Edelstahl Aktuell November 2025 | Seite 27

DUPLEX

Spaltkorrosionsbeständigkeit mit einer hohen Festigkeit. Deshalb prüfen Hersteller, ob sich diese Reserven künftig auch in Offshore-Wind-Bauteilen nutzen lassen, insbesondere an Stellen, an denen Spritzwasser, Salzsprühnebel und Schwingbelastung zusammentreffen.
Prüfverfahren und Qualifizierung Parallel zur Werkstoffentwicklung haben sich auch die Prüfmethoden gewandelt. Hersteller und Prüflabore setzen heute auf elektrochemische Schnelltests, um die Lochfraßgrenze zu bewerten, sowie auf In-situ- Korrosionsmessungen an geschweißten Proben. Das Ziel ist eindeutig. Die Qualifizierung zielt heute auf reproduzierbare Eigenschaften im Bauteil ab und nicht nur auf Chemieangaben
im Datenblatt. Ein Beispiel hierfür ist NORSOK M-650, ein Standard, der Hersteller von Duplex-, Super-Duplexund inzwischen auch Hyper-Duplex-Güten über vollständige Fertigungsrouten qualifiziert und die Gefügestabilität nach dem Schweißen und der Wärmebehandlung überprüft. Parallel dazu ordnen aktuelle ISO-Ansätze Duplex-Stähle in vier Kategorien ein: Lean, Standard, Super- und Hyper-Duplex, die jeweils eigene Anforderungsniveaus an Korrosions- und Festigkeitseigenschaften haben.
Perspektiven für den Markt Das Einsatzfeld für Hyper- Duplex wächst kontinuierlich. Die größten Chancen liegen in der Offshoreund Prozessindustrie, also überall dort, wo hohe Drücke
, Chloride und mechanische Dauerlast zusammentreffen. Langfristig ist auch der Wasserstoffsektor ein realistisches Ziel. Hyper-Duplex-Werkstoffe wie SAF 3207 HD wurden für extreme Betriebsbedingungen in Öl- und Gasleitungen, Umbilicals und Injektionssystemen qualifiziert. Sie kombinieren eine hohe Streckgrenze, eine sehr hohe Lochfraßund Spaltkorrosionsbeständigkeit sowie eine ausgewiesene Beständigkeit gegenüber spannungsrissinduzierter Korrosion in schwefelwasserstoffhaltigen, chloridhaltigen Medien unter Druck. Damit decken sie Betriebsfälle ab, für die früher oft Nickelbasislegierungen vorgesehen waren. Der Einsatz in wasserstoffführenden Systemen wird derzeit geprüft, ist aber noch nicht in
gleichem Maße industriell abgesichert wie der Einsatz in klassischer Subsea-Prozesstechnik.
Fazit Hyper-Duplex stellt eine logische Fortsetzung der Duplexentwicklung dar. Die Güten erweitern den Anwendungsbereich nach oben, während Lean-Duplex ihn nach unten hin öffnet. Zwischen diesen Polen entsteht ein Werkstoffspektrum, das den gesamten industriellen Bedarf abdeckt – von der Infrastruktur bis zur Tiefsee. Duplex ist ein fein abgestimmtes System. Wer das Potenzial seiner Varianten kennt und seine Prozessfenster beherrscht, wird die Grenzen der Anwendung künftig nicht mehr vom Material her definieren, sondern von der Frage, was technisch möglich ist.

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