EU Living Magazine v6 German - Page 15

EIN LEITFADEN FÜR MÄNNER ZU STRESSMECHANISMEN Das Wort »Stress« enthält eine ernsthafte emotionale Belastung. Sofort denkt man an näher rückende Abgabetermine, lange To-Do-Listen und emotionale Unruhe. Allerdings erfüllt Stress einen wichtigen biologischen Zweck: Unsere Vorfahren, die Jäger und Sammler, nutzten ihre Stresssysteme, um sich für den Kampf oder die Flucht zu rüsten und so überleben zu können. Bei Bedrohung setzte das Nebennierensystem des primitiven Menschen die für sein Überleben notwendigen Hormone frei. Klar, für das Überleben in der heutigen Zeit sind andere Dinge wichtig. Der moderne Mensch erfährt eher psychischen Stress als physische Gefahr. Allerdings erkennt unser Körper diesen Unterschied nicht. Bei emotionalem Stress setzt unser Körper die gleichen Hormone frei, die uns dazu bringen, um unser Leben zu rennen, während unser Gehirn darum kämpft, uns auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Das Wissen darum, wie ein ansteigender Stresshormonpegel die Wahrnehmung von Männern und ihre Reaktionen auf die Herausforderungen des Alltags beeinflusst, könnte der Schlüssel zu einer besseren emotionalen Gesundheit sein. ERSTENS: MACHEN SIE SICH KLAR, DASS MÄNNER HORMONELL AUF GANZ EIGENE WEISE AUF STRESS REAGIEREN. DIE FOLGE: MÄNNER SIND DARAUF PROGRAMMIERT, PROBLEME ZU LÖSEN, BEVOR SIE IHRE EMOTIONEN VERARBEITEN. ARBEITEN SIE MIT IHREN STRESSHORMONEN, NICHT GEGEN SIE. Die drei Stresshormone, die für die Kampf-oder-Flucht-Reaktion zuständig sind, sind Cortisol, Epinephrin (auch als Adrenalin bekannt) und Oxytocin. Cortisol und Epinephrin erhöhen den Blutdruck und schärfen die Sinne. Oxytocin mildert die Wirkung von Cortisol und Epinephrin und beruhigt die Emotionen. Zwar tritt das Kampf-oder-Flucht-Syndrom bei allen Menschen auf, Männer setzen jedoch weniger Oxytocin frei als Frauen und reagieren deshalb sowohl auf Cortisol als auch auf Adrenalin stärker. Männer sind also so „programmiert“, dass sie unter Stress hochtouren. Dieser Zustand bleibt erhalten, bis sich ihr Hormonspiegel wieder normalisiert hat. Männer neigen dazu, ihre Gefühle abzuspalten und zu unterdrücken – und wählen stattdessen den kürzesten Weg zu einer Lösung oder Sicherheit. Diese biologische Tatsache könnte Licht sowohl in die gesunden als auch in die ungesunden Bewältigungsstrategien bringen, die Männer unter Stress anwenden. Positiv an dieser Reaktion ist, dass Männer Stress in strategische, wettbewerbsfähige Produktivität kanalisieren. Die Kehrseite dieser Reaktion jedoch ist der sogenannte Eskapismus. Wenn der Stresspegel steigt, verlieren sich Männer ebenso oft in aufreibenden Konkurrenzkämpfen, die das überschüssige Cortisol und Epinephrin verbrennen. Mit diesem neuen Wissen über die Reaktion unseres Körpers auf Stresshormone können Sie besser einschätzen, wie gut Sie mit Ihrem Nebennierensystem kooperieren. Nutzen Sie die Produktivitätsspitzen, um Ihren dreistelligen Posteingang in den Griff zu bekommen, oder gehen Sie mit Feuereifer die To-Do-Liste mit den längst überfälligen Arbeiten an Ihrem Haus an? Vielleicht nehmen Sie sich mehr Zeit für Sport oder Ihre Hobbys? Könnten Ihre Bewältigungsmechanismen auch ein Vermeidungsverhalten sein, das Sie zwar vorübergehend ablenkt, den Stresszustand letztlich aber nicht beendet? Wenn Sie sich diese Fragen ehrlich beantworten, werden Sie mit gesunden Strategien auf die Herausforderungen des Lebens reagieren. doTERRA.com / 15