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Denkmalpflege

Das Obermeisterhaus in Triesen wurde zur Blütezeit der Spoerryfabrik im Jahre 1902 gebaut und ist somit wesentlicher Bestandteil des Spoerry Areals in Triesen . Es hatte dazumals die Funktion als Wohngebäude für den Obermeister . Als Fabrikleiter war der Obermeister das Bindeglied zwischen der Fabrikantenfamilie und dem Betrieb bis zur Schliessung im Jahre 1982 . Das Fabrikgebäude gegenüber der Dorfstrasse wurde im Jahre 1996 in ein Dienstleistungszentrum umgenutzt . Bauliche Veränderungen und Restaurationen waren für diese Transformation unabdingbar . Zu einem solchen Zeitpunkt , nämlich einer ersten Idee zu einer baulichen Veränderung , kommt normalerweise die Denkmalpflege hinzu . Sie führt eine Anamnese durch und stellt daraufhin eine Diagnose aus . Aufgrund dieser Bestandeserhebung kann der Denkmalbeweis nachgewiesen werden , was zu einem Unterschutzstellungsantrag führt . Wichtig dabei zu erwähnen ist , dass der Eigentümer des Gebäudes und somit der Bauherr allein bestimmen kann , ob er sich für den Weg mit oder ohne denkmalpflegerische Intervention einlassen will . Das Obermeisterhaus in Triesen hat im Gegensatz zu dem Fabrikgebäude seit 1948 keine wesentlichen Umbauten mehr miterlebt . Seit mehreren Jahren ist das Gebäude schon unbewohnt und dem Zerfall gewidmet . Zurzeit befindet sich der Bau auf einer Liste für schützenswerte Bauten . Um das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu können , bräuchte es aber ein Projekt für eine bauliche Veränderung , um mit dem Prozess der praktischen Denkmalpflege beginnen zu können . Die Eigentümerin des Obermeisterhauses ist die Gemeinde Triesen . Es liegt in ihrer Hand , was mit dem Gebäude in Zukunft geschehen soll . Ein historisches Baukulturerbe ist das Obermeisterhaus in Triesen auf jeden Fall , denn das Spoerryareal erzählt Geschichte und das Obermeisterhaus ist Teil davon . Es ist ein Zeitzeuge der Industrialisierung des 19 . und 20 . Jahrhunderts in Liechtenstein . Des Weiteren verfügt die Bausubstanz über viele Qualitäten , wie zum Beispiel der wunderschöne Gewölbekeller , die getäfelten Wände und nicht zuletzt die alten , hochwertigen Riemenböden . Leider wurden im Laufe der Zeit diverse Eingriffe in die Gebäudestruktur unternommen , die aus heutiger Sicht unsorgfältig die Gebäudestruktur verändert haben . Hinzu kommt , dass mittlerweile diverse Schäden an der Baustruktur sichtbar werden . Um das Obermeisterhaus von einem weiteren Zerfall zu schützen , ist eine Restaurierung unabdingbar . Die Denkmalpflege würde dank ihren Unternehmungen einen wesentlichen Teil zur Erhaltung dieses Baukulturerbes beitragen und mit einer Unterschutzstellung untermauern .
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