Meine OM SYSTEM Ausrüstung für die Wildlife- und Vogelfotografie – und warum ich lieber besondere Momente sammle als unnötige Kilos.
Text & Fotos: Henrik Karlsson
E s ist kurz nach Sonnenaufgang. Über der Wiese liegt
MEINE AUSRÜSTUNG
Kamera: OM SYSTEM OM-1 Mark II( leichte Alternative: OM-5 Mark II)
Objektive: M. Zuiko 150 – 600mm F5.0 – 6.3 IS
100 – 400mm F5.0 – 6.3 IS II, 300mm F4 IS PRO noch leichter Nebel, die ersten Vögel beginnen zu singen. Irgendwo zwischen den Bäumen höre ich einen Specht. Ich bleibe stehen, lausche und entdecke schließlich eine Bewegung im Geäst. Jetzt zählt jede Sekunde. Kamera hoch, Motiv erfassen, fokussieren. Ein kurzer Moment, ein paar Aufnahmen – und schon ist der Vogel wieder verschwunden. Genau das liebe ich an der Wildlife-Fotografie: Man weiß nie, was einen erwartet. Jeder Ausflug ist anders, jede Begegnung einzigartig. Was ich dabei gelernt habe? Die beste Ausrüstung ist nicht unbedingt die größte oder schwerste. Sondern die, die ich gerne mitnehme und im entscheidenden Moment schnell einsetzen kann. Ich setze bei meinen Fototouren auf OM SYSTEM. Ich zeige dir, was in meinen idealen Fotorucksack gehört und wie ich meine Ausrüstung je nach Motiv zusammenstelle.
Mein wichtigster Begleiter: OM SYSTEM OM-1 Mark II Bei der Vogelfotografie gibt es selten eine zweite Chance: Ein Eisvogel taucht blitzschnell ins Wasser, ein Bussard startet unvermittelt vom Ast, ein Singvogel hüpft nur für Sekunden ins perfekte Licht. Genau dafür ist die OM-1 Mark II gemacht. Besonders schätze ich die intelligente Motiverkennung. Die Kamera erkennt Vögel und verfolgt sie beim Scharfstellen. Das hilft mir vor allem bei schnellen Motiven oder unruhigem Hintergrund. Mein Highlight ist Pro Capture. Bis man auf einen abfliegenden Vogel reagiert, ist er oft schon weg. Pro Capture speichert deshalb schon
PRAXISTIPP
Kurze Zeiten, großer Abstand:
Bei Vögeln im Flug starte ich häufig mit Verschlusszeiten um 1 / 2000 Sekunde oder kürzer. Bei sitzenden Vögeln experimentiere ich dagegen mit längeren Zeiten und niedrigeren ISO- Werten.
Bilder, bevor ich den Auslöser ganz durchdrücke. So erwische ich den entscheidenden Moment viel häufiger. Wichtig sind mir auch die starke Bildstabilisierung und das wettergeschützte Gehäuse. Draußen muss ich mich auf meine Ausrüstung verlassen können, auch bei schwierigen Bedingungen.
Ganz nah dran: M. Zuiko 150 – 600mm F5.0 – 6.3 IS Manchmal ist das Motiv einfach zu weit weg: ein Reiher am anderen Seeufer, ein Greifvogel hoch im Baum oder ein scheuer Wasservogel, der Abstand hält. Dann setze ich auf meinen Reichweiten-Spezialisten, das M. Zuiko 150 – 600mm. Mit einem kleinbildäquivalenten Bildwinkel von 300 – 1.200mm holt es auch weit entfernte Motive groß ins Bild. Mir gefällt die Flexibilität. Ich kann einen Vogel erst in seiner Umgebung zeigen und dann heranzoomen, um sein Gefieder oder seinen Blick festzuhalten. Ein Objektiv für die Jackentasche ist es natürlich nicht. Mit rund zwei Kilogramm gehört es zu den
PRAXISTIPP
Bei sehr langen Brennweiten achte ich besonders auf eine stabile Haltung. Ich lehne mich an einen Baum, stütze die Ellenbogen ab oder nutze bei längeren Ansitzen ein Einbeinstativ.
Dank großer Brennweite muss ich den Tieren nicht nahekommen. Gerade bei scheuen oder brütenden Vögeln ist respektvoller Abstand entscheidend. schwereren im OM SYSTEM Sortiment. Wenn ich gezielt auf Wildlife-Tour gehe, überzeugt mich die enorme Reichweite aber trotzdem.
Mein Favorit für lange Touren: M. Zuiko 100 – 400mm F5.0 – 6.3 IS II Nicht jede Fototour hat ein festes Ziel. Manchmal laufe ich einfach los
PRAXISTIPP
Nicht jedes Wildlife-Foto muss ein formatfüllendes Tierporträt sein. Manchmal entstehen die schönsten Aufnahmen, wenn ich dem Motiv Raum lasse und seine natürliche Umgebung mit einbeziehe.
und schaue, was ich unterwegs entdecke. Für solche Tage ist das M. Zuiko 100 – 400mm F5.0 – 6.3 IS II ideal. Mit einem kleinbildäquivalenten Bildwinkel von 200 – 800mm bietet es viel Spielraum für die Vogelfotografie. Dabei ist es deutlich leichter als das M. Zuiko 150 – 600mm, was ich nach ein paar Stunden Wandern merke. Ob Rotkehlchen am Wegesrand, Reh auf der Lichtung oder Graureiher am See: Mit dem flexiblen Zoombereich bin ich auf vieles vorbereitet.
Für besondere Ansprüche: M. Zuiko 300mm F4 IS PRO Manchmal weiß ich genau, was ich fotografieren will, etwa an einem festen Ansitz oder bei einem Vogel, der regelmäßig an dieselbe Stelle zurückkehrt. Dann ist das M. Zuiko 300mm F4 IS PRO eine spannende Alternative zu meinen Zooms. Die Festbrennweite entspricht im Bildwinkel einem 600mm-Objektiv an Kleinbild. Dazu kommt die hohe Lichtstärke von F4. Morgens oder am späten Nachmittag, wenn das Licht schön, aber nicht immer hell ist, kann das entscheidend sein. Mit einer Festbrennweite plane ich meine Bilder bewusster und kann mich ganz aufs Motiv konzentrieren. Für mich ist das das Schönste an der Wildlife-Fotografie: beobachten, verstehen, warten und im richtigen Moment auslösen.
Was sonst noch in meinem Rucksack steckt Kamera und Teleobjektiv sind das Herzstück meiner Ausrüstung. Ein paar kleine Helfer dürfen aber auf keiner Tour fehlen. Ersatzakku: für Reserven bei Kälte und langen Touren. Speicherkarten: Serienaufnahmen brauchen viel Platz, deshalb habe ich immer mindestens eine zusätzliche dabei. Fernglas: für mich unverzichtbar. Oft beobachte ich einen Vogel erst eine Weile, bevor ich zur Kamera greife. Mikrofasertuch: gegen Morgentau, Regentropfen und Staub. Sitzunterlage: Vogelfotografie heißt viel warten, da darf es bequem sein. Wetterschutz und Verpflegung: Regenjacke, Wasser und ein Snack machen lange Touren angenehmer. Und das Wichtigste? Geduld. Sie wiegt nichts und ist in der Wildlife- Fotografie unbezahlbar.
Noch leichter unterwegs: OM SYSTEM OM-5 Mark II Nicht jeder will mit großer Ausrüstung losziehen. Auf Wanderungen oder Reisen ist eine kompakte Kamera oft die bessere Wahl. Die OM-5 Mark II ist ideal für alle, die Naturfotografie und Outdoor-Abenteuer verbinden möchten. Sie ist kompakt, stabilisiert und wettergeschützt. Mit einem passenden Teleobjektiv wird daraus eine mobile Ausrüstung für viele Naturmotive.
Weniger Gewicht. Mehr Möglichkeiten. Beim Packen frage ich mich immer: Was brauche ich heute wirklich? Für einen langen Waldspaziergang wähle ich eine leichte Kombination, für einen Ansitz am See darf es das große Supertele sein. Das Schöne am OM SYSTEM Micro- Four-Thirds-System ist für mich die Auswahl an Kameras und Teleobjektiven. So passe ich die Ausrüstung an die Tour an, nicht umgekehrt. Eine leichte Kamera ersetzt weder Können noch Geduld. Aber mit ihr bin ich länger unterwegs, reagiere spontaner und entdecke mehr. Und manchmal entsteht das beste Bild erst auf dem Heimweg.