FahrRad 1/2014 | Page 42

Radreise Eine missglückte Fahrradtour D ienstag, 6. August 2013. Um 3:00 Uhr klingelt der Wecker; ich habe sehr schlecht geschlafen. Ein Gewitter hatte mich kaum schla­ fen lassen – ich habe ein mulmiges Gefühl im Bauch. Aus dem Bett ge­ quält würge ich zwei Butterbrote her­ unter und los geht’s mit dem Fahrrad durch die dunkle Nacht ­ die Luft ist fürchterlich schwül und die dunkle Umgebung, die ich sonst nur im Hel­ len kenne, kommt mir unwirklich vor. In Kamen angekommen kette ich mein Fahrrad an die Gitter der Rad­ station, sie sollen am Morgen das Fahrrad reinholen – den Ersatz­ ... und hier ebenfalls. schlüssel hatten sie bereits bekommen. les schwieriger – ich muss umsteigen und Im Dämmerschlaf mit der Bahn nach Düs­ mein Gepäck suchen; dieses muss ich seldorf fahre ich anschließend mit dem neu aufgeben nach Rostow am Don als Skytrain von der S­Bahnhaltestelle zum meinem nächsten Ziel. Einige nette Flug­ Flughafen (ich bin vor 20 Jahren zum letz­ hafenmitarbeiter und andere Fluggäste ten Mal geflogen). Gespannt und leicht nehmen sich meiner an und helfen mir; überdreht frage ich mich durch – endlich eigentlich ganz ok – nur mit der kyrilli­ sitze ich im Flieger und bin richtig ge­ schen Schrift habe ich so meine Proble­ spannt. In Moskau angekommen wird al­ me – aber meistens steht es ja noch auf Englisch daneben. OK! Aber nun ste­ he ich um 20:20 Uhr auf dem Flugha­ fen von Rostow am Don – im süd­ westlichsten Zipfel Russlands, umgeben von vielen Einheimischen, die Luft ist bei etwa 28 Grad schwül – es ist 20:20 Uhr und der Tag neigt sich dem Ende zu. Ich komme mir sehr verloren vor. Um mich herum ein Schwirren von russischen Wörtern – ich traue mich: „Where do I get my luggage?“ Der Angesprochene schaut mich fragend an und schüttelt den Kopf – er geht weiter. Zwei Flug­ hafenmitarbeiterinnen, intelligent Hier war die Welt noch in Ordnung aussehende Russinnen, stelle ich die 42 FahrRad Frühling 2014