was ich sage, weil ich das Gefühl habe, die hören jetzt
ständig zu. Oder wenn ich im Schwimmbad bin und
ich werde erkannt, ist das ziemlich unangenehm.
( kurze Pause, wir bekommen Kaffee von Frank Pilsl.
Poisel bleibt in Gedanken und setzt genau da an, wo er
aufgehört hat)
Aber auch das, was man zunächst mal als Vorteil betrachtet, wird einem auch mal zu viel, z.B dass Leute dir
Dinge abnehmen und man bevorzugt wird in manchen
Situationen. Das gefährdet die eigene Selbstständigkeit
und die, finde ich, ist wichtig, um ein selbst bestimmtes
Leben zu führen.
Man ist halt ständig trotzdem in Versuchung das auszunutzen!
ZD: Auf dem riesigen Plakat, das in Berlin vom Projekt
„Seerosenteich“ hing, waren doch alle Musiker der Band
und das Quartetts zu sehen, du aber nicht. Wenn man
sich Bilder von anderen Sängern oder Bands anschaut,
so ist meistens der Sänger im Mittelpunkt zu sehen; das
trifft bei dir jedoch gar nicht zu!?
PP: Ich stehe die ganze Zeit im Mittelpunkt und der
Fokus ist stark auf mich gerichtet und da muss ich mich
jetzt nicht auch noch raus arbeiten.
In meiner Welt, in der ich aber lebe und Musik mache,
da mache ich das mit diesen ganzen Leuten zusammen,
die sind für mich da und wir nehmen uns auch als Gruppe wahr. Und dann gehe ich nach draußen und merke,
dass die ganze Zeit die meisten Leute mich anschauen
und da merke ich, dass irgendwie ein fixiertes Bild da
ist. Weil da unheimlich viele Leute an meinen Projekten
mitarbeiten und auch ihren großen Anteil daran haben,
dass ich das überhaupt machen kann.
Ich versuche schon auch immer das so mitzuteilen, dass
ich da nicht alleine bin.
ZD: In welcher Beziehung stehst du zu Matthias
Schweighöfer?
PP: Wir sind schon Freunde geworden, würde ich sagen, einfach weil wir eine bestimmte Ebene haben, auf
der wir uns unterhalten, die auch in die Tiefe geht und
wo man sich als Mensch zeigen kann mit seinen Sorgen
usw., es ist keine reine Geschäftsbeziehung. Wir sind
aber beide oft auch mit uns selber beschäftigt und mit
„Ich war auch ständig bei dieser
Demo gegen Stuttgart21“
dem, was wir machen, sodass wir uns relativ selten sehen, aber es passiert schon auch immer mal wieder, dass
man irgendwie einen Anruf drauf hat und dann melde
ich mich aber zwei Wochen nicht und umgekehrt. So
passiert es, dass wir beide, so verpeilt wie wir sind, vielleicht alle zwei Monate mal miteinander telefonieren.
Aber eigentlich denken wir wahrscheinlich viel öfter
aneinander.
ZD: Aber ihr habt euch schon geschäftlich kennen gelernt, oder?
PP: Ja, er ist schon über die Musik auf mich aufmerksam geworden. Für seinen Film „What A Man“ wollte
er meine Musik und rief mich an, ob ich mir das vorstellen könnte, da was zu machen.
ZD: Nun etwas Privater: Hast du eine Freundin?
PP: (er grübelt lange nach, schaut abwechselnd aus dem
Fenster und an die Decke, lacht schließlich schallend)
Da kann ich jetzt nichts dazu sagen!
ZD: Das haben wir uns schon gedacht, dass du das
nicht beantworten möchtest. Bist du denn politisch engagiert?
PP: (wie so oft schaut er denkend an die Decke und
streicht sich über das Kinn)
Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich politisch
engagiert bin. Aber es ist nicht so, dass es mir egal ist,
was in der Welt und um mich herum passiert. Ich finde
es auch schwierig, mich wirklich politisch als Prominenter, wenn man es mal so sagen möchte, zu positionieren
und damit versuchen, mit dieser Möglichkeit irgendwelche Leute zu beeinflussen.
Ich gehe selber wählen und ich habe als Privatperson
eine klare Meinung, ich gehe auch auf Demos. Ich
war beispielsweise auch ständig bei dieser Demo gegen
Stuttgart21, also das sind dann schon so Sachen, die mir
wichtig sind.
ZD: Angenommen es läuft nicht mehr so gut in der