Antoine de Saint Exupery-Der kleine prinz Antoine de Saint Exupery - Der kleine Prinz | Page 75

»Mein Freund, der Fuchs«, sagte er … »Mein kleines Kerlchen, es handelt sich nicht mehr um den Fuchs!« »Warum?« »Weil man vor Durst sterben wird …« Er verstand meinen Einwand nicht, er antwortete: »Es ist gut einen Freund zu haben, selbst wenn man ster- ben muß. Ich bin froh, daß ich einen Fuchs zum Freunde hatte …« Er ermißt die Gefahr nicht, sagte ich mir. Er hat nie Hunger, nie Durst. Ein bißchen Sonne genügt ihm … Aber er sah mich an und antwortete auf meine Gedanken: »Ich habe auch Durst … suchen wir einen Brunnen …« Ich machte eine Gebärde der Hoffnungslosigkeit: es ist sinnlos auf gut Glück in der Endlosigkeit der Wüste einen Brunnen zu suchen. Dennoch machten wir uns auf den Weg. Als wir stundenlang schweigend dahingezogen waren, brach die Nacht herein, und die Sterne begannen zu leuchten. Ich sah sie wie im Traum, ich hatte ein wenig Fieber vor Durst. Die Worte des kleinen Prinzen tanzten durch mein Bewußtsein: »Du hast also auch Durst?« fragte ich ihn. Er antwortete nicht auf meine Frage. Er sagte einfach: »Wasser kann auch gut sein für das Herz …« Ich verstand seine Worte nicht, aber ich schwieg … Ich wußte gut, daß man ihn nicht fragen dure. Er war müde. Er setzte sich. Ich setzte mich neben ihn. Und nach einem Schweigen sagte er noch: »Die Sterne sind schön, weil sie an eine Blume erinnern, die man nicht sieht …« 