8
Volle Messehallen bringen Schwung in die Edelstahlbranche
Ich durfte die Edelstahl Aktuell auf den Weltleitmessen wire & Tube 2024 vertreten und war sehr beeindruckt . 17 prall gefüllte Hallen , fast keine leeren Messestände in Sicht und überall werden Hände geschüttelt , Zukunftspläne verhandelt und Kontakte geknüpft . Bei Gesprächen mit Vertretern der ausstellenden Firmen stellte sich heraus , dass manche schon am ersten Messetag begeistert waren , während an anderen Standorten die Messe eher schleppend anlief . Aber ab dem zweiten Tag war der Konsensus nicht nur in persönlichen Gesprächen , sondern auch in den im Nachhinein von den Unternehmen veröffentlichten Pressemeldungen überwiegend positiv . Wie Daniel Mende im Porträt- Interview auf Seite 13 betont : „ Die Stahlbranche ist ein Peoples-Business .“ Und der Aufwind , den dieser persönliche Austausch schaffen kann , wurde durch den positiven und hoffnungsvollen Stimmungsumschwung während der Messe klar . Nicht nur die Menschen , sondern auch die ausgestellten Produkte , zeigen die Rohr- und Drahtindustrien in all ihrer Innovationskraft . Die präsentierten Lösungen für aktuelle Herausforderungen , wie die Nachhaltigkeitsziele der Branche , effizientere Prozesslösungen zum Ausgleich des Fachkräftemangels sowie der Strompreise und viele weitere Beweise der Entwicklungen in der Industrie , hinterließen Aussteller und Besucher mit der Überzeugung : „ Wir stehen mit den
Herausforderungen |
dieser |
Zeit nicht alleine da und gemeinsam |
|
können |
wir |
das |
schaffen !“ |
|
|
|
Sonja Wingels
Aktuelles
Fortsetzung von Seite 1 Outokumpu und Tetra Pak : Emissionsarmer Edelstahl in der Lebensmittelindustrie
Circle Green werde im Outokumpu-Werk in Tornio , Finnland , produziert und von Tetra Pak an die Lieferanten von Homogenisatorgehäusen in Dänemark und Schweden geliefert . Nach der Herstellung werden die Gehäuse nach Lund in Schweden transportiert , wo viele der Homogenisatoren von Tetra Pak montiert werden . Durch den Einsatz von Circle Green schafft Tetra Pak nach Unternehmensangaben ein nachhaltigeres Angebot für klimabewusste Partner in seiner Wertschöpfungskette . Die Maschinen mit emissionsarmen Edelstahlgehäusen könnten weltweit an Kunden geliefert werden .
Edelstahl als unverzichtbares Material – für Langlebigkeit und Hygiene Lebensmittel-Verarbeitungsanlagen sind laut einer Studie von
M . Crippa und anderen Forschern im Jahr 2021 für über ein Drittel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich . Von Milchgetränken bis hin zu Fertigsoßen ist in dieser Branche alles auf die Homogenisierung als Teil des Produktionsprozesses angewiesen . Bei der Verarbeitung von Milch zum Beispiel zerlegt der Homogenisator die Fettkügelchen in der Milch in kleinere Bestandteile , wodurch eine stabilere Lösung entsteht , die ein Aufrahmen verhindert und Textur , Geschmack und Haltbarkeit verbessert . Für Homogenisatoren verwendeter Edelstahl reduziere nicht nur Emissionen , sondern er ist nach Presseinformationen auch ein unverzichtbarer Werkstoff für die lebensmittelverarbeitende Industrie , da er außergewöhnlich korrosionsbeständig ist , eine glatte Oberfläche aufweist
edelstahl aktuell | Ausgabe 3 | mai 2024 und leicht zu reinigen ist , wodurch Langlebigkeit und Hygiene gewährleistet werden . Um Circle Green zu produzieren und einen um bis zu 93 % geringeren CO 2
-Fußabdruck als der Branchendurchschnitt zu erreichen , verwende Outokumpu 100 % CO 2
-armen
Strom , CO 2
-arme Rohstoffe wie recycelten Stahl und optimierte Fertigungsverfahren . Der Branchendurchschnitt bezieht sich hierbei auf Berechnungen , die von CRU , worldstainless und Kobolde & Partners AB zur Verfügung gestellt wurden . Stand 2023 betragen die durchschnittlichen
CO 2
-Emissionen nach diesen Berechnungen 7 Kilogramm
CO 2 pro Kilogramm Edelstahl . Die CO 2
-Emissionen von Outokumpu Circle Green seien reduziert auf 0,5 Kilogramm CO 2 pro Kilogramm
Edelstahl .
VDM Metals : Kooperation mit Rosswag Engineering
Mit der Partnerschaft zwischen VDM Metals und dem deutschen Metall 3D-Druck-Dienstleister Rosswag Engineering soll der innovative Pulverwerkstoff VDM ® Powder 699 XA im industriellen Umfeld weiter etabliert werden . Durch die Verschmelzung der Kompetenzen beider Unternehmen in den Bereichen der Materialentwicklung und additiven Fertigungstechnologie konnten laut Pressemitteilung neue Anwendungsbereiche für diesen äußerst korrosionsbeständigen Werkstoff erschlossen werden . Mithilfe des Laser-Powder-Bed-Fusion-Verfahrens sei es Rosswag Engineering möglich , effizient funktionsoptimierte und komplexe Bauteile herzustellen .
VDM ® Powder 699 XA ist eine Nickel-Chrom-Aluminium- Legierung . Entwickelt worden sei diese für Anwendungen in hochkorrosiver Umgebung innerhalb der petrochemischen Industrie . So komme sie beispielsweise bei Synthesegasverfahren zur Herstellung von Wasserstoff , Ammoniak , Methanol oder bei der Kühlung von Synthesegas in der Herstellung von E-Fuel zum Einsatz . Durch eine Erprobung konnte der Werkstoff bei Rosswag nach Unternehmensaussagen qualifiziert werden und sei somit bereit für Prototypen und Serienanwendungen . Eine offizielle Zulassung für Druckgeräte nach Druckgeräterichtlinie soll 2024 erfolgen .
„ Der Pulverwerkstoff VDM ® Powder 699 XA wurde speziell für seine außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit gegen Metal Dusting , eine extreme Ausprägung der Aufkohlung , entwickelt . Außerdem begünstigt die sehr gute Schweißbarkeit die breite Anwendung dieser Legierung für die chemische Prozessindustrie und andere Hochtemperatur- und korrosive Anwendungen “, so Dr . Tatiana Hentrich , Vice President Sales Metal Powder bei VDM Metals . „ So können wir bereits jetzt hochbelastete Bauteile mit statistisch abgesicherten Materialkennwerten bis 600 ° C produzieren “, so Philipp Schwarz , Business Development Manager bei Rosswag Engineering .