Festschrift Jubiläum 25 Jahre | страница 9

PP: Ich wohne gerade wieder bei meinen Eltern für ein paar Wochen und ich habe eine Wohnung in Ludwigsburg, in die ich bald ziehen werde; aber da bin ich gerade noch am Renovieren. Ich bin jemand, der nie am selben Fleck wohnt. Ich habe jetzt anderthalb Jahre in Tübingen gewohnt und davor wohnte ich in Stuttgart... ZD: Wie bist du zur Musik gekommen? PP: Ich glaub, ich habe schon mit neun oder zehn einen Kassettenrecorder gehabt und habe auf den immer Sachen draufgelabert. Ich habe dann auch eine Band gegründet; da war ich aber auch schon so 14-15 Jahre alt. Da hatte ich das erste Mal die Vision, Songs zu schreiben, die man dann aufführen kann. Ich habe dann die ganzen Ideen, die ich über die Jahre gesammelt habe, zu Songs fertig gemacht. Davor hatte ich mehr schlecht als recht zwei Jahre lang Gitarrenunterricht und habe zu Hause immer am Computer herum experimentiert. Ich kann bis heute nicht wirklich Gi- „Mein Traum wäre es, ein eigenes Studio zu haben, in dem ich ungestört spielen kann.“ ZeitDruck: Philipp, in welchen Verhältnissen bist du aufgewachsen? Philipp Poisel: (er lacht) Gut bürgerlich sagt man, glaube ich, dazu. Mein Vater war Werbetexter und meine Mutter arbeitete früher im Kinderbuchverlag und als Mutter und Hausfrau die ganzen letzten Jahre. Sie sind aber jetzt beide schon in Rente. Ich bin nach der Grundschule auf die Realschule gewechselt und habe später dann mein Abitur nachgeholt; sonst war alles relativ normal von den sozialen Verhältnissen. ZD: Wo wohnst du jetzt? tarre spielen und das, was ich kann, habe ich mir mehr oder weniger selbst beigebracht. ZD: 2007 ist Herbert Grönemeyer auf dich aufmerksam geworden. Wie kam es dazu? PP: Ich hab Frank Pilsl, meinen Produzenten, den ihr auch schon kennen gelernt habt, zufällig beim Mittagessen in Stuttgart getroffen. Am Nachbartisch saß er und einer rief dann quer über den Tisch: „ Hey Frank, du nimmst dann den Song Karussell der Enttäuschung auf ”, was irgendwie als Witz gemeint war. Dann bin ich auf sie aufmerksam geworden und bin mit Frank ins Gespräch gekommen. Und mit Frank habe ich dann die CD ohne Plattenfirma und jegliche Hilfe erstellt. Mein Manager Ralf Schroeter hat dann über einen befreundeten Promoter die CD bei Grönland Records (die Plattenfirma von Herbert Grönemeyer) vorgestellt und fragte, ob sie sich eine Zusammenarbeit mit uns vorstellen könnten. Nach einem Auftritt von mir sagten sie dann zu. So läuft es oft in der Musikbranche! ZD: Aber deine Songs schreibst du immer selber? PP: Jaja klar, bis jetzt schon. (er lacht) ZD: Und wo schreibst du deine Songs am liebsten? In welcher Umgebung und in welcher Stimmung? PP: Also früher habe ich viel auf meiner Gitarre geschrieben, fürs zweite Album schrieb ich viel am Klavier. Ich ziehe mich dann mit meinem Instrument zurück. Es entstehen eigentlich nur Songs, wenn ich ZeitDruck | interview 9