MOTION | Página 8

01 01 Liebe auf den ersten bLicK Der erste „Kulturschock“ erfolgt, als Katrin für ein halbes Jahr nach Uganda reist, um dort in einem Waisenhaus einen Freiwilligendienst zu absolvieren. „Dann wusste ich aber, ich bin noch nicht vorbereitet für so eine Aufgabe, ich muss mich noch verändern und fester im Glauben werden.“ Nach vier Jahren habe sie gespürt, „dass es soweit ist.“ In der Zeit habe sie viel gebetet und letztlich „ein inneres Drängen“ gespürt. Katrin kündigt ihren Job und belegt Seminare an einer Schule in Lüdenscheid, die sie für Arbeitseinsätze im Ausland S schulen soll. Hier lernt sie ein Ehepaar kennen – sie ist Deutsche und er Naga, „also ein Einheimischer aus Nagaland“. Die beiden zeigen der jungen Frau Bilder von seiner Heimat. „Unter welchen Umständen die Menschen dort leben, hat mich sehr beeindruckt.“ Als Katrin 2011 mit dem befreundeten Ehepaar erstmals nach Nagaland reist, ist es Liebe auf den ersten Blick: „Ich wusste, dass es das richtige Land ist, in dem ich mich ein paar Jahre engagieren will.“ Vor allem die Armut der Menschen habe sie berührt. Die Straßen in den Städten sind 08 nicht geteert. In Slumgebieten leben überwiegend Einwanderer aus Bangladesch. Aber nicht nur in ärmeren Gegenden, auch zwischen den Häuserblöcken der Mittelschicht stehen Hütten aus bloßem Bambus. „Die ganze Familie lebt zusammen in nur einem Wohnraum, dessen Boden nur mit Erde bedeckt ist.“ Die Schere zwischen Arm und Reich könnte nicht deutlicher sichtbar sein. „Am Anfang war es sehr schwierig für mich, Armut und Reichtum dicht nebeneinander zu sehen.“ S 09