Seit 2001 begeistert TRAUM & ABENTEUER in Stuttgart mit eindrucksvollen Live-Vorträgen rund um Reisen, Abenteuer und Fotografie. Namhafte Fotografen, Filmemacher, Autoren, Abenteurer und Bergsteiger nehmen jährlich mehr als 10.000 Besucher mit auf außergewöhnliche Reisen.
Alle Fotos: Olaf Krüger
A b Oktober startet die Event-
Reihe in ihre 25. Saison. Auf dem Programm stehen rund 30 Vorträge, unter anderem mit Nick Martin, den „ Jägern des Lichts“, Hans Kammerlander und Peter Wohlleben. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Seminare und Live-Streams. Tickets und weitere Informationen gibt es unter www. traumundabenteuer. com. FOTOPROFI verlost zwei Tickets für den Live-Vortrag „ Magisches Indien“ am Sonntag, den 6.12.2026 um 18 Uhr. Weitere Infos zur Veranstaltung und zur Teilnahme am Gewinnspiel findest du hier. Wir haben den Gründer von
Olaf Krüger ist der Gründer von TRAUM & ABEN- TEUER und zählt zu den bekannten Vortragsreferenten im deutschsprachigen Raum. Als Fotojournalist ist er auf Indien und Nordeuropa spezialisiert. Für sein Engagement für die deutsch-indischen Beziehungen wurde er 2011 mit dem Gisela-Bonn-Preis ausgezeichnet.
TRAUM & ABENTEUER, Olaf Krüger, zum Interview getroffen.
Olaf Krüger am Diamond Beach in Island
Was war zuerst da: die Leidenschaft fürs Fotografieren oder fürs Reisen? Gleich nach dem Abi bin ich für vier Monate nach Mexiko und Australien gereist. Mit dabei war eine alte Yashica FX-1 meines Vaters. Ich habe einfach drauflos fotografiert – und nach der Rückkehr festgestellt, dass meine Bilder im Freundeskreis ziemlich gut ankamen.
Wie hat sich deine Fotoausrüstung über die 25 Jahre verändert? Vor allem der Wechsel zur digitalen Fotografie war ein Quantensprung. Bis 2003 fotografierte ich ausschließlich analog und reiste schon mal mit 250 Filmrollen nach Indien. Erst Wochen später wusste ich, ob die Aufnahmen etwas geworden waren. 2006 fotografierte ich erstmals einen kompletten Bildband mit einer Nikon D200 – danach gab es kein Zurück mehr.
Worauf achtest du bei der Kameraausrüstung auf Reisen? Das hängt von der Reise ab. Bei langen Wanderungen ist Gewicht inzwischen entscheidend. Statt meiner Nikon Z8 mit drei Objektiven teste ich deshalb gerade eine nur 500 Gramm schwere Panasonic L10. Wenn Gewicht keine Rolle spielt, liebe ich lichtstarke Festbrennweiten. Bei Landschaftsreisen gehören außerdem Grau-, Grauverlaufs- und Polfilter in meine Tasche.
Was macht für dich ein gutes Foto aus? Ein gutes Bild fesselt sofort, weckt Neugier und berührt. Ein Porträt sollte unter die Haut gehen, ein Reportagebild emotional erreichen und ein Landschaftsfoto staunen lassen. Als Fotojournalist erzähle ich mit meinen Bildern außerdem Geschichten. Dabei ist mir wichtig, dass die einzelnen Aufnahmen ineinandergreifen.
Wie viele Fotos machst du an einem Reisetag? Viel zu viele! Das ist eine der Schattenseiten der digitalen Fotografie. Früher hatte ich nur wenige Filme pro Tag zur Verfügung – und die Bildausbeute war trotzdem nicht schlechter. Deshalb möchte ich wieder bewusster und reduzierter fotografieren.
Wie wählst du deine Favoriten aus? Wenn möglich, treffe ich schon am Abend eine erste Auswahl. Besonders gute Bilder bearbeite ich sofort und nehme mir dafür viel Zeit. Meist weiß ich allerdings schon beim Fotografieren, wenn ein starkes Bild gelungen ist.
Was rätst du Hobbyfotografen, die auf Reisen bessere Bilder machen möchten? Eine gute Vorbereitung hilft enorm. Kenntnisse über Land, Menschen und Kultur sowie Kontakte und ein paar Worte in der Landessprache öffnen viele Türen. Bei Menschen ist Respekt entscheidend: erst beobachten, Interesse zeigen und erspüren, ob Fotografieren willkommen ist. Für Landschaften suche ich besonderes Licht am Morgen, Abend oder nach Wetterwechseln. Und: weniger ist mehr. Lieber länger an einem Ort bleiben und auf den richtigen Moment warten.
Gibt es ein Foto, das dir besonders viel bedeutet? Eines meiner liebsten Porträts entstand 1998 bei der Kumbha Mela in Indien: Ein Sadhu steht betend im Ganges, umgeben von Tausenden Pilgern – und wirkt vollkommen in sich versunken. Unvergesslich ist auch ein Landschaftsbild von 2013 in Island, als plötzlich Nordlichter über einem Vulkanausbruch erschienen.
Welcher Moment aus 25 Jahren TRAUM & ABEN- TEUER ist dir besonders in Erinnerung geblieben? Rüdiger Nehbergs Vortrag „ Querschnitt durch ein aufregendes Leben“. Er konnte unglaublich packend erzählen und entwickelte sich vom Abenteurer zum Menschenrechtsaktivisten. Seine Vorträge waren eine emotionale Achterbahn und ein echtes Erlebnis.
Warum hat TRAUM & ABENTEUER seit 25 Jahren ein so treues Publikum? Qualität hat für uns oberste Priorität. Wir arbeiten oft monatelang am Programm und haben uns damit über die Jahre das Vertrauen unseres Publikums erarbeitet. Gleichzeitig sind wir in der Vortragsszene gut vernetzt und entdecken so immer wieder spannende neue Vorträge und junge Referenten.
Worauf freust du dich im Jubiläumsjahr besonders? Auf die besondere Atmosphäre, wenn der Funke zwischen Referent und Publikum überspringt. Gerade in Zeiten von KI und Social Media sehnen sich viele Menschen nach echten, ungefilterten Erlebnissen. Eine packende Geschichte, live erzählt und begleitet von starken Bildern und Musik, hat deshalb mehr denn je ihre Berechtigung.