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Der Boom der letzten Jahre

Bis vor wenigen Jahren war Radkauf eine übersichtliche Angelegenheit . Rein in den Radshop . Probe fahren . Entscheiden . Raus an die frische Luft , auf dem brandneuen Sport- oder Freizeitgerät . Der Fahrradboom der letzten Jahre hat den Fahrradkauf etwas anspruchsvoller gemacht .
Die Auswahl ist riesig . Schon vor der Pandemie verzeichneten Hersteller und Shops einen Run auf die neuen Modelle . In Deutschland und Europa schoss die Nachfrage durch die Decke . Die Hersteller haben den Schwung mitgenommen . Sie waren immer erfolgreich darin , mit neuen Ideen und Modellen die Grundidee des Fahrrads weiterzuentwickeln .
Die wichtigste Innovation von allen : Strom – in welcher Form auch immer . Was landläufig als E-Bike bezeichnet wird , hat viele begeistert . Radfahrerinnen und Radfahrer nehmen den zusätzlichen Rückenwind dankend an . Und viele , denen das Gestrampel eigentlich zu viel war , sind wieder in den Sattel zurückgekehrt . Spaß haben sie alle . Ob Pendler , Freizeitfahrer oder Gelegenheitsfahrer . Ob sportlich , gemütlich , modisch oder praktisch . Ob zuhause , auf dem Ausflug oder im Urlaub . Ob auf Trails , Schotter , Radwegen oder Straßen . Die lange Aufzählung verdeutlicht : Wer sich ein neues Rad wünscht , kann sich inzwischen für jeden Zweck ein ideales Bike aussuchen . In jeder Preisklasse .
Ein neues Rad in pandemischen Zeiten
Das Angebot ist riesig . Und die Nachfrage auch . Im ersten Halbjahr 2020 steigerte sich der Absatz gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 um rund 6 Prozent auf rund 2 Millionen Fahrräder insgesamt . Davon waren rund 1 Million E-Bikes . Der Absatz von E-Bikes steigerte sich im ersten Halbjahr 2020 um rund 15 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2019 . Ob der Boom trotz oder wegen der Pandemie weiter verstärkt wurde , bleibt Ansichtssache .
Fest steht , dass Fahrradfahren in den Zeiten der Einschränkung eine der wenigen Aktivitäten war , die man weitgehend sorglos ausüben konnte . Nicht in großen Gruppen . Aber allein und mit gebotenem Abstand .
Die große Nachfrage auf der einen Seite führt längst zu Lieferengpässen auf der anderen Seite . Ein Fahrrad besteht aus unzähligen Komponenten . Damit es fertig wird , müssen alle vorhanden sein . Taiwan gilt als Drehscheibe für Rahmen und Teile . Der Marktführer bei Komponenten wie Bremse und Gangschaltung stammt aus Japan . Shimano konzentriert sich jedoch weitgehend auf konventionelle Fahrräder ohne Antrieb . Aber egal ob mit Antrieb oder ohne : Die Wartezeiten für bestimmte Modelle sind länger , teilweise dauert es Monate . Auch bei Pedelecs ist die Liefersituation extrem angespannt . Motoren und Akkus sind bei manchen Marken knapp .
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