Wahrzeichen:
Weithin sichtbar thront
die markante, 75 Meter
hohe Hallgrímskirkja
über der Stadt.
húsið“, das Marshall-Haus. Seit Mai 2017 ver-
sammeln sich in der ehemaligen Fischfabrik das
Living Art Museum, die Galerie Kling & Bang und
– in der obersten Etage – das Studio von Ólafur
Elíasson. Von seinem Atelier aus blickt der dä-
nisch-isländische Künstler direkt auf seine Arbeit:
Auf der anderen Seite des Hafens, eingerahmt von
unzähligen Booten, Schiffen und Trawlern erhebt
sich das neue Konzerthaus „Harpa“, seit seiner
Eröffnung 2011 neues Wahrzeichen der Stadt. Der
Künstler designte die raffinierte Glasfassade, die
aus 956 wabenartigen Strukturen besteht und
bei der keine der anderen gleicht. Stets glitzert
das Haus in einem anderen Licht, mal silber-, mal
goldfarben. „Wenn ich auf den Hafen blicke, fühle
ich mich wie ein Kind“, sagt Ólafur und nickt eini-
gen Besuchern zu, die zu einer Vernissa-
ge gekommen sind.
Wenn die Reykjavíker den
Abstand zu ihrer Stadt suchen,
fahren sie raus nach Seltjar-
narnes. Zum Leuchtturm
Grótta und den schönen
Stränden. Von hier aus blickt
man wunderbar auf den
Nordatlantik, den Berg Esja
und Reykjavík. Auch Sirra und
Erling kommen immer wieder
hierher, rauchen eine E-Zigarette
und sinnieren über die neue Rolle der
Hauptstadt als Touristenmagnet. Überall entste-
hen Hotels, weil so viele Urlauber kommen, alles
wird teurer. Auf der Flaniermeile Laugavegur öff-
nen immer mehr Souvenirläden und Cafés, in de-
nen ein halber Liter Bier locker elf Euro kostet. „Die
Veränderung hat aber auch etwas Gutes“, sagt Sir-
ra, „denn die Touristen haben unserer Wirtschaft
geholfen. Nach der Krise 2008 gab es sechs Jahre
Stillstand, nun wird wieder gebaut.“
Flink schweben über den Esja die Wolken.
Von Zeit zu Zeit blinkt der Leuchtturm, das Meer
vor Reykjavík ist aufgewühlt. Vielleicht wäre ein
Sprung in den eisigen Nordatlantik jetzt gar nicht
schlecht. Sicher, das ist eine Grenzerfahrung, aber
danach fühlt man sich wie neu geboren. Die Islän-
der sagen, das Schwimmen im Meer sei wie eine
neue Liebe – man will sie immer wieder sehen.
Genauso wie Reykjavík.
Die Isländer
sagen, das Schwim-
men im Meer sei wie
eine neue Liebe .
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