Goldilocks [ UNITE ] Banken & FinTechs 2020 - Page 54

Wichtige
Schlussfolgerungen



01

Die Zahl der FinTech-Neugründungen sinkt. Etablierte Player wie N26 oder Wefox werden durch höhere Investitionssummen immer stärker.

02

PSD2 treibt den Open-Banking-Trend: Mehr und mehr FinTechs bieten White-Label-Lösungen an und die Zahl der Kooperationen mit branchenfremden Unternehmen steigt. Dies geht einher mit vielen Innovationen rund um die Konnektivität von Ökosystemen und den dafür benötigten digitalen Infrastrukturen .

03

BigTechs zeigen immer stärkere Aktivitäten im deutschen Finanzmarkt. Den US-amerikanischen Tech-Riesen werden chinesische Anbieter wie Alibaba und Tencent folgen.

04

Banken und Sparkassen reagieren auf das veränderte Marktumfeld unterschiedlich, zum Großteil jedoch mit Kooperationen, Investments in FinTechs und mit In-house Innovationen.

05

Der Bereich Consumer Finance ist ein wachstumsstarker und profitabler Markt im Bankensektor. FinTechs und BigTechs zeigen hier großes Interesse und verstärken ihr Engagement.


MARKTENTWICKLUNG

Der deutsche FinTech-Markt ist langsam gesättigt, die Neugründungen gehen seit einigen Jahren zurück. Die Investitionssummen in große, etablierte FinTechs erreichen dafür jedes Jahr ein neues Rekordhoch. Besonders interessant dabei: Die Finanzierungs-summen übersteigen bei weitem das Innovationsbudget vieler Banken und Sparkassen. Langfristig müssen sich die traditionellen Marktteilnehmer also fragen, wie sie mit diesen Budgets, die in die Entwicklung neuer innovativer Lösungen fließen, mithalten wollen.

Angemessene Reaktionen auf diese Entwicklung werden vor allem notwendig, da neben den FinTechs auch BigTechs aus den USA und China immer stärker in den deutschen Bankensektor eindringen. Innerhalb der Hierarchien-Landschaften der Banken und Sparkassen müssen neue und schnellere Wege gefunden werden, Innovationen umzusetzen.


Hierfür ist der Mut gefordert, auch ins Risiko zu gehen, um echte Innovationen zu produzieren und seinen Kunden zur Verfügung zu stellen.


KOOPERATIONEN

Banken und Sparkassen reagieren auf das veränderte Marktumfeld unterschiedlich. FinTechs werden meist nicht mehr als Konkurrenz, sondern als strategische Partner wahrgenommen.

Ausgesuchte FinTechs werden dabei stärker in die Wertschöpfung der Banken integriert. Dies geschieht über Kooperationen, Investments oder In-house Innovationen. Strategische Partnerschaften sind insbesondere im Zuge der Umsetzung von PSD2 wichtig. Daher beginnen viele Banken, Banking-Ökosysteme aufzubauen. Diese Entwicklung wird die Bankenlandschaft stark verändern, denn die Plattform-Ökonomie folgt dem Ansatz „The winner takes it all“. Banken und Dienstleister könnten ihren Rang verlieren und zum reinen Infrastrukturprovider für einige wenige Ökosysteme werden. Die direkte Kundenschnittstelle ginge dabei verloren.

CONSUMER FINANCE

Im Bereich Consumer Finance halten die Banken und Sparkassen zurzeit noch eine direkte Kundenschnittstelle in einem wachsenden und profitablen Markt. Doch der Wettbewerb wird immer digitaler und zusätzlich durch FinTechs und Vergleichsportale verschärft. Auch BigTechs versuchen durch Payment-Lösungen in den Consumer-Finance-Markt zu gelangen.

Abschluss



Banken und Sparkassen werden in Zukunft mehr denn je um die Kundenschnittstellen kämpfen müssen. Ihre Aktivitäten müssen dabei über schlichte Kooperationen hinausgehen. Ein eigenes Ökosystem muss das Ziel sein. Hier sollten nicht allein klassische Finanzdienstleistungen, sondern auch bankennahe Produkte und Services abgebildet werden. Ansonsten werden insbesondere die BigTechs immer stärker die Kundenschnittstelle einfordern. Und Challenger Banken wie N26 oder bald auch Check24 werden weiterhin digital-affine Kunden für sich gewinnen und langfristig an sich binden.