Reportage
Im
„Archivkreuz“
werden
Ordnerhierarchien
aufgelöst und Bilder
neu mit Metadaten
bestückt.
Fotograf,
Zeitschriftenmacher,
Fotochef: Kersten
Weichbrodt ist
den Umgang mit
großen Bildmengen
gewohnt.
Maschinenebene liegen Bits und Bytes ungeordnet auf
Etwa 50 Stichwörter zur Bildbeschreibung sind für ein
einem bestimmten Sektor, für uns Menschen sind sie
durchschnittliches Archiv sinnvoll. „Unserer Erfahrung
willkürlich verteilt. Trotzdem funktioniert es.
nach funktioniert das in mittelständischen Unter-
Die Räume von MAGmove sind luftig und hell,
nehmen am besten, alles andere ist zu komplex“, so
funktionale Arbeitsplätze wechseln sich mit Sofa- und
Weichbrodt. Nicht jede Beschreibung muss händisch
Besprechungsecken ab. Zum zweiten Gründungstag
eingegeben werden: Trägt der Fotograf etwa „Cabrio“
wird auch dieses Jahr wieder „Okto-
ein, kann ein professionelles Tool
berfest“ in Tracht gefeiert, mit nun-
den Begriff wie von Zauberhand
mehr elf statt vier Mitarbeitern. Der
um „Auto“ und „Fahrzeug“ ergänzen.
Umgangston ist locker, jeder arbeitet,
Für große Fotoaufträge gibt es
wo er Platz findet. Im „Archivkreuz“
Stapelverarbeitungen, welche einmal
ist es ruhig, die Arbeitsplätze sind
eingegebene Basisinfos auf ganze
durch gepolsterte Trennwände gut
Produktionen übertragen. Das
Kersten Weichbrodt
voneinander abgeschirmt. Sandra
erleichtert und beschleunigt
Heisch, ehemalige Testfahrerin und
die Pflege der Metadaten enorm.
Fotoredakteurin von AutoBILD, holt eine virtuelle Kar-
Weichbrodt liebt es, Dingen Struktur und Ordnung
teikarte nach der anderen auf den Monitor. Sie identi-
zu geben. Als Fotograf weiß er, wie wichtig Kreativität
fiziert Menschen, die auf den Bildern abgebildet sind,
ist, „aber wer nur aus dem Bauch heraus fotografiert,
benennt Werkzeuge und Orte, die fotografiert wurden.
ohne Blende oder Verschlusszeit zu beachten, wird nie
„Man weiß irgendwann, welche Inhalte und Details in
etwas Großartiges erschaffen“, erklärt der Hamburger.
der jeweiligen Branche wichtig sind. Wir recherchieren
Und als Segler weiß er, dass er bei einer Regatta auch
im Internet und nutzen Material wie Unternehmens-
nicht einfach drauflosfahren darf, sondern Segel
broschüren“, erklärt die blonde Fotodetektivin gut ge-
perfekt einstellen und eine Strategie haben muss.
launt. An einem Bildarchiv arbeitet Heisch nicht mehr
„Ich schätze, das liegt mir schon im Blut“, lächelt er
als fünf Stunden täglich, es ist eine fordernde Arbeit.
und trommelt mit den Fingern auf die Tischkante.
» Ordnerhierarchien sind nicht
mehr nötig, es gibt effizientere
digitale Werkzeuge. «
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