MISS-INTERPRETED BLOGAZIN 2015 & 2016 | Page 61

1. Es gibt zwei Wege mich kennen zu lernen. Entweder stößt man erst auf meinen Blog und lernt mich dann im Nachhinein auch persönlich kennen, oder andersrum- man trifft auf mich im real life und bekommt dann mit, dass es diesen Blog hier gibt. Und dann gibt es da die berühmte Frage“ Und über was bloggst du da so?”- Nach 5 Minuten Schweigen und 3 Ansätzen mit“ Ähm” und“ Ohh” kommt dann von mir irgendeine verschwommene Erklärung á la“ Na eigentlich über alles. Aber über ein paar Sachen halt auch nicht”. Ich habe also eigentlich gar keine Ahnung über was ich blogge und was für ein content morgen kommen wird. Ich habe keinen 3-Monatsplan, welche vorbereiteten Posts wann online gehen. Ich habe gar keine vorbereiteten Posts. Ich arbeite intuitiv und mache ausschließlich das, worauf ich Lust habe. Dumm für die Art von Leser, die einen Wert auf Absehbarkeit und Regularität legt.
2. Ich passe gar nicht in die Blogosphäre. Dafür ignoriere ich zu viele Trends und Hypes, benutze Social Media Kanäle zu differenziert und eigentlich bin ich allgemein nicht sozial genug veranlagt für den shit. Warum gibt es eigentlich Blogs? Drang sich mitzuteilen. Ein Euphemismus für Egozentrik. Es ist 2016 und die Menschen sind unheimlich egoistisch. 90 % der Menschen, die einen Blog haben, haben das doch nur angefangen um einen Ort zu haben, wo es sich nur um sie dreht. Ich bin da keine Ausnahme. Und trotzdem basiert der“ Erfolg” eines Blogs auf sozialen Status und likability; auf Reichweite, Likes und Followerzahlen. In der Schule haben wir uns noch beschwert, dass es unfair ist uns auf Zahlen zu reduzieren und jetzt loggen wir uns freiwillig bei Instagram ein und lassen genau das gleiche mit uns passieren?
3. Marketingtechnisch mache ich hier den größten Blödsinn. Ihr habt kein Gesicht hinter diesem Blog, mit dem ihr euch identifizieren könnt. Ich bin nicht cute oder relatable genug. Ich schreibe meistens zwischen Tür und Angel, proofreade so gegen 3 Uhr nachts und drücke dann aus mangelnder Geduld direkt auf“ Veröffentlichen”. Ich glaube ich muss niemanden erklären, dass das nicht die strategisch wertvollste Zeit ist um content zu posten. Aber darum geht es mir ja auch nicht.
4. Ich bin 19 Jahre alt. Zu jung um irgendetwas davon zu wissen, worum es im Leben geht oder um zu erzählen, was auf dieser Welt schief gelaufen ist. Wer will sich schon von mir etwas sagen lassen?
5. Ich liebe das Schreiben, das Layouten und selbst HTML Codes haben einen Platz in meinem Herzen gefunden. Und ich finde es unglaublich schön, dass dieser Blog es mir ermöglicht stetig an diesen Leidenschaften zu arbeiten und sie somit zu verbessern. Aber wirklich Beherrschen ist etwas anderes.