+3 Magazin Juni 2018 - Page 8

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› Jens Spahn , Bundesminister für Gesundheit
Gut gerüstet
Unser Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt . Aber das heißt nicht , dass wir es nicht noch besser machen könnten . Die Digitalisierung kann uns dabei helfen . Denn damit bekommen wir die Chance , die Gesundheitsversorgung stärker selbst zu steuern . In Online-Videosprechstunden werden unkomplizierte Fragen rasch geklärt . Arztbesuche beschränken wir auf Fälle , in denen etwa eine eingehende Untersuchung notwendig ist . Durch den Austausch qualitätsgesicherter Gesundheitsinformationen über Apps , die Hinweise zur Ernährung oder auf Umwelteinflüsse einbeziehen , können wir uns vor der Verschlechterung
Johannes E ., Leser
Nie mehr als nötig
Seltsam , ich habe auf Anhieb wenig konkrete Hoffnungen , aber einige konkrete Sorgen , sobald ich an die moderne avancierte Medizin und ihre künftige Entwicklung denke . Die Tendenz geht ganz offenkundig zu verschärfter Datenerhebung bei Behandlung , Vorbeugung und Kontrolle . Solange das restlos individualisiert und in Bezug auf konkrete Symptome geschieht , habe ich nichts dagegen . Doch ich fürchte , die langen Zwischenräume , in denen man gedankenlos gesund leben kann , „ weil da soweit nichts ist “, werden schrumpfen , wenn die digitale Überwachung von allerlei Körperfunktionen weiter zunimmt . Dabei lebe ich lieber mit den Risiken nichtoptimaler Vorsorge und verspäteter Behandlung , als mich regelmäßig mit den Schwankungen meiner physischen Daten und entsprechenden Empfehlungen der nicht selten zynischen Krankheitsindustrie zu befassen . Was die Gentechnologie in der Medizin angeht : Ich habe die spektakulären Verheißungen von Anfang an verfolgt . Viele haben sich als lächerlich erwiesen , einige Erfolge sind verblüffend . Ob sie mir persönlich etwas bringen , darum kümmere ich mich , wenn ich krank in der Klinik liege . Kurz : Ich möchte ein analoger Mensch sein und kein digitaler Patient . Und das heißt : Ich erwarte von der modernen Medizin , dass sie mich in Ruhe lässt , bis ich auf sie zukomme . Gegen die schwerste Krankheit des Systems , den gleichmacherischen , technisch basierten Optimierungswahn , dürfte die moderne Medizin keine Chance haben .
Fenja Haselmann , Leserin
Die Medizin liefert die Forschungsergebnisse , aber es sind Kampagnen , die greifen müssen , wie bei den Anti- Raucher-Kampagnen . oder dem Entstehen einer Erkrankung schützen . Damit die Online-Sprechstunde und das Verschicken hochsensibler Gesundheitsdaten funktioniert und damit die E-Patientenakte Wirklichkeit wird , vernetzen wir heute Ärzte , Zahnärzte , Krankenhäuser , Apotheken und Krankenkassen in einer sicheren Kommunikationsinfrastruktur . Aber wir schaffen nicht den gläsernen Patienten . Vielmehr sollen Patientinnen und Patienten die Kontrolle
DIGITALE HELFER Aus diesen Gründen würden wir E-Health-Apps nutzen
Verbesserung meiner Gesundheit
Erleichterung im Alltag
40 %
25 % Mehr Transparenz und Übersicht über meine Gesundheit / Fitness
40 % 37 %
Verbesserung meiner Fitness
47 %
41 %
28 % Mehr Informationen
27 %
38 % 37 %
Freude an innovativer Technik 44 %
28 %
17 % Kostenersparnis
26 % 15 %
9 %
Bessere Behandlung 8 %
8 % 12 % Nichts davon 4 %
13 %
23 %
Prof . Roger Jaeckel , Market Access Director , Baxter Deutschland
Lebensqualität als Maßstab
Die Medizin der Zukunft wird vornehmlich durch neue Produkte und Therapieinnovationen wahrgenommen . Der gesellschaftliche Wert des medizinischen Fortschritts bemisst sich jedoch daran , ob versorgungs-
51 %
über ihre persönlichen Gesundheitsdaten haben . Und sie sollen entscheiden , ob und wem sie die Daten zur Verfügung stellen . Künftig sollen alle rascher von neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung profitieren . Ziel sollte ein Gesundheitssystem sein , in dem stets die richtige Person auf bestmöglichem Wissensstand die richtige Information zur richtigen Zeit hat , damit der Alltag unserer Bürgerinnen und Bürger besser wird .
55 %
58 %
56 %
68 %
18 bis 29 Jahre
30 bis 59 Jahre
60 Jahre und älter
Umfrage unter 1.051 Personen in Deutschland , Februar 2017 ; Mehrfachnennungen möglich
Quelle : Statista DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE
relevante Patientenbedürfnisse zum Maßstab des Handelns erklärt werden . Komplexe und chronisch verlaufende Krankheitsbilder gehen nicht selten mit die Lebensqualität einschränkenden Alltagssituationen einher . Wer vom mündigen Patienten spricht , tut gut daran , Patientenbedürfnisse bei therapeutischen Grundsatzentscheidungen aktiv mit einzubinden . Erst diese Mischung aus Hightech und Soft Skills verleiht der Medizin der Zukunft ihren Stellenwert . Als Beispiel dient die Dialyseversorgung bei chronischer Niereninsuffizienz . Die Bauchfelldialyse , auch Peritonealdialyse genannt , wird in Deutschland so selten wie in
Carmen P ., Leserin
Hand in Hand
Die Medizin von morgen hat wichtige Aufgaben . Denn gegen bestimmte Krankheiten wie Krebs gibt es bislang keine Heilmittel . Da der Mensch nur ein Leben hat , sollte er es optimal nutzen . Medizin sollte ihm dabei helfen , mit einer menschenwürdigen Behandlung . Die finanziellen Mittel sollten gezielt eingesetzt werden , aber nicht nur für Medizin , Geräte und Einrichtungen . Hier sollte nicht vergessen werden zu fragen , was für den einzelnen Menschen getan werden kann , um ihn zu helfen . Somit sollten auch die alten Hausmittel aus der Natur wieder Anwendung finden . Der Mensch selber kann auch seinen Beitrag leisten : durch gesunde Ernährung und viel Bewegung .
Katja Wienfeld , Leserin
Praktisch denken
Medizin von morgen ist für mich nicht nur Forschung , sondern sollte sich auch den praktischen Dingen widmen . Ich würde mir wünschen , dass man auch für so manchen Arztbesuch eine bessere Lösung findet als etwa mit Grippe vier Stunden im Wartezimmer zu sitzen , wo man dazu noch alle ansteckt .
Charles L ., Leser
Besser vorbeugen
Ich bin ein Freund der Vorsorge und nicht der Nachsorge . Deswegen würde ich jedem empfehlen , auch wenn man noch jung ist , auf gute Vorsorge zu achten . Wir können sehr viel Einfluss auf unseren Körper nehmen und auch viel kaputtmachen . Dass man sich einfach mal Blut abnehmen und analysieren lässt , guckt , wo man gegebenenfalls ein paar erhöhte Werte oder vielleicht auch Mangelerscheinungen bei bestimmten Vitaminen oder dergleichen hat . Hier kann man schon in jungen Jahren sehr viel vorbeugen , sodass im Alter dann gar nicht so viel Schlimmes passiert . Zusammenfassend würde ich sagen : Bewusstseinsveränderung für die vorbeugende Medizin sollte sich verändern .
keinem anderen Land der EU angewendet . Dabei stellt die Dialyse zu Hause eine medizinisch gleichwertige Alternative zur Zentrumsdialyse dar und bedeutet für viele ein Höchstmaß an Lebensqualität trotz chronisch einschränkendem Krankheitsverlauf . Für die medizinische Versorgung zu Hause wird auch der Einsatz von Telemedizin unentbehrlich . Baxter bietet diese Kombination aus Heimdialyse und Fernkontrolle durch den behandelten Arzt bereits an . Die Teilhabe am sozialen Leben gerade von älteren und in ländlichen Regionen lebenden Patienten stellt keine Utopie mehr dar , sondern ist bereits gelebte Realität .
+1 8 Jens Spahn, Bundesminister für Gesundheit Gut gerüstet Unser Gesundheitswesen ist eines der besten der Welt. Aber das heißt nicht, dass wir es nicht noch besser machen könnten. Die Digitalisierung kann uns dabei helfen. Denn damit bekommen wir die Chance, die Gesundheitsver- sorgung stärker selbst zu steuern. In Online-Videosprechstunden werden unkomplizierte Fragen rasch geklärt. Arztbesuche beschränken wir auf Fälle, in denen etwa eine eingehende Untersuchung notwendig ist. Durch den Austausch qualitätsgesicherter Gesundheitsinformationen über Apps, die Hinweise zur Ernährung oder auf Umwelteinflüsse einbeziehen, kön- nen wir uns vor der Verschlechterung oder dem Entstehen einer Erkrankung schützen. Damit die Online-Sprech- stunde und das Verschicken hochsen- sibler Gesundheitsdaten funktioniert und damit die E-Patientenakte Wirk- lichkeit wird, vernetzen wir heute Ärz- te, Zahnärzte, Krankenhäuser, Apo- theken und Krankenkassen in einer sicheren Kommunikationsinfrastruk- tur. Aber wir schaffen nicht den glä- sernen Patienten. Vielmehr sollen Pa- tientinnen und Patienten die Kontrolle über ihre persönlichen Gesundheits- daten haben. Und sie sollen entschei- den, ob und wem sie die Daten zur Verfügung stellen. Künftig sollen alle rascher von neuesten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung pro- fitieren. Ziel sollte ein Gesundheitssys- tem sein, in dem stets die richtige Per- son auf bestmöglichem Wissensstand die richtige Information zur richtigen Zeit hat, damit der Alltag unserer Bür- gerinnen und Bürger besser wird. DIGITALE HELFER Aus diesen Gründen würden wir E-Health-Apps nutzen Verbesserung meiner Gesundheit 51% 40% Johannes E., Leser Nie mehr als nötig Seltsam, ich habe auf Anhieb wenig konkrete Hoffnungen, aber einige kon- krete Sorgen, sobald ich an die moder- ne avancierte Medizin und ihre künf- tige Entwicklung denke. Die Tendenz geht ganz offenkundig zu verschärfter Datenerhebung bei Behandlung, Vor- beugung und Kontrolle. Solange das restlos individualisiert und in Bezug auf konkrete Symptome geschieht, habe ich nichts dagegen. Doch ich fürchte, die langen Zwischenräume, in denen man gedankenlos gesund le- ben kann, „weil da soweit nichts ist“, werden schrumpfen, wenn die digitale Überwachung von allerlei Körperfunk- tionen weiter zunimmt. Dabei lebe ich lieber mit den Risiken nichtoptimaler Vorsorge und verspäteter Behandlung, als mich regelmäßig mit den Schwan- kungen meiner physischen Daten und entsprechenden Empfehlungen der nicht selten zynischen Krankheits- industrie zu befassen. Was die Gen- technologie in der Medizin angeht: Ich habe die spektakulären Verhei- ßungen von Anfang an verfolgt. Viele haben sich als lächerlich erwiesen, ei- nige Erfolge sind verblüffend. Ob sie mir persönlich etwas bringen, darum kümmere ich mich, wenn ich krank in der Klinik liege. Kurz: Ich möch- te ein analoger Mensch sein und kein digitaler Patient. Und das heißt: Ich erwarte von der modernen Medizin, dass sie mich in Ruhe lässt, bis ich auf sie zukomme. Gegen die schwerste Krankheit des Systems, den gleichma- cherischen, technisch basierten Op- timierungswahn, dürfte die moderne Medizin keine Chance haben. Fenja Haselmann, Leserin Die Medizin liefert die Forschungs- ergebnisse, aber es sind Kampagnen, die greifen müssen, wie bei den Anti- Raucher-Kampagnen. 25% Mehr Transparenz und Übersicht über meine Gesundheit/Fitness 40% 37% Verbesserung meiner Fitness 28% Mehr Informationen 27% 41% 17% Kostenersparnis 15% 55% 18 bis 29 Jahre 30 bis 59 Jahre 38% 37% Freude an innovativer Technik 28% 68% 56% 44% Die Medizin von morgen hat wichti- ge Aufgaben. Denn gegen bestimmte Krankheiten wie Krebs gibt es bislang keine Heilmittel. Da der Mensch nur ein Leben hat, sollte er es optimal nut- zen. Medizin sollte ihm dabei helfen, mit einer menschenwürdigen Behand- lung. Die finanziellen Mittel sollten gezielt eingesetzt werden, aber nicht nur für Medizin, Geräte und Einrich- tungen. Hier sollte nicht vergessen wer- den zu fragen, was für den einzelnen Menschen getan werden kann, um ihn zu helfen. Somit sollten auch die alten Hausmittel aus der Natur wieder An- wendung finden. Der Mensch selber kann auch seinen Beitrag leisten: durch gesunde Ernährung und viel Bewegung. Medizin von morgen ist für mich nicht nur Forschung, sondern sollte sich auch den praktischen Dingen widmen. Ich würde mir wünschen, dass man auch für so manchen Arzt- besuch eine bessere Lösung findet als etwa mit Grippe vier Stunden im Wartezimmer zu sitzen, wo man dazu noch alle ansteckt. Charles L., Leser Besser vorbeugen 60 ZH[0\BIB\\HZ[[Ž BLB BX]ۂ BLBB[[[Z\[[\ZX\[[H[Y B\Y[ \\[]HY[[ \\[N B.]Y[N]\BX[Z[][\ܜܙH[X\XܙK\Y[BXY[H[\Z[]X[X[[\ ]Y]HܜܙHHX B[\훛[ZY[Z[\]Y[\[휜\ZY[[]XY[\]XX[\X[XZ[XX[]XZY[[[[\Y\[0 X X[YX[[[™Z[X\\0H\H\Y[ZX]XX[[\Z[[[ZHKB[[][][Z[[\\ZX[] Y\[X[ۈ[[[Z[ZY[ܘ]Y[\[B[\[\XY[[[Y\œ\Y\ \[[Y[\[HXY[]\Z[ݙ\\[YHܘ]Y[HYY^[HX\\QTTRSHTӔTHSԕ SRSHSRQBً\YX[ X\]X\\X܋^\]][X[]X[]0[“XpXYHYY^[\Z[\܋BZ[X\]YHZH[\\YZ[ݘ][ۙ[Z[KBY[\\[YXH\\›YY^[\[ܝ][Z\XY\[؈\ܙ[B[][H]Y[[Y0\H[BXpX\[[\0\[\^H[ۚ\\]Y[Bܘ[Z]ؚ[\Z[X[[Z]YHX[]X[]0Z[[[Y]X][ۙ[Z[\\HpY[]Y[[X ]]\[]Y[[Y0\HZB\\]]\[ܝ[][ZKB[[Z]Z]Z[X[[\Y\HZ\[]\YX[ٝ[\ZZ\YY^[\Z[Z[[[\ [Z\Y[Y[YHX[\]\ܙ[ZHۚ\\Y\[[Y^Y[YH]X[XKB\K]X\]ۙX[X[\H[[ \[]][[[YH[Z[[H[\[[\UH[KB[] XZH[YHX[\HB]\HZ[HYY^[\ZX\YB[\]]H\[[\X[\H\[Y]]]Y[HZ[0Xp˜[X[]X[]0ۚ\Z[B[[Hܘ[Z]ݙ\]YYHYY^[\H\ܙ[H]\B\]X\Z[]ۈ[[YYKB[[[ZX ^\Y]]Y\BX[][ۈ]\Z[YX[\H[\۝H\[Z[[[\\Z][YHZ[XH[HޚKB[[X[\YHۈ0\[[[0X[Y[ۙ[X[[]Y[B[[Z[H]YHYZ\ۋB\\\Z][XHX[]0