Die Wirkung von Licht im Tagesablauf kennen und einsetzen.
Foto: Bruno Soares
Sonnenaufgang & Sonnenuntergang
Einige Minuten vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang gibt es einen extremen Farbverlauf – von warmen Temperaturen in Horizontnähe zu kalten Farben in den Schatten und am Himmel. Dieses starke Gefälle macht die Auswahl des Weißabgleichs zur Herausforderung. Fotografiere in RAW, um die Farbtemperatur nachträglich zu verändern und unterschiedliche Versionen miteinander überblenden zu können. Für ein Einzelbild in der Kamera ist es oft am besten, einen Weißabgleich für die dominanten Blau- und Violetttöne zu wählen.
Foto: Bruno Soares
Mittag
Steht die Sonne zur Mittagszeit hoch am Himmel, kann sich ein Blaustich in Aufnahmen einschleichen. Dies gilt insbesondere für Schattenbereiche. Die Wahl einer kamerainternen Kelvin-Einstellung von circa 5.500 K hilft, dies zu neutralisieren und sorgt für ausgewogene Farben. Je nach Motiv kann dies jedoch dazu führen, dass nicht mehr die gewünschte Wirkung erzielt wird. Ist dies der Fall, erhöhe den Kelvin-Wert auf circa 6.500 K, um den Lichtern künstliche Wärme zu verleihen und die Szenerie einladender zu gestalten.
Foto: Daniel Kordan
Später Vormittag / Nachmittag
Am späten Vormittag und Nachmittag wird das Licht zwar nicht so sehr von warmen Rot- und Gelbtönen beherrscht wie zum Sonnenauf- und Sonnenuntergang, der niedrigere Winkel bietet jedoch bereits mehr Atmosphäre als zur Mittagszeit. Achte zu diesen Zeiten darauf, dass Grüntöne keinen unschönen Gelbton annehmen, wenn die Sonne Richtung Horizont wandert.
Foto: Daniel Kordan
Morgengrauen & Abenddämmerung
Sobald die Sonne am Morgen über dem Horizont erscheint oder bei Sonnenuntergang tief am Himmel steht, dominieren intensive, warme Farben. In der Regel verleiht dieses Licht Motiven eine magische Stimmung, jedoch können die sehr warmen Farbtöne aufgrund des mangelnden Farbkontrasts auch flache Bilder erzeugen. Möchtest du einen Farbstich erzeugen, wähle einen Weißabgleich zur Verstärkung von Rot- und Gelbtönen( zum Beispiel „ Schatten“). Andernfalls verwende eine benutzerdefinierte Kelvin- Einstellung von 5.500-7.000 K, um die Intensität des Sonnenlichts mit kühleren Schattentönen auszugleichen.