Kulturführer Mitteleuropa 2020 - Page 3

VORWORT »Europäische Erinnerungskultur in den Mittelpunkt stellen« Seit 25 Jahren ist Österreich Teil des Frie- densprojekts Europäische Union. Dass Frieden nicht selbstverständlich ist, haben uns in Eu- ropa die schrecklichen Verbrechen unter tota- litären Regimen des 20. Jahrhunderts gezeigt. Populistische Tendenzen und rassistische Aus- grenzung,  Hass und Hetze aufgrund von »An- derssein« – sei es aufgrund von ethnischer oder religiöser Zugehörigkeit, wegen einer Behin- derung oder wegen sexueller Orientierung – all das spüren wir auch heute. Ebenso hat der  Kampf um Gleichberech- tigung, den mutige Frauen Anfang des 20. Jahrhunderts begonnen haben, nach wie vor höchste Relevanz. Der Kulturführer Mitteleuropa 2020 zum Thema Heldinnen und Helden von gestern ver- sucht den Begriff des Helden- tums von unterschiedlichen Perspektiven zu beleuchten. Wer waren diese widersprüch- lichen, umstrittenen oder auch faszinierenden »Heldin- nen und Helden« von damals, die unsere Ge- genwart so eindringlich beeinflusst haben? An wen erinnern wir uns und wen haben wir be- reits vergessen? Was verraten uns die Gesichter der Vergangenheit über die Zukunft? All diese Fragen müssen wir uns stellen, wenn es um die Konstruktion eines kollektiven europäischen Gedächtnisses geht. Es ist wichtig, dass sich die Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union mit der gemein- samen Europäischen Geschichte auseinander- setzen und diese kritisch reflektieren. EU-För- derprogramme wie Creative Europe oder Europe for Citizens ermöglichen dies, indem EU-Bür- gerinnen und Bürger ermutigt werden, sich zu engagieren, gemeinsam kreativ zu werden und über bereits Vergangenes, aber auch Zukünfti- ges zu diskutieren. Seit 1996 wurden im Rahmen dieser Programme über 400 Projekte in ganz Österreich umgesetzt und mit rund 70 Mio. Euro EU-Mitteln gefördert. Einige dieser Projekte werden in die- ser Ausgabe auch anschaulich präsentiert. Der Kulturführer Mitteleuro- pa 2020 trägt wesentlich dazu bei, Initiativen und Projekte, welche die europäische Er- innerungskultur in den Mit- telpunkt stellen, sichtbarer zu machen. Ich möchte mich in diesem Sinne bei all jenen Menschen bedanken, die heute einen Beitrag dazu leisten, dass unsere gemeinsame europä- ische Geschichte nicht in Vergessenheit gerät, denn nur so können wir daraus lernen und un- sere Zukunft bestmöglich gestalten. Mag. a Ulrike Lunacek Staatssekretärin für Kunst und Kultur InfoEuropa 3