Medizin und Pflege
Speising in Bewegung – Jahresbericht 2021
Medizin und Pflege
Zellen , die selbst kleben : Neue OP-Methode bei Knorpelschäden im Knie
Bei Knorpelschäden im Knie setzt Speising auf eine innovative OP-Methode auf Basis der „ Schlüsselloch-Chirurgie “. Im Zentrum stehen dabei gezüchtete Zellen , die selbstklebend sind .
Übergewicht , zu extensiver Sport , aber auch Beinfehlstellungen wie X- oder O-Beine können längerfristig zu Knorpelschäden im Knie führen . Auch Sportverletzungen und Unfälle können solche lokale Beschädigungen verursachen . „ Ein Knorpelschaden heilt leider nicht von alleine aus , sondern muss behandelt werden . Auch deswegen , weil sonst eine Arthrose entstehen kann “, sagt OA Priv . -Doz . DDr . Christian Albrecht , MBA . Im Orthopädischen Spital Speising wurde das erste Mal in Österreich eine neue Methode angewandt , um solcherart Knorpelschäden zu behandeln : die arthroskopische autologe Knorpelzelltransplantation ( Markenname : „ Spherox “). Geeignet für diese Methode sind Patient * innen zwischen 18 und 50 Jahren mit einem isolierten Knorpelschaden im Knie . Bereits 2019 wurde vereinzelt mit der Umsetzung dieser Technik begonnen . Mittlerweile liegen international genügend Erfahrungen und wissenschaftliche Daten vor , die belegen , dass die Methode höchst sicher und effektiv ist und die Zufriedenheit der P atient * innen sehr hoch ist .
Nur „ durchs Schlüsselloch “ statt einer großen OP
„ Die Technik gab es bislang als große , offene Operation , im Rahmen derer das Knie breit geöffnet wurde , um das Knorpelzelltransplantat einzubringen und den Knorpelschaden zu reparieren . Wir haben dies österreichweit erstmals mit selbsthaftenden Zellkügelchen arthroskopisch durchführen können “, führt OA Priv . -Doz . DDr . Albrecht , MBA aus .
Zwei Eingriffe sind dazu nötig : Bei der ersten Operation werden arthroskopisch winzige Knorpelstücke aus einem unbeschädigten Areal des Kniegelenks entnommen . Diese werden fünf bis sechs Wochen lang in patient * inneneigenem Blut gezüchtet . Somit bilden sich weitere Zellen aus . Und eben diese neuen Zellen können – ebenfalls nur durch eine Arthroskopie – in einer zweiten Operation am beschädigten Teil des Knies angebracht werden .
Selbsthaftende Spheroide sind der Schlüssel
Das Besondere dabei ist , dass mittels eines neuen Verfahrens („ Sphäroidtechnologie “) die Zellen in einer körpereigenen Matrix verpackt werden . Die dadurch entstehenden Zellkügelchen ( Sphäroide ) können selbstständig am Knorpeldefekt haften und während der zweiten OP ohne fremdes , künstliches Material an der defekten Stelle angebracht werden . Auch „ versteckte “, nicht leicht zugängliche Knorpelschäden können mit der arthroskopischen Methode problemlos erreicht werden .
Nicht nur das Fehlen eines künstlichen Trägermaterials ist bei dieser Methode vorteilhaft . Die Pluspunkte sind wie bei jeder Arthroskopie zu sehen : Die Operationen sind kürzer , das Trauma während der OP – also Blutverlust , Verletzungen – geringer und die * der Patient * in kann rascher wieder mobilisiert werden . Harte Fakten belegen das : Die Aufenthaltsdauer für die Patient * innen verkürzt sich auf nur eine Nacht ; im Vergleich zu drei bis fünf Nächte bei der herkömmlichen , „ offenen “ Operation .
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