High Impact Business Agility - Page 5

high impact business agility DIANA LARSEN Diana Larsen is a co-founder and principal mentor at the Agile Fluency® Project. Diana co-authored the books Agile Retrospectives: Making Good Teams Great; Liftoff: Start and Sustain Successful Agile Teams; Five Rules for Accelerated Learning. She co-originated the Agile Fluency model and eBook, The Agile Fluency Model: A Brief Guide to Success with Agile. For 20+ years, she guided Agile transitions for FutureWorks Consulting. Through Agile Fluency Project’s programs for training, mentoring, and supporting agile coaches and consultants, Diana shares the wisdom she has gained in over 30 years of working with leaders, teams, and organizations. WG: Woran erkenne ich ein produktives Team? D: Produktive Teams liefern wertvolle Ergebnisse. Das ist eine weitere Möglichkeit, ein produktives Team zu erkennen. Meine Definition von „wertvollem Ergebnis“ ist: Der Kunde will es haben, er nimmt es, er benutzt es, er gibt uns dafür etwas im Gegenzug. Das alles passiert unter Berücksichtigung der Geschäftsziele und in einem angemessenen Zeitrahmen. Außerdem ist es wichtig, dass das Ergebnis einfach betrieben und supported werden kann. Ich glaube nicht, dass etwas wertvoll ist, wenn man später immens viel Zeit in Korrekturen oder Support stecken muss. Dadurch kommt der DevOps-Aspekt hinein. Und das führt dann dazu, dass die Teammitglieder bereit und willens sind, die nächste Auslieferung zu machen. Bevor wir diesen Blick darauf hatten, gab es früher die sogenannten Todesmarsch-Projekte. Und das Problem mit diesen Projekten ist, dass am Ende alle im übertragenen Sinne tot sind: Sie sind ausgelaugt und nicht bereit für die nächste Herausforderung. Das ist aus meiner Sicht kein „high-value deliverable“ weil es das nächste Produkt, an dem wir arbeiten wollen, beeinträchtigt. Also wollen wir, dass das aktuelle Produkt auf eine Art gebaut wird, die die Teammitglieder bereit und begierig auf den nächsten Schritt macht. WG: Gibt es denn Beispiele für gute Ansätze hin zu produktiven Teams? D: Google hat dazu ein Forschungsprojekt gemacht [Rozovski2015]. Sie haben die fünf wichtigsten Eigenschaften gefunden, die ein Team beeinflussen. Über psychologische Sicherheit haben schon viele gesprochen. Wesentlich dabei ist, ob wir uns durch das Team so unterstützt fühlen, dass wir auch bereit sind Dinge zu tun, bei denen wir ein gewisses Risiko eingehen. Sich gegenseitig aufeinander verlassen ist die zweite Eigenschaft. Haben wir eine gemeinsame Sicht darauf, wie wir die Arbeit erledigen, und bringen alle ihr Bestes ein? Als Drittes brauchen wir Struktur und Klarheit über unsere Ziele und wie wir Pläne umsetzen. Ist unsere Arbeit sinnstiftend? Bin ich am Ende stolz auf das, was ich geschaffen habe? Und beim letzten Punkt geht es um die Wirkung: Hat das, was wir machen, für irgendjemanden Bedeutung? Und wahrscheinlich ist es eine gute Idee, von Zeit zu Zeit in einer Retrospektive das Team zu fragen, wie wir bei diesen fünf Eigenschaften stehen und was wir tun wollen, um diese zu verbessern. WG: Das ist ja eine auf die Statik des Team eingeschränkte Sicht. Meiner Erfahrung nach sind Teams aber dynamisch und auch äußeren Einflüssen ausgesetzt. D: Eine wichtige Eigenschaft von Teams ist ja, dass sie komplexe, adaptive Systeme sind. Wenn man 34 agile review Sonderausgabe 2020