Tatsachen über Deutschland 2015 2015 | Seite 136

134 | 135 K U LT U R & M E D I E N KULTUR & MEDIEN Lebendige Kulturnation ∙ Innovative Kreativwirtschaft ∙ Kultureller Dialog ∙ Weltoffene Positionen ∙ Rasanter Medienwandel ∙ Spannende Welterbestätten ∙ Attraktive Sprache EINBLICK LEBENDIGE KULTURNATION Die eine Kultur Deutschlands gibt es nicht. Es lands sind unter anderem rund 300 Stadt- und gibt viele, die gleichzeitig und oft erstaunlich Landestheater, 130 zum Teil an die Rundfunk- gegensätzlich nebeneinander her existieren, anstalten gekoppelte Berufsorchester und 80 ineinander verwoben, einander abstoßend Musiktheater. 630 Kunstmuseen mit interna- und anziehend. Von Deutschland als Kultur- tional hochkarätigen Sammlungen bilden zu- nation sprechen, heißt im 21. Jahrhundert, dem eine beispiellose Museumslandschaft. von einem gewachsenen, sich immerfort wei- Mit dieser Vielfalt an Kultureinrichtungen terentwickelnden, lebendigen Organismus zu nimmt Deutschland eine Spitzenposition ein. reden, dessen Vielfalt verblüffend, irritierend, Das überwiegend öffentlich organisierte The- oft auch anstrengend ist. Dies wurzelt zum ei- ater-, Orchester- und Museumssystem findet nen in der föderalen Tradition des Landes, das grundsätzlich hohe Akzeptanz. Vor dem Hin- erst ab 1871 als Gesamtstaat zu existieren be- tergrund engerer finanzieller Spielräume der gonnen hat. Die 1949 gegründete Bundesre- öffentlichen Haushalte sowie den soziodemo- publik, aber auch das seit 1990 wiedervereinte grafischen und medialen Veränderungspro- Deutschland haben bewusst an föderale Tra- zessen wie der Digitalisierung befindet es sich ditionen angeknüpft und die Kulturhoheit gleichwohl in einer Phase des Umbruchs und den Ländern überlassen. Erst seit 1998 gibt es der Neuorientierung. einen Beauftragten für Kultur und Medien im Bundeskanzleramt. Ergebnis der aus vielen Deutschlands Ruf als bedeutende Kulturna- ehemaligen Klein- und Mittelstaaten sowie tion gründet auf den großen Namen der Ver- freien Städten bestehenden Struktur Deutsch- gangenheit wie Bach, Beethoven und Brahms