ZFG Durchhalten trotz Corona-Krise - Page 24

Was Kinder brauchen und Eltern wissen sollten – anlässlich der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen der COVID-19-Pandemie Peggy Puhl-Regler und Alexandra Ressel, Zentralinstitut für Ehe und Familie in der Gesellschaft (ZFG), Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt ie Corona-Krise fordert viel von Familien mit Kindern. Das bisher gewohnte Leben hat sich verändert und jMCDSŘADQVHDFDMCHLJKDHMDM*QDHRCDQ%@LHKHDRS@SS #DQ Kontakt zu liebgewonnenen und wichtigen sozialen Kon- takten muss jetzt anders, virtuell gestaltet werden. Gerade TMSDQCDMFDFDADMDML@MBGL@K@TBGDHMSŅMHFDM!D- dingungen ist es umso wichtiger, eine gewisse Abwechs- lung in den Familienalltag zu bringen. Denn: „Besondere“ Momente und v. a. Perspektiven fördern den Zusammen- halt und die Motivation, diese Zeit gut zu überstehen. Das sind zunächst kurzfristige Perspektiven in Form von gemeinsamen Planungen, die zeitnah umgesetzt werden können: Aktivitäten wie ein Waldspaziergang, eine gemein- same „Expedition“, ein Picknick im Garten oder auch auf dem Balkon. Bei mittelfristigen Perspektiven handelt es sich um einen Ausblick auf Dinge, die in einer absehba- ren Zeit wieder machbar sein werden: z. B. der Besuch des Spiel- bzw. Sportplatzes oder die Planung, welche Freunde als erstes wieder getroffen werden. Langfristige Perspektiven sind alles, was umgesetzt und verwirklicht werden kann, wenn die Beschränkungen (größtenteils) wieder aufgehoben werden. Dazu gehören der vollständig wie zuvor geregelte Schulbesuch oder das regelmäßige Training im Sportverein. Jedes Kind braucht dabei die unterstützende Gemein- schaft von Eltern, Familie und Freundeskreis. Bei kleineren Kindern liegt der Schwerpunkt überwiegend im familären Bereich. Bei Älteren (v. a. ab der Pubertät) verschiebt sich diese Gewichtung auf Freundinnen und Freunde sowie Gleichaltrige. In der aktuellen Corana-Krise ist es jedoch nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich, RNYH@KD*NMS@JSDTMC%QDTMCRBG@ESDMYTOkDFDMNCDQMDT entstehen zu lassen. Kurzfristig lässt sich dieses Bedürfnis nach Gemeinschaft durch Eltern und Geschwister abde- cken und z. B. durch gemeinsames Spielen, Lesen, Sport treiben und Kreativsein fördern. Darüberhinaus ermögli- chen verschiedene Medien wie (Video-)Telefonate oder Chatgruppen, den Kontakt zu weiteren Familienmitgliedern und vor allem zu Freundinnen und Freunden und Klassen- kameraden. Für die unterschiedlichen Altersstufen vom Säugling bis YTL )TFDMCKHBGDM jMCDS RHBG @TE CDM M@BGENKFDMCDM Seiten eine Tabelle, die zusammenfasst, welche Bedürf- nisse Kinder im jeweiligen Alter haben, welche Schwie- QHFJDHSDMTMC#DjYHSDCHD@JSTDKKD2HST@SHNMEŘQRHDŘADQ- wiegend mit sich bringt und welche Perspektiven kurz-, mittel- und langfristig möglich sind. Dabei wird insbeson- dere auf die 3- bis 16-Jährigen eingegangen. Kinder in dieser Altersspanne spüren und erleben die Einschrän- kungen und Veränderungen ihres alltäglichen Lebens bewusst. Für Säuglinge und Kleinkinder ändert sich im Alltag weniger, da die allerwichtigsten Bezugspersonen die Eltern bleiben. Allerdings nehmen sie sehr unmittel- bar Emotionen aus dem engsten Familiensystem auf. D 24 DURCHHALTEN TROTZ CORONA-KRISE