KEYnote 38 Deutsch - Ausgabe Herbst 2019 - Page 10

S E C U R I T Y IP Protection für Additive Manufacturing In den vergangenen Jahren hat sich der 3D-Druck von einem elitären Spielzeug zu einer Zukunftstechnologie für die Industrie entwickelt. Bauteile verschiedenster Materialien können direkt vor Ort in Unternehmen „just in time“ gedruckt werden. Eine Vielzahl von internationalen Herstellern bietet heute im Bereich der additiven Produktionsverfahren Geräte an, beispielsweise zum Druck von Vorserienteilen oder Ersatzteilen. Obwohl sich der reine Druckprozess auf den ersten Blick vielleicht einfach darstellt, ist er technisch extrem anspruchsvoll und heute noch sehr kostenintensiv. Doch diese Herausforderungen werden mit der Zeit wie bei so vielen Zukunftstechnologien gelöst, um dann als Standard in der Industrie Verwendung zu finden. CAD Software CAD file OEM Software 3D file Producer/Designer Wo geht es hin? Die Zielvorstellung vieler Industrieunternehmen ist, zukünftig auch Serienteile Dritter im eigenen Hause produzieren zu können, um flexibel und ohne aufwändige Logistikketten auf die jeweilige Marktnachfrage reagieren zu können. Doch genau hier liegt abseits der wichtigen technischen Herausforderungen ein ganz wich- tiger Punkt auf dem Weg zur Realisierung dieser Vorstellung, den es frühzeitig zu berück- sichtigen gilt: Wer darf wann, wo und wie oft auf die Objektdaten zugreifen? Man benötigt somit ein System zum Schutz der zugrundelie- 10 OEM Software Prepress Print job Printer Printer Wer sind die Player? gleichzeitig eine Möglichkeit zu haben, die Anzahl der gedruckten Teile zu überwachen, unabhängig davon, wann und wo auf der Welt diese gedruckt werden. Betrachtet man die Kette von der digitalen Erstellung eines Objekts bis hin zum eigent- lichen Druck, so finden sich verschiedene von- einander unabhängige Stakeholder. Zu Beginn steht der Designer des Objekts, der mithilfe einer geeigneten Software das 3D-Modell des Ersatzteils (z.B. eine Armlehne eines Sitzes) erstellt. Sein Interesse ist, die Blaupause des Objektes gegen Diebstahl zu schützen und Bevor das Objekt überhaupt gedruckt werden kann, müssen die Daten aber noch in ver- schiedenster Form aufbereitet werden. Dazu müssen die 3D-Objektdaten in Schichtmodelle umgewandelt werden, da der Drucker das Material scheibchenweise aufträgt. Ebenso müssen die Materialeigenschaften (Kunststoff, Metall, usw.) berücksichtigt werden, die sich genden Objektdaten und zur Monetarisierung des gedruckten Werkstücks.