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Publikationsbeiträge
Arbeitsgruppe »Energiewende und Energieeffizienz«
Energieeffizienz und Klimaschutz durch Technologie- und Wissenstransfer
zwischen Deutschland und Mexiko
Dr.-Ing. Marko Burkhardt
Brandenburgische Technische Universität Cottbus, Lehrstuhl Abfallwirtschaft
D
er globalen Klimaveränderung kann nur mit einer grenzübergreifenden, interna-
tionalen Zusammenarbeit begegnet werden. Energieeffizienz, Ressourcenschutz
und Emissionsminderung müssen dabei im Vordergrund stehen. Die Zusammen-
arbeit der BTU Cottbus/LS Abfallwirtschaft mit Forschungseinrichtungen und Industrie-
partnern der Länder Brasilien, China, Mexiko, Vietnam und Äthiopien in den vergange-
nen zehn Jahren hat gezeigt, dass gerade in den Entwicklungs- und Schwellenländern
ein immenses Einspar- und Verbesserungspotenzial vorliegt.
Das hier vorgestellte Projekt soll als Beispiel für die binationale Kooperation zwischen
Forschern und Industriepartnern aus Deutschland und dem Entwicklungs- bzw. Schwel-
lenland stehen. Ziel ist der Technologie- und Wissenstransfer im Bereich der erneuerba-
ren Energien unter Anbindung an die Abfallbehandlung und Emissionsminderung. Es
wird die Art der Zusammenarbeit von der Idee bis zur Realisierung vor Ort am Beispiel
eines Projektes in Mexiko/Queretaro beschrieben. Es diente bereits als Vorlage für eine
Wiederholung in anderen Ländern.
Zur Durchführung des Forschungsprojektes haben sich Forscher der BTU Cottbus am
LS Abfallwirtschaft, das mexikanische Forschungsinstitut Centro de Investigación y Des-
arrollo Tecnológico en Electroquímica (cideteq) und das Unternehmen Pilgrims Pride, der
regional größte Geflügelverwertungsbetrieb (1.530.000 Hühnerschlachtungen pro Wo-
che!), zusammengeschlossen, um einen beiderseitigen Austausch an Wissen, Methoden
und Techniken zwischen beiden Nationen zu ermöglichen. Ziel war es, herkömmliche
fossile Energieträger durch Biogas, hergestellt aus Abfällen industrieller Prozesse bzw.
aus Siedlungsabfällen, zu ersetzen. Im Ergebnis ist erfolgreich der Transfer eines Verfah-
rens zur Behandlung von organischen Abfällen in die Praxis gelungen. Fossile Energie-
träger wurden zu einem Großteil durch erneuerbare ersetzt. Unkontrollierte Emissionen
in den Boden und in die Atmosphäre und der damit verbundene Klimaeinfluss wurden
minimiert.
Die Kontaktaufnahme erfolgte im Rahmen von Gastvorträgen und Workshops an der
mexikanischen Universität UNAM, an denen auch Unternehmen teilnehmen konnten.
Es stellte sich heraus, dass das Ziel der Energieeffizienz bzw. des Klimaschutzes für Un-
ternehmen häufig nicht fassbar, vordergründig und nicht wirtschaftlich ist. Es ist nicht
verwunderlich, dass ein Interesse erst dadurch bestand, wenn diese Anreize mit Kosten
einsparungen für das Unternehmen verbunden sind. Ein gutes Beispiel eines Anreizes
ist die Abfallbehandlung unter Biogaserzeugung, die direkt die unternehmensinternen
Energieversorgung ermöglicht.
Der Wissenstransfer des in Deutschland entwickelten Biogasverfahrens erfolgte durch
die Förderung des DAAD im Rahmen eines Forschungsaufenthaltes von Frau Violeta
Bravo de Sepúlveda in Zusammenarbeit mit dem LS Abfallwirtschaft der BTU Cottbus.
Die Mexikanerin hatte bereits den Studiengang »Environmental and Ressource Manage-
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