Pressedienst des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich( VLÖ), PA2025-02; 31.03.2025
ONLINE-DISKUSSION AM 25. MÄRZ 2025: „ DEUT- SCHE MINDERHEITEN STELLEN SICH VOR“:
Die deutschsprachige Minderheit in Slowenien – Aktuelle Situation und Herausforderungen als nicht anerkannte Minderheit in Slowenien
Die Stiftung Verbundenheit lud am 25. März gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten( AGDM) und dem VLÖ zu einer neuen Ausgabe des Online- Veranstaltungsformats „ Deutsche Minderheiten stellen sich vor“ ein: „ Die deutschsprachige Minderheit in Slowenien – Aktuelle Situation und Herausforderungen als nicht anerkannte Minderheit in Slowenien“.
Wie steht es heute um die deutschsprachige Minderheit in Slowenien? Wie ist die Minderheit aufgestellt? Welche Projekte werden durchgeführt? Welche Rolle nimmt sie in den Kulturbeziehungen zwischen Deutschland, Österreich und Slowenien ein? Welche Entwicklungspotentiale und Projektpläne hat sie? Wie ist der Stand der Anerkennung der deutschsprachigen Minderheit in Slowenien? Welche Rolle spielen die Bundesrepublik Deutschland und die Republik Österreich?
Über diese und weitere Fragen sprachen Moderator Sebastian Machnitzke- Geschäftsführer und Programmleiter der Stiftung Verbundenheit für GUS, Mittel- und Osteuropa und Baltikum- mit der Obfrau des Verbandes der Kulturvereine der deutschsprachigen Volksgruppe in Slowenien, Urška Kop, dem Obmann des Bundes der Kulturvereine der Gottscheer und der Steirer in Slowenien, Jan Schaller, der Obfrau des Kulturvereins deutschsprachiger Frauen „ Brücken“ aus Maribor / Marburg, Veronika Haring, und dem Präsidenten des Verbandes der deutschen altösterreichischen Landsmannschaften in Österreich( VLÖ), Norbert Kapeller.
Der Vorsitzende des Stiftungsrats der Stiftung „ Verbundenheit mit den Deutschen im Ausland” und ehemalige Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten Hartmut Koschyk sowie Bernard Gaida, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Minderheiten( AGDM), waren ebenfalls Teilnehmer an dieser Online-Diskussion.
Den Mitschnitt dieser Online-Diskussion können Sie hier nachsehen: https:// www. youtube. com / watch? v = pK8lpjyM9co
ZWEISPRACHIGER ERDENBÜRGER
Teil 4- Der Turm von Babel
Von Patrik Schwarcz-Kiefer
Eine Reise ins Ausland, wo mehrere Sprachen gesprochen werden, ist wie ein Sprachchaos im Kopf. Das habe ich auf unserer Italienreise deutlich gespürt. Mit meiner Frau sprach ich ungarisch, mit unserem Kind deutsch, im Geschäft italienisch, mit Kolleginnen und Kollegen englisch oder deutsch. Es ist anstrengend, ständig zwischen Sprachen zu wechseln – das muss man offen zugeben.
In solchen Momenten fällt es noch schwerer, sich an gute Vorsätze zu halten – zum Beispiel, mit dem eigenen Kind nur deutsch zu sprechen. Oft vermischen sich beide Sprachen. Man beginnt auf Deutsch und endet auf Ungarisch – oder man spricht plötzlich italienisch, obwohl man das gar nicht geplant hatte.
Ein Moment ist mir besonders im Kopf geblieben: Gegen Ende der Reise fuhren wir durch Südtirol. Ich hatte mir fest vorgenommen: Ab jetzt spreche ich deutsch – im Laden, an der Tankstelle, überall. Aber es kam anders. Als ich an der Tankstelle zahlte, sagte ich ganz automatisch: Grazie. Erst draußen fiel mir ein, dass ich eigentlich „ Danke“ sagen wollte. Die Gewohnheit der letzten Tage war stärker als der Plan.
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Mehrsprachigkeit ist eine großartige Sache, aber sie bedeutet auch Arbeit. Man muss ständig aufmerksam sein. Das Gehirn braucht Zeit, um zwischen den Sprachen hin und her zu schalten. In vielen Büchern wird erklärt, dass genau diese Fähigkeit – schnell und flexibel zwischen Sprachen zu wechseln – wichtig für die Sprachentwicklung ist. Diese Fähigkeit ist aber nicht bei jedem Menschen gleich stark ausgeprägt.
Wenn es schon uns Erwachsenen schwerfällt, konsequent bei einem Sprachplan zu bleiben, ist es bei Kindern umso schwieriger – und oft nicht realistisch, das zu erwarten. In allen Artikeln zu diesem Thema wird betont und auch hier darf es nicht fehlen: Die langfristige Nutzung einer Sprache ist weniger eine Frage des Entschlusses, sondern vielmehr eine Frage der Gewohnheit. Deshalb muss man für sich selbst klar entscheiden: Mit wem spreche ich welche Sprache – und warum? che ist weniger eine Frage des Entschlusses, sondern vielmehr eine Frage der Gewohnheit. Deshalb muss man für sich selbst klar entscheiden: Mit wem spreche ich welche Sprache – und warum?