Armaturen Welt November 2026 | Page 21

LEBENSMITTELINDUSTRIE | Armaturen Welt
der Frage, wie sie Energie, Wasser und Rohstoffe effizienter einsetzen und Verluste vermeiden können. Und an dieser Stelle sind sie auch auf ihre Zulieferer angewiesen. Denn ein großer Teil der ökologischen Transformation findet ganz praktisch in den Produktionsstätten statt. Wenn beispielsweise weniger Wasser für Reinigungsprozesse benötigt wird, Energie eingespart werden kann oder Rohstoffe präziser eingesetzt werden, summieren sich auch kleine Verbesserungen über große Produktionsmengen.
World Forum and Leading Show for Life Science and Process Industries
Der digitale Fortschritt und zunehmend auch KI verwandeln die Lebensmittelindustrie. Welchen Beitrag können Zulieferer etwa von Armaturen begleitend leisten? Manon Struck-Pacyna: Digitalisierung und KI bieten der Lebensmittelindustrie vor allem die Chance, Prozesse besser zu verstehen und effizienter zu machen. In einer modernen Lebensmittelproduktion entstehen sehr viele Daten. Entscheidend ist, daraus die richtigen Informationen abzuleiten. Auch eine Armatur kann dazu beitragen, indem sie beispielsweise Daten über Temperatur, Druck oder Durchfluss liefert. Zusammengenommen können solche Informationen helfen, frühzeitig zu erkennen, wenn ein Prozess nicht optimal läuft, wann eine Wartung notwendig wird oder wo unnötig Energie oder Wasser verbraucht werden. KI kann solche Daten künftig noch schneller auswerten und Zusammenhänge erkennen, die bislang vielleicht unentdeckt geblieben sind.
Ernährungsgewohnheiten werden immer vielseitiger. Außerdem wird die Ernährung zunehmend personalisierter, was auch kleinere Margen nach sich ziehen kann. Was bedeutet das zukünftig für die Lebensmittelindustrie? Manon Struck-Pacyna: Unsere Ernährung wird tatsächlich vielfältiger. Der eine möchte weniger Zucker, die andere mehr Protein, jemand anderes ernährt sich pflanzenbasiert. Hinzu kommen unterschiedliche Anforderungen in verschiedenen Lebensphasen – Kinder brauchen etwas anderes als ältere Menschen, Sportler haben andere Bedürfnisse als Menschen mit wenig Bewegung. Ich glaube deshalb, dass wir künftig noch stärker ausdifferenzierte Lebensmittelangebote sehen werden. Dabei muss Personalisierung gar nicht bedeuten, dass irgendwann für jeden einzelnen Menschen ein eigenes Lebensmittel produziert wird. Viel wahrscheinlicher ist eine stärkere Segmentierung: Produkte für bestimmte Bedürfnisse, Lebensphasen oder Ernährungssituationen. Für die Lebensmittelindustrie bedeutet das mehr Produktvarianten und teilweise kleinere Produktionsmengen. Damit wird Flexibilität in der Produktion wichtiger. Wer eine Anlage schnell auf ein anderes Produkt oder eine andere Rezeptur umstellen kann, hat vielleicht einen Vorteil. Auch für Zulieferer ist das relevant. Anlagen müssen künftig nicht nur effizient sein, sondern möglichst flexibel unterschiedliche Produkte und Produktionsmengen ermöglichen.
Michael Vehreschild

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14- 18 June 2027

Frankfurt am Main, Germany