Leopoldina aktuell 3_2022 - Page 13

3 / 2022 // LEOPOLDINA / NEWSLETTER 13

COVID-19 und die Antoninische Pest

Tagung des Zentrums für Wissenschaftsforschung über Seuchen
Historische Aufnahme von einem Krankensaal in New Haven ( USA ) aus der Zeit der Spanischen Grippe 1918 / 19 .
Foto : Library of Congress | Rawpixel . com
Stipendienprogramm
Hilfe für Forschende aus der Ukraine
Um die ukrainische Wissenschaft weiterhin solidarisch zu unterstützen , hat die Leopoldina ihr Stipendienprogramm geöffnet : Für das Förderprogramm „ Leopoldina Distinguished Fellowship “ können sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der Ukraine bewerben , deren Laufbahn in der Forschung durch den Krieg gefährdet ist oder unterbrochen wurde .
Das Programm ermöglicht herausragenden promovierten Forschenden für zunächst ein Jahr die Bearbeitung eines eigenständigen Projektes in Deutschland bei gleichzeitiger Beibehaltung der Affiliation an einer ukrainischen Institution . ■ JK
Unter dem Titel „ Global , vernetzt und integrativ ? Perspektiven für die Seuchengeschichte “ widmet sich die Herbsttagung des Zentrums für Wissenschaftsforschung den gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen , die zur Benennung , Charakterisierung und Kommunikation von neu auftretenden Krankheiten betrieben werden und schließlich auch zu Gegenmaßnahmen führen .

Seuchen plagen Menschen seit Jahrtausenden . Umso wichtiger ist eine historisch vergleichende Perspektive : Was hat COVID-19 etwa mit der Antoninischen Pest zu tun ? Wie hat sich der Umgang mit infizierten Personen von der Frühen Neuzeit bis heute verändert ?

Diese in Pandemiezeiten hochaktuellen Fragen rückt die Herbsttagung des Zentrums für Wissenschaftsforschung in den Mittelpunkt . Die Tagung fragt nach den dynamischen Beziehungen zwischen Natur und Kultur in Bezug auf Pandemien . Darüber hinaus wird es darum gehen , welche Rolle Tiere im historischen Kontext bei der Ausbreitung von Seuchen spielten und ob sie auch bei der Entwicklung von Heilmitteln oder Impfstoffen herangezogen wurden .
Anfang des 20 . Jahrhunderts for- derte die Spanische Grippe Millionen Tote . Neue technische und medizinische Möglichkeiten zur Erkennung und Behandlung von Krankheiten konnten eine vergleichbare Opferzahl im Verlauf der Coronavirus-Pandemie bislang verhindern . Im Vergleich wird die Rolle der wissenschaftlichen Forschung und des Austauschs über Grenzen hinweg deutlich .
Die Herbsttagung bietet einen vielschichtigen Blick auf das Verhältnis von Kultur und Krankheiten in historischer Perspektive und ergänzt damit aus historischer Sicht auch das Thema der Jahresversammlung „ Global Health “.
„ Unsere Tagung bietet eine historische Hintergrundfolie und vielleicht sogar Orientierungswissen , die der aktuellen Debatte helfen können , nicht nur weitere Perspektiven zu erschließen , sondern auch Pfadabhängigkeiten sowie Entwicklungswege zu verstehen “, erläutert Heiner Fangerau ML das Anliegen . Zusammen mit Alfons Labisch ML hat der Medizinhistoriker die Tagung organisiert .
■ RST , LBE
Herbsttagung „ Seuchengeschichte “
Greve-Preis
Leopoldina Ukraine Distinguished Fellowship
Neue Auszeichnung der Leopoldina
In diesem Jahr hat die Leopoldina gemeinsam mit der Hamburgischen Stiftung für Wissenschaften , Entwicklung und Kultur Helmut und Hannelore Greve erstmals den Greve-Preis der Nationalen Akademie der Wissenschaften ausgeschrieben . Für die mit 250.000 Euro dotierte Auszeichnung wurden zahlreiche herausragende Forschungsleistungen aus dem Bereich „ Naturwissenschaftliche Grundlagen einer nachhaltigen Energieversorgung “ nominiert . Die Bekanntgabe der Preisträger erfolgt im Oktober , die Preisverleihung findet am Donnerstag , 17 . November , im Rathaus der Freien und Hansestadt Hamburg statt .
■ ART
Greve-Preis 2022