Warum wollen wir Leistung –
aber ohne Noten?
Einer der ersten Bemerkungen, die man als Waldorflehrer zu hören bekommt, ist die, dass wir ja ohne Noten
arbeiten würden. Ja, das stimmt, antworte ich dann, unsere Schüler bekommen erst ab der 11. Klasse ein Notenzeugnis. *
Wir verzichten lange auf eine Leistungsbewertung in
Form von Noten – wir verzichten aber nicht auf Leistungsbeurteilungen!
Warum? Eigentlich ist es ganz logisch. Und – wie die
Waldorfpädagogik überhaupt – vom Menschen her gedacht. Aus zweierlei Gründen:
Variante, weil das Bedürfnis nach individueller Bewertung heute unter uns Menschen sehr groß ist. Niemand
möchte sich undifferenziert und allgemein bewertet sehen.
Es gibt aber noch einen dritten Gedanken.
Die Waldorfschule soll eine „ Schule für alle“ sein. Für
die intellektuell Begabten, die künstlerisch, die handwerklich Begabten, für die Schnellen und die Langsamen, die Träumer wie die „Wachen“ usw. Schule als
Querschnitt der Gesellschaft, denn alle haben das gleiche Recht zu lernen. Aber jeder lernt auf Grundlagen
dessen, was er ist.
Wie kann es dann möglich sein, den Schülern solch
buntgemischter Klassen aus verschiedenen Begabungen,
Lerntempos, Stärken wie Schwächen die gleichen Noten
in Arbeit [