KEYnote 36 Deutsch - Ausgabe Herbst 2018 - Page 9

Aufbau der Systeme Ein TMR-Verbund besteht insgesamt aus fünf Servern, die man in der Regel als virtuelle Maschinen betreibt. Als Schnittstelle zu den Clients wird ein zweifach vorhandener TMR-Server bereitgestellt, der von den Clients unter einer virtuellen IP-Adresse erreicht werden kann. Der TMR-Server baut die virtuellen CmContainer und die darin befindlichen TMR-Lizenzen auf Basis der CmContainer an den drei nachgelagerten CodeMeter-Servern auf. Virtuelle IP-Adresse Im Firmennetz ist der TMR-Verbund unter einer einzigen, virtuellen IP-Adresse erreichbar. Über die virtuelle IP-Adresse werden alle Anfragen an den aktiven TMR-Server geleitet. Dieser hat beim Start der Netzwerkinfrastruktur, also dem Switch, mitgeteilt, dass er neben seiner eigenen IP-Adresse auch die Pakete von der festen, virtuellen IP-Adresse empfangen möchte. Der nicht-aktive TMR-Server überwacht als pas- siver TMR-Server die Verfügbarkeit des aktiven TMR-Servers über eine Keep-Alive-Prüfung. Sobald der aktive TMR-Server nicht mehr erreichbar ist, teilt der bislang passive TMR- Server der Infrastruktur mit, dass er ab sofort die Pakete der virtuellen IP-Adresse empfangen möchte und übernimmt nahtlos die Rolle des aktiven TMR-Servers. Aktiv und Passiv Dazu ist es notwendig, dass der passive TMR-Server stets über den aktuellen Zustand des aktiven TMR-Servers informiert ist. Daher schickt der aktive TMR-Server immer sofort alle Veränderungen seines Zustands an den passiven Partner. Das sind die Konfiguration des Systems selbst inklusive der konfigurierten virtuellen CmContainer, der aktuellen Lizenz- belegung sowie aller Handles, die an den nach- gelagerten CodeMeter-Servern belegt sind. Systembedingt kommt es bei einer solchen Umschaltung aufgrund eines Fehlers oder auch wegen Wartungsarbeiten zu einer kurzen Unterbrechung von wenigen Sekunden und ggf. zu einzelnen Paketverlusten. Linux TMR-Server Der auf dem TMR-Server laufende TMR-Dienst ist eine komplette Neuentwicklung, die ein- gehende CodeMeter API-Calls kompatibel bis hin zur ersten CodeMeter-Version mit Universal Firm Code, der Version 6.10, unterstützt. Das System ist ein originales Debian-Betriebssystem, auf das dann frei verfügbare Softwarepakete sowie der TMR-Dienst aufgespielt werden. Hinter den beiden TMR-Servern laufen drei nachgelagerte CodeMeter-Server, die entweder unter Linux oder Windows betrieben werden können. Nach minimalen Änderungen an der CodeMeter-Konfiguration auf diesen Servern stehen die CodeMeter-Lizenzen nur noch den beiden TMR-Servern zur Verfügung; eine direkte Nutzung durch einen Client ist unterbunden. Businessprozesse oder dem darauf aufsetzenden Kommandozei- lenwerkzeug CmBoxPgm programmiert wer- den. Hierbei muss man die oben beschriebene TMR-Id selbst vergeben. Ab Frühjahr 2019 wird die CodeMeter License Central eine einfache Integration in Ihre Businesspro- zesse ermöglichen. Diese wird dann auch Mechanismen zum sauberen Ersetzen von einzelnen CmContainern bereitstellen, zum Beispiel nach Defekt einer Hardware und dem anschließenden Ersatz eines CodeMeter-Servers. Gleichzeitig wird die Software am TMR-Server für die nächste Version erweitert, so dass eine Lizenzanfrage-Datei für den ganzen Verbund erzeugt wird, in der die einzelnen Kontext-Dateien eingepackt sind. Auf gleiche Art gelieferte Update-Dateien werden ausgepackt und nach- einander auf die nachgelagerten CodeMeter- Server eingespielt. Damit wird ein perfektes Zusammenspiel von CodeMeter License Central und TMR-Verbund möglich – und dies unter Verwendung der gleichen Abläufe wie bei einem einzelnen CodeMeter-Server. Auf Softwarehersteller kommen höchstens kleine Anpassungen in der Aktivierungssoftware zu. Lizenzierung Das TMR-Paket kann ab November 2018 in der ersten Version bei Wibu-Systems lizenziert werden. Die Abrechnung erfolgt pro instal- liertem TMR-Verbund in einem Subskriptions- modell. Zunächst können die TMR-Lizenzen unter eigener Verwaltung mit dem High Level Programming-API Client CodeMeter Kommunikation TMR-Server A CodeMeter Kommunikation Failover TMR-Verbund Im Fehlerfall Übernahme von vIP Replication Client Client Client TMR-Server B Client 9