+3 Magazin Juli 2016 - Page 19

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Thorben Albrecht , Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Die richtige Balance finden
Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt rasant . Überall werden zunehmend digitale Technologien genutzt und Menschen , Objekte und Arbeitsabläufe vernetzt . Arbeitsorte , Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnisse werden flexibler . Zugleich entstehen neue Arbeitsformen wie Crowdworking , das neue Tätigkeitsfelder für Freelancer schafft . Dieser Wandel birgt Chancen – etwa für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf – stellt uns aber auch vor Herausforderungen . Klar ist : Nur wenn wir die Digitalisierung der Arbeitswelt aktiv gestalten , werden wir ihr Potenzial für selbstbestimmte Flexibilität nutzen können . Wir sollten uns daher nicht nur fragen „ Was ist möglich ?“, sondern in der Tat : „ Wie wollen wir Arbeit in Zukunft gestalten ?“. Die Studie „ Wertewelten Arbeiten 4.0 “ zeigt , wie unterschiedlich die Wünsche und Erwartungen der Menschen in Deutschland in Bezug auf ihre Arbeit sind . Während manche die Flexibilisierung als Chance für ein selbstbestimmteres Arbeiten sehen , bevorzugen andere eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben und wollen vor einer Entgrenzung der Arbeit geschützt werden . Für die politische Gestaltung des digitalen Wandels am Arbeitsplatz heißt das : Universallösungen wird es kaum geben . Aufgabe der Politik ist es , Rahmen- und Mindestbedingungen zu setzen und dort , wo es den Interessen von Unternehmen und Beschäftigten entspricht , mehr Spielräume auf tariflicher und betrieblicher Ebene zu ermöglichen .
Marika Hobelmus , Leserin
Gut aufgehoben
Ich will ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen . Das kann ich aber nur , wenn ich weiß , dass meine Kinder zu dieser Zeit auch gut betreut werden . Leider ist das bei uns im ländlichen Raum nicht gegeben . Es gibt zwar vereinzelt Hortplätze , aber fast alle Grundschulkinder gehen mittags nach Hause und mit diesen Kindern wollen meine am Nachmittag zusammen sein . In größeren Städten funktioniert die Organisation im meinen Augen viel besser . Wenn fast alle Kinder bis 16 Uhr im Hort bleiben und am besten noch dort ihre Hausaufgaben machen , haben sie dort schon mit ihren Freunden gespielt , haben ihre Hobbies in AGs oder Partner-Sportvereinen ausgelebt und man selbst kann sich einzig auf die Arbeit konzentrieren . Wenn dann alle nach Hause kommen , heißt es nur noch , eine schöne Zeit miteinander zu verbringen , zu kochen und Familie zu sein . Homeworking ist schön und gut , aber kein Mensch kann gleichzeitig ein Kind herumchauffieren und mit einem Kunden einen echten Deal machen .
Klasse 10c , Dietrich- Bonhoeffer- Realschule , Hannover
Der gesunde Mittelweg
Kurz vor dem Erhalt des Realschul- Abschlusszeugnisses gewinnt auch für unsere Klasse die Frage an Gewicht , wie die einzelnen Schülerinnen und Schüler später arbeiten möchten . Die letzten zwei Jahre haben alle während ihrer Schulzeit in der Schülerfirma „ Happy Breakfast “
Axel Thelen , Gründer und Geschäftsführer educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH
Die Gestalter von morgen
DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT , ALSO EINE ANZEIGE
gearbeitet , um einmal wöchentlich Mitschülern und Lehrern ein gesundes Pausenangebot anzubieten . Vielen gefiel hier gerade der nette Umgang miteinander wie auch die Tatsache , dass sie so ihren Beitrag zu einer guten Ernährung und damit etwas Sinnvolles leisten konnten . Kein Wunder , sie haben sich auch für den Schwerpunkt „ Gesundheit und Soziales “ entschieden – dies ist eine der möglichen Profilierungen , die die Realschulen in Niedersachsen in den Jahrgängen neun und zehn anbieten können . Der überwiegende Teil der Schüler will nach der anschließenden Berufsschule , dem Abitur oder
Die Veränderung der Arbeitswelt und die neue Sicht auf Vereinbarkeit eröffnen große Chancen für das eigene Familienglück und die beruflichen Perspektiven . Eltern , die diese Chancen nutzen wollen , brauchen dafür aber mehr als nur einen Betreuungsplatz . Sie brauchen zuverlässig einen Ort , an dem ihre Kinder liebevoll aufgehoben sind und die Welt entdecken können . Einen Ort , der sie bei der Bewältigung der heutigen Arbeitsanforderungen wirkungsvoll unterstützt . Nur so werden aus Chancen Realität . Mit dem Ausbau der Betreuungsplätze ist der erste Schritt dahin getan . Nun geht es um den unbedingt notwendigen Ausbau der Qualität . Hier sind alle in der Pflicht , sich einzubringen und mitzuwirken
. In erster Linie sind dies die Kommunen und Träger der Kindertagesstätten . Wir , als Träger von 29 Einrichtungen dieser Art , haben uns der Schaffung solcher Orte verpflichtet . Wir engagieren uns deshalb auch in Politik und Gesellschaft für die Verbesserung und Sicherstellung der Kita-Qualität . Aber auch Unternehmen haben neue Chancen : Sie können durch qualitative Angebote in der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung Wertschätzung ausdrücken und sich im Wettbewerb um Mitarbeiter auszeichnen . Zusätzlich sind auch die pädagogischen Fachkräfte und Eltern gefragt , sich für eine ausreichende Anzahl an Erziehern sowie für eine verlässliche Kita-Qualität einzusetzen . Kinder , Eltern und wir als Gesellschaft brauchen diese Qualität . Hier dranzubleiben lohnt sich !
Helene Sangsam , Leserin
Durch Hotspots und Sticks können alle , die zuvor in muffigen Büros eingesperrt waren , draußen in der Sonne arbeiten . Jetzt fehlen dort nur noch die Tische für die Laptops .
der im Herbst beginnenden Ausbildung ein festes Arbeitsverhältnis eingehen . Die Wünsche nach den möglichen Arbeitszeiten variieren – die meisten streben feste Arbeitszeiten an , auch Teilzeitarbeit ist möglich . Manche könnten sich auch die eigenverantwortliche Einteilung der Arbeit vorstellen . Die Frage der Entlohnung spielt zu diesem Zeitpunkt eine nachrangige Rolle . Doch einig sind sich alle , dass sie eine entspannte und kreative Arbeitsatmosphäre bevorzugen . In diesem für sie guten Betriebsklima dürfen die Tätigkeiten gerne abwechslungsreich und herausfordernd sein .
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educcare ,
wo Kinder glücklich die Welt entdecken ,
Eltern zuverlässig unterstützt werden und Unternehmen ihre Mitarbeiter wirkungsvoll entlasten .
www . educcare . de
+3 Thorben Albrecht, Staatssekretär im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Die richtige Balance finden Die Digitalisierung verändert unsere Arbeitswelt rasant. Überall werden zunehmend digitale Technologien genutzt und Menschen, Objekte und Arbeitsabläufe vernetzt. Arbeitsorte, Arbeitszeiten und Beschäftigungsverhältnisse werden flexibler. Zugleich entstehen neue Arbeitsformen wie Crowdworking, das neue Tätigkeitsfelder für Freelancer schafft. Dieser Wandel birgt Chancen – etwa für die Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf – stellt uns aber auch vor Herausforderungen. Klar ist: Nur wenn wir die Digitalisierung der Arbeitswelt aktiv gestalten, werden wir ihr Potenzial für selbstbestimmte Flexibilität nutzen können. Wir sollten uns daher nicht nur fragen „Was ist möglich?“, sondern in der Tat: „Wie wollen wir Arbeit in Zukunft gestalten?“. Die Studie „Wertewelten Arbeiten 4.0“ zeigt, wie unterschiedlich die Wünsche und Erwartungen der Menschen in Deutschland in Bezug auf ihre Arbeit sind. Während manche die Flexibilisierung als Chance für ein selbstbestimmteres Arbeiten sehen, bevorzugen andere eine strikte Trennung von Beruf und Privatleben und wollen vor einer Entgrenzung der Arbeit geschützt werden. Für die politische Gestaltung des digitalen Wandels am Arbeitsplatz heißt das: Universallösungen wird es kaum geben. Aufgabe der Politik ist es, Rahmen- und Mindestbedingungen zu setzen und dort, wo es den Interessen von Unternehmen und Beschäftigten entspricht, mehr Spielräume auf tariflicher und betrieblicher Ebene zu ermöglichen. 19 DIES IST EINE GESPONSERTE ANTWORT, ALSO EINE ANZEIGE Marika Hobelmus, Leserin Gut aufgehoben Ich will ohne schlechtes Gewissen arbeiten gehen. Das kann ich aber nur, wenn ich weiß, dass meine Kinder zu dieser Zeit auch gut betreut werden. Leider ist das bei uns im ländlichen Raum nicht gegeben. Es gibt zwar vereinzelt Hortplätze, aber fast alle Grundschulkinder gehen mittags nach Hause und mit diesen Kindern wollen meine am Nachmittag zusammen sein. In größeren Städten funktioniert die Organisation im meinen Augen viel besser. Wenn fast alle Kinder bis 16 Uhr im Hort bleiben und am besten noch dort ihre Hausaufgaben machen, haben sie dort schon mit ihren Freunden gespielt, haben ihre Hobbies in AGs oder Partner-Sportvereinen ausgelebt und man selbst kann sich einzig auf die Arbeit konzentrieren. Wenn dann alle nach Hause kommen, heißt es nur noch, eine schöne Zeit miteinander zu verbringen, zu kochen und Familie zu sein. Homeworking ist schön und gut, aber kein Mensch kann gleichzeitig ein Kind herumchauffieren und mit einem Kunden einen echten Deal machen. Klasse 10c, DietrichBonhoefferRealschule, Hannover Der gesunde Mittelweg Kurz vor dem Erhalt des RealschulAbschlusszeugnisses gewinnt auch für unsere Klasse die Frage an Gewicht, wie die einzelnen Schülerinnen und Schüler später arbeiten möchten. Die letzten zwei Jahre haben alle während ihrer Schulzeit in der Schülerfirma „Happy Breakfast“ Axel Thelen, Gründer und Geschäftsführer educcare Bildungskindertagesstätten gGmbH Die Gestalter von morgen Die Veränderung der Arbeitswelt und die neue Sicht auf Vereinbarkeit eröffnen große Chancen für das eigene Familienglück und die beruflichen Perspektiven. Eltern, die diese Chancen nutzen wollen, brauchen dafür aber mehr als nur einen Betreuungsplatz. Sie brauchen zuverlässig einen Ort, an dem ihre Kinder liebevoll aufgehoben sind und die Welt entdecken können. Einen Ort, der sie bei der Bewältigung der heutigen Arbeitsanforderungen wirkungsvoll unterstützt. Nur so werden aus Chancen Realität. Mit dem Ausbau der Betreuungsplätze ist der erste Schritt dahin getan. Nun geht es um den unbedingt notwendigen Ausbau der Qualität. Hier sind alle in der Pflicht, sich einzubringen und mitzu- gearbeitet, um einmal wöchentlich Mitschülern und Lehrern ein gesundes Pausenangebot anzubieten. Vielen gefiel hier gerade der nette Umgang miteinander wie auch die Tatsache, dass sie so ihren Beitrag zu einer guten Ernährung und damit etwas Sinnvolles leisten konnten. Kein Wunder, sie haben sich auch für den Schwerpunkt „Gesundheit und Soziales“ entschieden – dies ist eine der möglichen Profilierungen, die die Realschulen in Niedersachsen in den Jahrgängen neun und zehn anbieten können. Der überwiegende Teil der Schüler will nach der anschließenden Berufsschule, dem Abitur oder wirken. In erster Linie sind dies die Kommunen und Träger der Kindertagesstätten. Wir, als Träger von 29 Einrichtungen dieser Art, haben uns der Schaffung solcher Orte verpflichtet. Wir engagieren uns deshalb auch in Politik und Gesellschaft für die Verbesserung und Sicherstellung der Kita-Qualität. Aber auch Unternehmen haben neue Chancen: Sie können durch qualitative Angebote in der betrieblich unterstützten Kinderbetreuung Wertschätzung ausdrücken und sich im Wettbewerb um Mitarbeiter auszeichnen. Zusätzlich sind auch die pädagogischen Fachkräfte und Eltern gefragt, sich für eine ausreichende Anzahl an Erziehern sowie für eine verlässliche Kita-Qualität einzusetzen. Kinder, Eltern und wir als Gesellschaft brauchen diese Qualität. Hier dranzubleiben lohnt sich! Helene Sangsam, Leserin Durch Hotspots und Sticks können alle, die zuvor in muffigen Büros eingesperrt waren, draußen in der Sonne arbeiten. Jetzt fehlen dort nur noch die Tische für die Laptops. der im Herbst beginnenden Ausbildung ein festes Arbeitsverhältnis eingehen. Die Wünsche nach den möglichen Arbeitszeiten variieren – die meisten streben feste Arbeitszeiten an, auch Teilzeitarbeit ist möglich. Manche könnten sich auch die eigenverantwortliche Einteilung der Arbeit vorstellen. Die Frage der Entlohnung spielt zu diesem Zeitpunkt eine nachrangige Rolle. Doch einig sind sich alle, dass sie eine entspannte und kreative Arbeitsatmosphäre bevorzugen. In diesem für sie guten Betriebsklima dürfen die Tätigkeiten gerne abwechslungsreich und herau 6f&FW&B6VVvPVGV66&RvFW"v;6Ɩ6FRvV@VFFV6VVFW&WfW&:G76rVFW'7L;G@vW&FVVBVFW&VV&R֗F&&VFW v&Vw7fVF7FVࠧwwrVGV66&RFP(