Armaturen Welt April 2026 | Seite 27

Anwenderbericht | Armaturen Welt
Erwartungen sogar übertroffen hat“, erzählt Igelbüscher.
Verbesserung durch das Gleitschieberventil „ Ursächlich für die hervorragende Regelleistung ist das den Gleitschieberventilen von Schubert & Salzer zugrunde liegende Konstruktionsprinzip, das auf zwei aufeinander gleitenden Dichtscheiben basiert“, erläutert das Unternehmen. Es führt dazu, dass der maximale Hub zwischen offen und geschlossen lediglich 6 bis 9 mm beträgt und nur sehr geringe Stellkräfte benötigt werden. Die Regelung sei dadurch äußerst präzise und agil. „ Die Regelpräzision hat sich durch den Einsatz der Gleitschieberventile deutlich verbessert. Wir regeln den Ausgangsdruck jetzt absolut exakt“, sagt Aslan.
Die Komplexität der Anlage wird reduziert
Ein weiterer Vorteil: Durch den Einsatz des Gleitschieberventils konnten zwei andere Ventile ersetzt werden. Aus Sicherheitsgründen muss die Dampfbzw. Gaszufuhr innerhalb von maximal zwei Sekunden gestoppt werden können. Zuvor war dem Regelventil deshalb ein Schnellschlussventil vorgeschaltet. Gleitschieberventile schließen jedoch innerhalb von Millisekunden und übernehmen diese Funktion mit. „ Für den wirtschaftlichen Betrieb einer Anlage wie Energify spielen Zuverlässigkeit und geringe Wartungskosten eine entscheidende Rolle. Deshalb setzen wir auf einen einfachen Aufbau und eine robuste Konstruktion“, erklärt Aslan. „ Das Gleitschieberventil hilft uns, indem es die Komplexität der Anlage reduziert – und das bei sehr kompakter Bauform.“ Der Unterschied zur vorherigen Technik ist deutlich: Das jetzt eingesetzte Schubert & Salzer Gleitschieberventil in DN80 wiegt lediglich 15 kg, während die beiden zuvor genutzten Sitzkegelventile zusammen ca. 170 kg auf die Waage brachten. „ Gerade bei den jährlich nötigen Instandhaltungsarbeiten ist das ein enormer Vorteil“, ergänzt Igelbüscher.
WIRTSCHAFTLICHER ALS PHOTOVOLTAIK Die Energify-Demonstrationsanlage befindet sich in einer Molkerei im
Die Grafik veranschaulicht, wo das Gleitschieberventil im Energify-System eingesetzt wird. Copyright: CFT GmbH
Das eingesetzte Schubert & Salzer-Gleitschieberventil in DN80( 15 kg) ist kompakter und leichter als jedes der beiden zuvor installierten Sitzkegelventile( zusammen ca. 170 kg). Copyright: Schubert & Salzer Control Systems GmbH
Münsterland und wird dort auf der 8-bar-Dampfschiene eingesetzt. Die Wirtschaftlichkeit des Systems lässt sich hier gut veranschaulichen: Bei einem Eingangsdruck von 8 bar( Ü), einem Ausgangsdruck von 5 bar( Ü) und einer Dampfmenge von durchschnittlich 2 t / h wird eine elektrische Leistung von 27 kW erzielt. Bei einer jährlichen Laufzeit von rund 6.500 Stunden würde das eine Stromproduktion von 175 MWh pro Jahr ergeben. Die Amortisation liegt bei den Bedingungen bei weniger als drei Jahren. Über zehn Jahre Betriebszeit könnten inklusive Wartungskosten über 270.000 € eingespart werden. In einer weiteren Beispielrechnung vergleicht CFT Energify mit Photovoltaik: Eine Energify-Anlage mit 300 kW Leistung, die 8.500 Betriebsstunden pro Jahr erreicht, erzeuge demnach jährlich etwa 2.550 MWh – auf einer Fläche von nur 40 m ². Um dieselbe Energiemenge mit Photovoltaik zu erzeugen, wäre bei einer jährlichen Auslastung von ca. 1.000 h( deutscher Durchschnitt) eine Fläche von etwa 13.500 m ² notwendig. „ Das Potenzial der Technologie ist gewaltig. Allein in Deutschland sind tausende Dampferzeuger im Einsatz. Und Dampf – egal in welcher Form – ist nur eines der Medien, aus denen wir Energie gewinnen können. Grundsätzlich lässt sich Energify mit nahezu jedem Gas betreiben, etwa Stickstoff, Kokereigas, Erdgas oder Wasserstoff“, schließt Selcuk Aslan.
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