PP: Ich wohne gerade wieder bei meinen Eltern für
ein paar Wochen und ich habe eine Wohnung in Ludwigsburg, in die ich bald ziehen werde; aber da bin ich
gerade noch am Renovieren. Ich bin jemand, der nie
am selben Fleck wohnt. Ich habe jetzt anderthalb Jahre
in Tübingen gewohnt und davor wohnte ich in Stuttgart...
ZD: Wie bist du zur Musik gekommen?
PP: Ich glaub, ich habe schon mit neun oder zehn einen Kassettenrecorder gehabt und habe auf den immer
Sachen draufgelabert. Ich habe dann auch eine Band
gegründet; da war ich aber auch schon so 14-15 Jahre
alt. Da hatte ich das erste Mal die Vision, Songs zu
schreiben, die man dann aufführen kann. Ich habe
dann die ganzen Ideen, die ich über die Jahre gesammelt habe, zu Songs fertig gemacht. Davor hatte ich
mehr schlecht als recht zwei Jahre lang Gitarrenunterricht und habe zu Hause immer am Computer herum
experimentiert. Ich kann bis heute nicht wirklich Gi-
„Mein Traum wäre es, ein eigenes
Studio zu haben, in dem ich
ungestört spielen kann.“
ZeitDruck: Philipp, in welchen Verhältnissen bist du
aufgewachsen?
Philipp Poisel: (er lacht) Gut bürgerlich sagt man, glaube
ich, dazu. Mein Vater war Werbetexter und meine Mutter
arbeitete früher im Kinderbuchverlag und als Mutter und
Hausfrau die ganzen letzten Jahre. Sie sind aber jetzt beide schon in Rente. Ich bin nach der Grundschule auf die
Realschule gewechselt und habe später dann mein Abitur
nachgeholt; sonst war alles relativ normal von den sozialen Verhältnissen.
ZD: Wo wohnst du jetzt?
tarre spielen und das, was ich kann, habe ich mir mehr
oder weniger selbst beigebracht.
ZD: 2007 ist Herbert Grönemeyer auf dich aufmerksam geworden. Wie kam es dazu?
PP: Ich hab Frank Pilsl, meinen Produzenten, den ihr
auch schon kennen gelernt habt, zufällig beim Mittagessen in Stuttgart getroffen. Am Nachbartisch saß er
und einer rief dann quer über den Tisch: „ Hey Frank,
du nimmst dann den Song Karussell der Enttäuschung
auf ”, was irgendwie als Witz gemeint war. Dann bin
ich auf sie aufmerksam geworden und bin mit Frank
ins Gespräch gekommen. Und mit Frank habe ich
dann die CD ohne Plattenfirma und jegliche Hilfe erstellt.
Mein Manager Ralf Schroeter hat dann über einen
befreundeten Promoter die CD bei Grönland Records
(die Plattenfirma von Herbert Grönemeyer) vorgestellt
und fragte, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit uns
vorstellen könnten. Nach einem Auftritt von mir sagten sie dann zu.
So läuft es oft in der Musikbranche!
ZD: Aber deine Songs schreibst du immer selber?
PP: Jaja klar, bis jetzt schon. (er lacht)
ZD: Und wo schreibst du deine Songs am liebsten? In
welcher Umgebung und in welcher Stimmung?
PP: Also früher habe ich viel auf meiner Gitarre geschrieben, fürs zweite Album schrieb ich viel am Klavier. Ich ziehe mich dann mit meinem Instrument
zurück. Es entstehen eigentlich nur Songs, wenn ich
ZeitDruck | interview
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