JB2021 | Page 28

Mittels implantierter Sonde , die Impulse an den Körper abgibt , können Schmerzen wirksam bekämpft werden .
Medizin und Pflege
Speising in Bewegung – Jahresbericht 2021
Medizin und Pflege

Wirbelsäulensonde bekämpft Schmerzen mit elektrischen Impulsen

Mittels implantierter Sonde , die Impulse an den Körper abgibt , können Schmerzen wirksam bekämpft werden .

Im Orthopädischen Spital Speising wurde im Berichtszeitraum eine spezielle Methode bei der Behandlung von Schmerzen am Bewegungsapparat eingesetzt : die hochfrequente Rückenmarksstimulation mittels einer implantierten Sonde .
Die Sonde gibt dabei regelmäßig Impulse ab , die das Schmerzgeschehen gezielt reduzieren können . Angewandt wird diese Methode strikt bei Patient * innen , die weitgehend als ‚ austherapiert ‘ gelten , erläutert OA Dr . Klaus-Peter Guglia vom Wirbelsäulenzentrum in Speising : „ Es gibt leider immer eine gewisse Anzahl an Patient * in nen , die nach Ausschöpfung vieler bekannter medikamentöser , multimodaler und chirurgischer Verfahren weiterhin Schmerzen empfinden . Hier ist der Einsatz der Sonde ein gangbarer Weg , um den Patient * innen wieder ein schmerzreduziertes Leben zu ermöglichen .“
Diese hochfrequente Rückenmarksstimulation mittels Sonde ist weltweit bereits an spezifischen Zentren gut bekannt ; das Orthopädische Spital Speising hat diese Methode 2021 etabliert .
Anwendbar bei neuropathischen Beschwerden
OA Dr . Guglia erklärt das genaue Einsatzgebiet : „ Anwendbar ist die Therapie bei Schmerzen oft unspezifischer Genese , die mit neuropathischen Beschwerden kombiniert sind , also unangenehmen Gefühlsstörungen , Kribbeln , Ameisenlaufen – sowohl an den unteren als auch den oberen Extremitäten .
Die Indikation für eine derartige Operation muss aber sehr streng gestellt werden und wird nur durch unser orthopädisch-neurochirurgisches Team mit OA Dr . Nazem Atassi und mir entschieden .“
Die Sonde wird im Rahmen einer kleinen Operation an bestimmten Stellen zwischen den Rückenmarkshäuten in den Wirbelkanal implantiert . Zunächst erhält die * der Patient * in für zwei Wochen einen Teststimulator , der hochfrequente elektrische Impulse unterschiedlicher Art und Dauer abgibt . Die * Der Patient * in führt dabei ein Schmerztagebuch , in dem notiert wird , welche Impulsprogramme am besten den Schmerz reduzieren .
Nach dieser Testphase wird in einer zweiten Operation der eigentliche Stimulator – mit der Größe eines Herzschrittmachers vergleichbar – unter die Haut eingesetzt . Dieser gibt , je nach individueller Einstellung , die wirksam beschriebenen Impulse ab . Die existierende medikamentöse Schmerztherapie kann darauf in den folgenden Monaten entsprechend reduziert werden . Die * Der Patient * in erhält nach der Operation eine Fernsteuerung und ein Ladegerät , mit dem der Stimulator regelmäßig aufgeladen und bei Bedarf moduliert werden kann .
Sehr gute Ergebnisse
Eine internationale Studie aus dem Jahr 2019 unter 1.660 Patient * innen weist eine Zufriedenheit mit dieser Behandlungsart von über 90 Prozent aus .
– 28 –