WELLNESS WORLD Business 4-2014 | Page 42
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Beauty-Booster: Mit der Kraft der Pflanzen
auf zu neuen Schönheitsufern.
Infobox 2:
Vegane Spa-Etiquette: Leder, Wolle,
Seide und Borsten sind keine veganen
Produkte. Möchte ein Kosmetikinstitut
oder Spa vegane Produkte und
Dienstleistungen anbieten, so müssen
nicht nur die Pflegeprodukte entsprechend vegan sein, sondern auch die
Anwendungshilfen und Textilien müssen vegane Anforderungen erfüllen.
Beispielsweise dürfen Pinsel keine
Tierhaare enthalten und bei der Auswahl von Handtüchern, Polstern und
Decken ist darauf zu achten, dass diese nicht aus Schafswolle, Seide, tierischem Leder oder Daunenfedern
gefertigt wurden.
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kosmetik&Leben
lässlich für vegane Kosmetik steht. Das
Label der Vegan Society garantiert, dass
die Produkte frei von Tierversuchen und
tierischen Bestandteilen sind. Produkte
der Firma Lavera tragen übrigens auch
die Veganblume. Sante hat ebenfalls viele
vegane Produkte im Sortiment, darunter
Mascara und Nagellackentferner. Produkte von Druide sind als vegan markiert
(allerdings nicht mit der Veganblume).
Und auch im Spa sind vegane Produkte
zu finden, beispielsweise von Piroche
Cosmétiques, Living Nature, Panpuri,
Charlotte Meentzen, Care of Gerd, Dr.
Niedermaier Pharma oder Spa Vivent.
Übrigens: Ein besonders ökologisches
Mittel fürs Haarewaschen ist Wascherde!
Grausam: konventionelle Kosmetik. Tierversuche mit Kosmetika sind längst verboten, denken viele. Doch das gilt nur für
bereits geprüfte Cremes, Lippenstifte und
Shampoos. Mit neuen Rohstoffen werden
immer noch Tests an Tieren durchgeführt. Diese Tierversuche sind noch bis
Ende 2014 erlaubt. Eine Fristverlängerung
hält sich die EU allerdings jetzt schon
offen, weil für die Testverfahren noch keine Alternativen genehmigt wurden – was
nicht heißt, dass sie nicht existieren. Das
Problem: Um gesetzlich anerkannt zu
werden, müssen die Ersatzmethoden zum
selben Ergebnis führen wie der Tierversuch. Und genau darin liegt das Problem.
„Tests an Zellkulturen sind zum Beispiel
wesentlich objektiver, weil Kaninchen
oder Mäuse keine Maschinen sind, sondern oft individuell reagieren. Dadurch
führen Tests ohne Tiere manchmal zu
anderen Ergebnissen“, erklärt Dr. Corina
Gericke vom Verein Ärzte gegen Tierversuche. „Viele dieser modernen Systeme
werden also absurderweise nur deswegen
nicht anerkannt, weil sie besser sind.“
Doch selbst wenn das Verbot von Tierversuchen für Beauty-Zutaten tatsächlich in
Kraft treten sollte, bedeutet das nicht
automatisch das Ende des Leides. „Fast 90
Prozent der für Kosmetik verwendeten
Inhaltsstoffe werden auch in anderen
Bereichen wie zum Beispiel in Waschmitteln eingesetzt“, sagt Dr. Corina Gericke.
„Neu entwickelte Substanzen gegen Falten oder Cellulite können über diese
Begründung weiter an Tieren getestet
werden.“ Dabei gäbe es eine einfache
Lösung, um sofort alle Tierversuche für
Kosmetik einzustellen: Wenn neue Produkte nur noch aus den 8000 bereits
geprüften Zutaten hergestellt würden. Die
Wahrheit kann manchmal erschreckend
sein. Höchste Zeit für einen Paradigmenwechsel in der Kosmetikbranche.
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4/2014