Israel wird 70
In diesem Jahr feiert Israel seinen 70ten Geburtstag.
Ich möchte gar nicht lange herum reden: Man kann nicht
behaupten, dass ich Israel gleichgültig gegenüberstehe. Ganz im
Gegenteil.
Die Gründung des Staates im Jahre 1948; die
Wahrwerdung seiner anvisierten Rolle als Heimat und
sicherer Hafen für Juden aus aller Welt; seine bedingungslose
Umsetzung von Demokratie und Rechtsstaatlichkeit; und
seine beeindruckenden wissenschaftlichen, kulturellen und
wirtschaftlichen Erfolge sind Errungenschaften, von denen ich
nicht zu träumen gewagt hätte.
Über Jahrhunderte haben Juden rund um die Welt für eine
Rückkehr nach Zion gebetet. Wir sind die Glücklichen, für die
diese Gebete endlich erfüllt wurden. Ich bin dankbar, Zeuge
dieser außergewöhnlichen Periode jüdischer Selbstbestimmung
in der jüdischen Geschichte sein zu dürfen, in der wir – wie es
in der israelischen Nationalhymne Hatikva heißt - „ein freies
Volk, in unserem Land, im Lande Zion und in Jerusalem“ sind.
Bedenkt man zusätzlich, dass all dies nicht etwa im
Mittleren Westen, sondern im Nahen Osten stattgefunden
hat, wo Israels Nachbarländer vom ersten Tag an entschlossen
gezeigt haben, den jüdischen Staat mit allen ihnen zur
Verfügung stehenden Mitteln zu zerstören – von militärischen
Großoffensiven bis zu Abnutzungskriegen; von diplomatischer
Isolation zu internationale Delegitimierung; von primären
über sekundären zu tertiären Boykotten; und von Terrorismus
bis zur Verbreitung von Antisemitismus, der allzu oft in
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