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Gesundheitsdestinationen im deutschsprachigen Alpenraum (Österreich,
Deutschland und der Schweiz) tätig
sind (n = 17). Gerade der deutschsprachige Alpenraum bietet aufgrund seiner topografischen Lage beste Voraussetzungen für gesundheitstouristische
Angebote und offeriert bereits eine
große Breite an verschiedensten Angeboten. Qualifizierte Mitarbeiter sind
vor allem auch als Positionierungsvorteil in diesem stark von Wettbewerb
geprägten gesundheitstouristischen
Markt von Vorteil. Fast alle Experten
bekleideten eine führende Position und
knapp 80 Prozent besaßen einen akademischen Abschluss, jedoch nur ein
Experte hatte einen solchen im Bereich
Gesundheitstourismus. Mehr als drei
Viertel der Befragten gaben an, dass
akademische
Ausbildungen
im
Gesundheitstourismus wichtig sind.
Jedoch sahen weniger als die Hälfte
einen Bedarf an Mitarbeitern im
Betrieb mit solchen Ausbildungen und
nur zwei Personen hatten tatsächlich
Angestellte, die eine solche Ausbildung
absolviert hatten. Interessanterweise
gab mehr als ein Drittel an, dass die
Kompetenzen der Mitarbeiter mit akademischem Abschluss im Gesundheitstourismus besser seien als jene ohne
akademischen Abschluss. Fast die Hälfte aller Befragten zeigte ein Interesse an
Universitätsabschlüssen im Bereich
Gesundheitstourismus und drei Viertel
von ihnen wären auch bereit, finanziell
in solche Ausbildungen zu investieren,
die meisten allerdings nicht mehr als
1.000 Euro pro Semester. Die Hauptgründe, die gegen eine solche Weiterbildung sprachen, waren Zeitmangel
und das fehlende Wissen über Einrichtungen, die dieses Studium anbieten.
Nur knapp 6 Prozent gaben an, dass
eine solche Ausbildung keine Bereicherung für die Ausübung in der Praxis
biete. Dieses Ergebnis steht im Gegensatz zu der Kritik, Universitäten würden die Studenten nur ungenügend auf
die Praxis vorbereiten. Fast 80 Prozent
der Befragten kannten keine Hochschule, die Ausbildungen im Bereich
Gesundheitstourismus anbietet (Abbildung), obwohl es in Österreich und
Deutschland durchaus einen derarti-
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Im deutschsprachigen Raum gibt es gute Ausbildungsstätten für Mitarbeiter im Tourismus.
gen Markt gibt (u. a. Joanneum Graz
und Bad Gleichenberg, Donau-Universität Krems, Baltic College Schwerin,
Apollon Universität, HFWU Nürtingen-Geislingen). Diese Hochschulen
sind jedoch fast alle in privater Hand
und verlangen dementsprechende Studiengebühren, die die von uns befragten Experten offensichtlich nicht bereit
sind, zu zahlen. Die Ergebnisse unserer
Studie zeigen, dass im Bereich Gesundheitstourismus, im Gegensatz zur Diskussion im Tourismus allgemein, das
Problem nicht darin liegt, dass das
Angebot von Universitäten und der
Bedarf der Branche nicht übereinstimmen. Vielmehr liegt es darin, dass die
Universitäten ihre touristischen Zielgruppen anscheinend nicht erreichen
können und seitens der Zielgruppe keine Bereitschaft besteht, die finanziellen
und zeitlichen Mittel, die verlangt werden, aufzubringen. Die Tatsache, dass
der Gesundheitstourismus ein wachsender Markt ist und qualifizierte Mitarbeiter Mangelware sind, sollte die
Branche und die universitären Einrichtungen dazu motivieren, ein gemeinsames Ausbildungskonzept zu entwickeln.
Das Ziel sollte sein, ein Umfeld für
erfolgreichen Gesundheitstourismus zu
schaffen, welcher auf Qualität und
nicht auf Quantität beruht. Letztendlich beschäftigt sich doch dieser Teil des
Tourismus mit einem der höchsten
Güter der Menschen – der Gesundheit.
Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schobersberger
und Mag. Dipl. BW Cornelia Blank,
Institut für Sport-, Alpinmedizin &
Gesundheitstourismus, UMIT,
Hall/Tirol, Österreich
Ergebnis einer UMIT Befragung zum Thema
Gesundheitstourismus
Wellness world business |
1/2013
gesundheit
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