden können.
K: Denken Sie persönlich, dass es in den nächsten Jahren
eine Wiedervereinigung der beiden Koreas geben wird?
BD: Bisher ist Nordkorea nicht zusammengebrochen,
weil es niemand möchte. Ich denke, viele Südkoreaner
haben Angst vor der Wiedervereinigung. Die Chinesen
wollen im Moment nicht, dass Korea wiedervereint
wird. Ich bin mir nicht sicher, ob irgendjemand es will
- abgesehen von den Nordkoreanern. Das System wird
aufrecht erhalten, weil niemand eine bessere Idee hat,
was man mit Nordkorea tun soll.
K: Vielen Dank für das Interview.
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