Radreise
Eine missglückte Fahrradtour
D
ienstag, 6. August 2013. Um
3:00 Uhr klingelt der Wecker;
ich habe sehr schlecht geschlafen.
Ein Gewitter hatte mich kaum schla
fen lassen – ich habe ein mulmiges
Gefühl im Bauch. Aus dem Bett ge
quält würge ich zwei Butterbrote her
unter und los geht’s mit dem Fahrrad
durch die dunkle Nacht die Luft ist
fürchterlich schwül und die dunkle
Umgebung, die ich sonst nur im Hel
len kenne, kommt mir unwirklich vor.
In Kamen angekommen kette ich
mein Fahrrad an die Gitter der Rad
station, sie sollen am Morgen das
Fahrrad reinholen – den Ersatz ... und hier ebenfalls.
schlüssel hatten sie bereits bekommen. les schwieriger – ich muss umsteigen und
Im Dämmerschlaf mit der Bahn nach Düs mein Gepäck suchen; dieses muss ich
seldorf fahre ich anschließend mit dem neu aufgeben nach Rostow am Don als
Skytrain von der SBahnhaltestelle zum meinem nächsten Ziel. Einige nette Flug
Flughafen (ich bin vor 20 Jahren zum letz hafenmitarbeiter und andere Fluggäste
ten Mal geflogen). Gespannt und leicht nehmen sich meiner an und helfen mir;
überdreht frage ich mich durch – endlich eigentlich ganz ok – nur mit der kyrilli
sitze ich im Flieger und bin richtig ge schen Schrift habe ich so meine Proble
spannt. In Moskau angekommen wird al me – aber meistens steht es ja noch auf
Englisch daneben. OK! Aber nun ste
he ich um 20:20 Uhr auf dem Flugha
fen von Rostow am Don – im süd
westlichsten
Zipfel
Russlands,
umgeben von vielen Einheimischen,
die Luft ist bei etwa 28 Grad schwül –
es ist 20:20 Uhr und der Tag neigt
sich dem Ende zu. Ich komme mir
sehr verloren vor. Um mich herum ein
Schwirren von russischen Wörtern –
ich traue mich: „Where do I get my
luggage?“
Der Angesprochene
schaut mich fragend an und schüttelt
den Kopf – er geht weiter. Zwei Flug
hafenmitarbeiterinnen,
intelligent
Hier war die Welt noch in Ordnung aussehende Russinnen, stelle ich die
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FahrRad Frühling 2014