vorstellen mit jemanden eine gute Freundschaft zu führen, die leidenschaftlichen und intimen Seiten einer Beziehung auszukosten, und mich nicht ein bisschen zu verlieben.
One Night Stands. Zugegeben, keine Erfindung meiner Generation. Aber wir haben sie neu aufleben lassen; wir zelebrieren sie oder wir hassen sie. Manchmal auch beides. Dabei passt das One Night Stand zwar gut zu unseren Bindungsängsten, aber widerspricht unseren Vertrauensproblemen frontal. Neue Idee: Statt billig finde ich One Night Stands( insofern die Entscheidung nüchtern getroffen wurde) mutig. Sich hinzugeben an einen völlig Fremden, im Moment leben, kein over-thinking.
Nicht-Beziehung. Die Nicht-Beziehung ist das Zalando der Liebe. Der Rücksendeaufkleber klebt quasi schon drauf. Ja,“ Nicht-Beziehung” ist wirklich ein gängiger Begriff. Wusste ich auch nicht bis ich mich in einer ähnlichen Situation wieder gefunden habe und das Internet konsultiert habe. Heißt Freundschaft Plus, nur ohne Freundschaft und einem zusätzlichen Plus. Häh? Quasi ne Beziehung, die aber nicht als solche tituliert wird. Michael Nast hat es auf den Punkt gebracht: Wir alle haben Bindungsängste. Wir alle sehnen uns nach Liebe, nach Zuneigung und allen anderen Vorteilen einer Beziehung; aber wir haben Angst vorm Scheitern, vorm Enttäuschen oder vor Zurückweisung. Also begeben wir uns in Beziehungen ohne Labels. Denn wo kein Beziehungsstempel drauf klebt, da kann auch nicht Schluss gemacht werden. Da bleibt mir ein Notausgang und gleichzeitig ein Polster um mein Herz zu schützen. Hier geht es nicht um die Tragödie, wenn aus reinem Sex Gefühle entstehen, denn hier haben beide von Anfang an Gefühle; aber auch Angst. Und eine verdrehte Auffassung von Liebe. sind jeder Vierte in Deutschland. Wir sind 20 Millionen Egoisten. Wir sind gestresst, frei und ungebunden. Wir lieben unsere Möglichkeiten. Wir sind dämlich. Wir brauchen Apps um Nähe zu anderen Menschen herzustellen. Tinder wirbt mit der großen Liebe und wird von Leuten genutzt, die Liebe gar nicht mehr ertragen können. Ich habe nichts gegen Dating Plattformen, zumindest nicht in der Theorie. Sie ersetzen Schützenvereine, Altstadtfeste und die peinlichen, von Mutti arrangierten Dates mit dem nerdigen Typen taus der 13b. Ich habe etwas gegen die Idee von Liebe, die gegen Perfektion strebt. Ich habe etwas gegen eine Idee von Sex, die Angst vor der Liebe hat. Ich habe etwas gegen eine Form von Perfektion, die Normalität ausschließt. Meine Generation Meine Generation ist zu blöd, um sich zu verlieben. Nein, wahrscheinlich wird die Beziehung nicht für immer halten. Nein, die nächste hat bestimmt straffere Oberschenkel, größere Brüste, mehr Ehrgeiz oder stärkere Nerven. Uns wird die Masse an Möglichkeiten bewusst und unsere Gehirne trauen sich nicht mehr, Liebeshormone auszuschütten. Dabei ist die Lösung doch so einfach: Beide geben, beide vertrauen darauf, etwas zurückzubekommen. Schade nur, das wir verlernt haben zu Vertrauen. Wir sind kein Teil der Generation Eheverträge, wir sind die Generation Beziehungsunfähig. Und das Schlimmste ist, es kommt einem rational vor. Wie können wir es wagen uns zu verlieben, wenn der andere auch all diese Möglichkeiten sieht? Liebe gehört zu den größten und wichtigsten Dingen, die wir mit unserem Leben machen können. Wir müssten doch verrückt sein, uns an jemanden zu binden, der jederzeit gehen könnte. Wir schützen unsere Herzen. Wir sind zu blöd für die Liebe. Wir haben sie nicht verdient.
Tinder. Die Personifikation meiner Generation in App-Form. Wir sind gut ausgebildete Kommunikationsjunkies. Wir müssen improvisieren und haben den Willen, unser Leben gut zu gestalten- sagt Wikipedia. Wir