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02 02 Motion: Mit dem Wandel verschwimmen die Grenzen. Worin liegt der Unterschied zwischen Bloggern und Journalisten? Motion: Im Prinzip wollen Blogger und Journalisten das Gleiche: gelesen werden. Könnten Sie sich eine Kombination von Zeitung und Blog vorstellen? Diana Scholl: Ich sehe mich als beides. In meinem Studium lerne ich, eine gute Journalistin zu sein. Was ich blogge, ist natürlich kein Journalismus in dem Sinn. Bloggen ist persönlich und sehr subjektiv. Ich habe natürlich auch Beiträge, die recherchiert sind. Wenn ich über Kokosnussöl schreibe, dann kann ich nicht einfach sagen, es ist gut. Ich mache mir dann schon Gedanken, warum es gut ist. Und lese mir mehrere wissenschaftliche Beiträge dazu durch. So einen Beitrag könnte man schon als journalistischen Text bezeichnen. Tom Hörner: Der Blogger ist der klassische Kommentator. Journalismus ist für mich letztlich: Ich beschreibe den Menschen die Welt. Das ist der Kern. Wichtig ist, ich beschreibe – nicht ich sage – den Menschen, was sie von der Welt zu halten haben. Erst einmal kommt Information, dann Meinung. Wenn man immer nur seine Meinung betont, dann lässt man die anderen Sichtweisen unter den Tisch fallen. Die Leute sollen sich selbst ein Meinungsbild machen. Ich würde jetzt nicht grundsätzlich sagen, Journalisten sind keine Blogger oder Blogger sind keine Journalisten. Diana Scholl: Ich kann mir vorstellen, dass in Zukunft mehr Themen subjektiver behandelt werden. Natürlich braucht man einerseits die objektive Berichterstattung zu relevanten Themen im Tagesgeschehen. Die müssen gut recherchiert sein, müssen beide Seiten neutral beleuchten. Ich lese z. B. sehr gerne, wie eine Person zu etwas steht und was für Argumente und Ansichten sie mitbringt. Tom Hörner: Wenn es einen Blogger gibt, der sich wirklich für unser Medium interessiert und auch dazu passt – warum sollte man so jemanden dann nicht einkaufen? Nicht über die klassische Schiene als Redakteur, sondern: „Du hast tolle Texte. Wir kaufen und drucken sie.“ Das eine schließt das andere nicht aus. Diese Mischform wird noch sehr interessant werden. Mo