Tatsachen über Deutschland 2015 2015 | Page 160

158 | 159 LEBENSART THEMA URBANE LEBENSQUALITÄT Gute Arbeitsplätze, saubere Umwelt, geringe Wohneigentumsquote in Europa an vorletz- Kriminalität, viele Freizeit- und Kulturange- ter Stelle. Nur 43 Prozent der Haushalte woh- bote, gute Verkehrsverbindungen: diese Ei- nen in den eigenen vier Wänden. Die Mehr- genschaften werden deutschen Städten häu- heit zahlt Miete. Knapp 20 Prozent der Men- fig bescheinigt. In einer 2015 veröffentlichten schen sehen die Wohnkosten als „starke Studie des amerikanischen Beratungsunter- finanzielle Belastung“. 35 Prozent der Mo- nehmens Mercer zur Bewertung der Lebens- natseinkünfte entfallen im Durchschnitt auf qualität in 230 Großstädten sind sieben deut- Ausgaben fürs Wohnen. Die Bundesregierung sche Städte in den Top 30. Mit München (Rang hat daher eine Mietpreisbremse auf den Weg 4), Düsseldorf (6) und Frankfurt a. M. (7) ka- gebracht, die in Gegenden mit angespanntem men sogar drei Städte unter die besten zehn. Wohnungsmarkt die soziale Vielfalt bewah- Berlin (14), Hamburg (16) und Stuttgart (21) ren soll. Sie sieht vor, dass die Miete bei einem sind ebenfalls auf Spitzenplätzen. In Deutsch- Mieterwechsel nur noch um höchstens zehn land gibt es 76 Großstädte (mehr als 100.000 Prozent teurer ist als eine vergleichbare Woh- Einwohner) und 600 Mittelstädte zwischen nung – doch es gibt Ausnahmen. In Berlin 20.000 und 99.999 Einwohner; 74 Prozent der wurden zudem 22 Gebiete unter „Mi- Menschen leben bereits in Städten. lieuschutz“ gestellt. Alle Rückbaumaßnahmen, also jeder Abriss sowie alle Bau- und Die Nachfrage nach urbanem Wohnraum hat Nutzungsänderungen, werden geprüft und zu einem starken Anstieg der Mietpreise bei benötigen eine Genehmigung, um zu verhin- Neuvermietungen sowie der Immobilien- dern, dass Sanierung ein Synonym für Gen- preise geführt. Deutschland liegt bei der trifizierung wird. So wohnen die Deutschen Mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland wohnt zur Miete, nicht im eigenen Heim. 64,5 Prozent aller Wohngebäude sind Einfamilienhäuser, nur 5,9 Prozent sind größere Gebäude mit sieben und mehr Wohnungen. 35 Prozent der Wohnungen und Häuser haben 100 m2 und mehr Fläche, nur 5,5 Prozent der Wohnungen sind kleiner als 40 m2. Konsumausgaben privater Haushalte in Deutschland 22 % 35 % Sonstige Wohnen, Energie, Wohnungsinstandhaltung 4% Bekleidung, Schuhe 14 % 11 % 14 % Freizeit, Unterhaltung, Kultur Verkehr Nahrungsmittel, Getränke, Tabakwaren Statistisches Bundesamt 2014 DIAGRAMM