Der_CreditManager_2_2021_LR | Page 7

INTERN
Deutschland weist tatsächlich einen Doppel-W-Verlauf auf : Nach dem ersten Berg gab es zunächst im Sommer 2020 einen günstigen Verlauf bei den Neuinfektionen . Dann aber ging es leider vehement bergauf und im Januar und April 2021 auf zwei hohe Kamelberge .
Wirtschaft
Insbesondere in den Bereichen Tourismus und Gastronomie , aber auch im künstlerischen Bereich zeigt sich bislang ein L-Verlauf , der hoffentlich durch Entscheidungen von Regierung und Verhalten der Bürger in einen U- Verlauf geändert werden kann – mit absehbarem Ende des Schreckens ! Das Hauptthema in diesen Bereichen ist unverändert : Überleben durch hinreichende Liquidität – Cashflow-Optimierung ist ein Muss !
Ganz anders ist die Lage im gewerblichen Bereich . Urteil allerorten : Es brummt !
Als Generallinie ist festzustellen : Im Handwerk , der Bauindustrie , dem
Maschinenbau , der Automobilindustrie gab es in den letzten Monaten einen V-Verlauf … oder überhaupt keine Delle . Diese gute Botschaft wird durch die Feststellung getrübt , dass die erste Reaktion nach dem Auftreten von Covid 19 in vielen Unternehmen Deutschlands darin bestand , die Kapazitäten herunterzufahren , den Lagerbestand zu reduzieren , Einkäufe zu reduzieren oder gänzlich zu stornieren .
Die Erholung in diesen Branchen wurde nach dem V-Einschlag und wird bis heute durch diese erste Reaktion behindert : Zukaufteile fehlen , Lieferketten können erst allmählich wieder hochgefahren werden . Engpässe bei Transportkapazitäten ( Containerknappheit , weniger Belly Freight durch Passagierflugzeuge ) verstärken das Problem . Die offensichtlich gewordenen Abhängigkeiten , ja zum Teil schon Monopolstellungen von Zulieferern liefern Impulse zur Veränderung der Lieferketten . In der Diskussion ist eine stärkere Europäisierung oder weitergehende Regionalisierung . Investitionen wären erforderlich . Aktuell versuchen Unternehmen , ihre Bestände aufzufüllen , um lieferfähig für den Aufschwung zu sein . Jeder Aufschwung erfordert entlang den Lieferketten Investitionen in Umlauf- und Anlagevermögen .
Fazit
Es gilt zwecks Abdeckung dieser Investitionen : Cashflow-Optimierung ist ein Muss ! - Kurzfristig im Tagesgeschäft mit dem Ziel , zahlungs- wie lieferfähig zu bleiben .
- Mittelfristig , um Veränderungen wie z . B . Investitionen stemmen zu können .
In beiden Fällen hat die Innenfinanzierung Präferenz gemäß dem Motto „ Hilf Dir selbst , sonst hilft Dir keiner “. Die unsichere weitere Zinsentwicklung unterstützt dieses Denken . Wesentlicher Ansatz ist : Reduzierung bzw . Optimierung des Working Capital .
Prof . Dr . Heinz-Jürgen Klepzig / Dr . Hendrik Vater
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