Sonntagsblatt 01-2022 - Page 3

S . B .: Während der Vollversammlung am 27 . November wurde eine Verpflichtung zur Parteineutralität verabschiedet . Wieso war diese Verpflichtung notwendig ?
E . K .: In dieser Verpflichtung geht es nicht nur um die Parteineutralität , sondern um die Zusammenarbeit zwischen der LdU , der Vollversammlung und dem Abgeordneten . Wie schon erwähnt , haben wir aus den vergangenen Jahren viel gelernt . Es gab auch eine Meinungsumfrage innerhalb der ungarndeutschen Minderheit , wo wir neugierig auf die Meinung bezüglich der LdU und des Abgeordneten waren . Anhand dieser Umfrage haben wir vieles ableiten können und auf Basis unserer eigenen Meinungen und Erfahrungen konnten wir dieses Dokument erstellen und der Öffentlichkeit präsentieren .
S . B .: Du warst mehrere Jahre lang Vorsitzender der GJU . Welche Herausforderungen bringt diese Position mit sich ? Gab es große Veränderungen innerhalb der Organisation in den vergangenen Jahren ?
E . K .: Die Zeiten ändern sich sehr schnell , so kann ich nur sagen , dass zu meiner Zeit der Fokus ganz woanders gewesen ist . Im Vorstand der GJU zu sein ist eine riesige Herausforderung und man kann und muss dabei sehr viel lernen . Zu meiner Zeit standen die finanzielle Stabilisierung und die Sicherung der Kontinuität im Fokus . Außerdem haben wir das Image modernisiert . Ich selber habe viele Fehler gemacht , aber wenn ein Jugendlicher sich dieser Herausforderung stellt , bringt diese Aufgabe dies mit sich . Jedes Präsidium und jeder Leiter der GJU hat mit anderen Aufgaben zu kämpfen . Es ist sehr erfreulich , dass , seitdem ich nicht mehr im Vorstand bin , sich die GJU ausbreiten konnte , auch die Region Nord mit einbeziehen konnte . Das ist ein Riesenergebnis . Die GJU ändert sich ständig , was meines Erachtens nach erfreulich ist , denn eine Jugendorganisation muss sich immer wieder erneuern . Als ich 2011 festgestellt habe , dass die nächste Generation ganz anders „ tickt “ als meine , habe ich angefangen das neue Präsidium aufzubauen , damit die Kontinuität bestehen bleibt , und habe danach die Stafette übergeben .
S . B .: Vor kurzem erschien auf der Facebook-Seite des Sonntagsblatts die Reaktion der GJU auf den Meinungsbeitrag von unseres Altschriftleiters Georg Krix . Als einstiger Präsident der GJU , wie siehst du die Situation ?
E . K .: Ich möchte Blanka nicht in Schutz nehmen , denn sie hat es nicht nötig . Die Reaktion von Herrn Krix auf das Interview ist seine Meinung , was ich akzeptiere . Über den Stil , der in der Vergangenheit öfters wirklich beleidigend war , war ich erstaunt . Ich denke , dass man die Jugendlichen arbeiten lassen und unterstützen muss , denn sie wissen am besten , was für sie am besten ist und wie sie ihre Ziele erreichen können . Helfen kann und muss man immer , aber mit Kritiken , die das Ganze überhaupt nicht voranbringen und keine Lösung präsentieren , sind wir nicht weiter . Mit einer offenen , konstruktiven Diskussion eher , denn natürlich kann man alles besser machen oder die Schwerpunkte anderswo setzen !
SoNNTAGSBLATT
S . B .: Aktuell bist du Vorsitzender des Jugendausschusses der LdU . Was sind deine wichtigsten Ambitionen und Zielsetzungen für die kommenden Jahre ?
E . K .: Es war sehr erfreulich , dass wir 2014 die Möglichkeit bekommen haben einen Jugendausschuss zu gründen , denn dies bedeutete , dass es Jugendliche in der Vollversammlung gibt . Ich leite seit Anfang den Ausschuss , so habe ich von Anfang an mitverfolgt , wie sich unsere Arbeit und unsere Ziele verändert haben . Wir haben die Strategie 2014 ausgearbeitet und haben unsere Arbeit danach ausgerichtet , so viele Ziele zu erreichen wie möglich . Dies wird auch in den nächsten Jahren so sein , nur mit der neuen Strategie . Außerdem möchte ich die Kontinuität sichern , so ist es wichtig , dass es nach den nächsten Wahlen wieder einen motivierten und kompetenten Jugendausschuss gibt .
S . B .: Unter deiner Ägide als Vorsitzender des Jugendausschusses wurde die Facebook-Seite SVUNG erschaffen . Welchen Einfluss hast du auf den kreativen Prozess ? Wie kam es zur Entscheidung ungarische Texte zu priorisieren ?
E . K .: Auch in der Strategie haben wir festgelegt , dass die Jugendlichen in ihrer eigenen Sprache angesprochen werden müssen . Deswegen haben wir die Seite SVUNG mit freiwilligen Jugendlichen nach einer Jugendkonferenz ins Leben gerufen . Also ist die Seite eine Errungenschaft der Jugendlichen für Jugendliche , wofür ich allen , die in den letzten Jahren mitgewirkt haben , sehr dankbar bin . Ich bin für das Kreative und die Mundart zuständig und versuche neben Familie , Arbeit und LdU da auch mitzuwirken , aber auch Raum für andere zu lassen .
Die Entscheidung , die Texte auf den Bildern auf Ungarisch zu formulieren , kam noch im ersten Jahr - nach langem Überlegen gemeinsam getroffen . Wir haben festgestellt , dass die deutschen Posts viel weniger Menschen erreichen , so haben wir uns entschieden , es zweisprachig zu machen , damit wir mehr Leute erreichen .
S . B .: Beschäftigst du dich als Vorsitzender des Jugendausschusses auch mit der ( ungarndeutschen ) Identität und deren Vermittlung ? Welche Rolle spielt die Muttersprache - also Deutsch - als Element der Identität ?
E . K .: Der Jugendausschuss ist eine Möglichkeit , eine Interessensvertretung für die Jugendlichen in der LdU und deren Umfeld zu gewährleisten . Außerdem möchten wir mit den Zielsetzungen in der Strategie den Organisationen eine Richtung zeigen . Deswegen wurde die Strategie auch mit aktiven Vertretern der Jugendlichen zustandegebracht . Die Muttersprache - also Deutsch - ist eines der wichtigsten Elemente der Identität . Man muss die Situation realistisch sehen : Nur sehr wenige Jugendliche haben Deutsch als Muttersprache zu Hause erlernt . Da die Mehrheit der Vertreter aus der Generation zwischen 20-40 Jahren aus geschichtlichen oder aus welchem Grund auch immer
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