MAIGHELSHÜTTE – UMBAU UND ERWEITERUNG
VON LEO CONDRAU, PROJEKTLEITER UMBAU UND SANIERUNG MAIGHELSHÜTTE
Ausgangslage: Seit dem Kauf der ehemaligen Maighelshütte im Jahre 1968 wurde die Hütte bereits zweimal aufgestockt. So entstand aus einem eingeschossigen Bau eine zweigeschossige SAC- Hütte und mit der nächsten Erweiterung im Jahre 1969 ein dreigeschossiges Gebäude. Bei all diesen Erweiterungen wurde darauf geachtet, ein in sich kompaktes und dem Terrain angepasstes Volumen zu schaffen. Die Grundformen waren stets schlicht und klar definiert. Beim letzten Umbau im Jahre 1998 wurde ein Anbau mit Küche und WC-Anlagen realisiert, welcher sich im Grundriss wie auch im Volumen vom Hauptgebäude in seiner Funktion und Wahrnehmung absetzt.
Bedarfsanalyse Bauvorhaben Maighelshütte SAC-Sektion Piz Terri
Bei Bauvorhaben schreibt das Hüttenreglement des SAC den Sektionen vor, eine Bedarfsanalyse zu Händen der zentralen Hüttenkommission zu erstellen. Dies als Entscheidungsgrundlage für die weitere Projektierung. Die Bedarfsanalyse soll insbesondere die hüttenspezifischen Chancen und Risiken als externe Faktoren, die Stärken und Schwächen als interne Faktoren im Sinne einer
SWOT-Analyse sowie die bestehenden Verhältnisse und deren Zukunftsprognosen auf Basis vorgegebener Aspekte durchleuchten. Diese Ana lyse hat eindeutig ergeben, dass eine Sanierung und Anpassung der Raumstruktur erforderlich ist, damit die Hütte den in Zukunft zu erwartenden Anforderungen genügt. Hinzu kommt, dass das heutige Hüttenwartpaar Bruno und Pia Honegger sich Gedanken über den Ruhestand macht.
Organisation, Vorgehen und Zeitplan Bauvorhaben
Der Vorstand der SAC-Sektion Piz Terri hat anlässlich seiner Sitzung vom 24. März 2015 eine Hüttenkommission Sanierung / Neubau Maighelshütte eingesetzt. Sie besteht aus dem Präsidenten( Arno Arpagaus) mit der Gesamtprojektleitung, dem Kassier( Guido Wieland), dem Hüttenverantwortlichen( Corsin Degonda), einem Fachmann( David Berther) und der Mitgliederverwalterin( Marlis Frei). Zum erweiterten Kreis gehört der Hüttenwart der Maighelshütte( Bruno Honegger). Im Auftrag des Vorstands als externer Projektbegleiter fungiert Leo Condrau, ehemaliger Präsident, welcher bereits am Umbau der Hütte 1998 beteiligt war.
Basis bildete ein Variantenstudium durch die Architekturabteilung der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur. Im Frühlingssemester 2016 wurde Studierenden der Auftrag erteilt, mögliche Varianten für eine Sanierung oder einen Neubau auszuarbeiten. Begleitet wurden sie durch die Architekten Marlen Gujan und Gian-Carlo Bosch, welche an der HTW Chur unterrichten. Beratend zur Seite standen zudem Architekt Ulrich Delang, der Bereichsleiter Hütten vom SAC-Zentralverband, und Detlef Horisberger, Architekt und Mitglied der zentralen Hüttenkommission des SAC sowie ehemaliger Architekturdozent der ZHAW.
Die Ergebnisse der HTW Chur liegen seit September 2016 vor. Sie bildeten die Grundlage für weitere Entscheidungen betreffend die Strategie Sanierung oder Neubau. Bevor dies nicht geklärt werden konnte, war die Ausarbeitung eines Zeitplanes nicht möglich. Ein Termin, der bereits heute fix steht, ist die Sanierung der Abwasseranlage bis spätestens 2019. Im Kontext einer Gesamtsanierung kann dieser Termin allerdings nach Rücksprache mit dem Kanton Graubünden verschoben werden. Ferner wurde ein Finanzrahmen für den Umbau festgelegt. Die geschätzten Umbaukosten werden auf rund CHF 1,5 Millionen geschätzt und sollen durch eigene Mittel, Subven-
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