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RICHTIG SPEZIFIZIEREN – GÜTEN, DESIGN, QUALITÄTSSICHERUNG
Die Gütewahl richtet sich zuerst nach dem Medium. Wo Gärreste, H2S, Chloride und organische Säuren ins Spiel kommen, ist 1.4404 / 316L häufig die robustere Wahl. 1.4301 / 304 kann in weniger belasteten Bereichen funktionieren, erfordert jedoch eine genaue Betrachtung der Randbedingungen. Duplex- Stahl wie 1.4462 wird interessant, wenn höhere Lasten, schlankere Wanddicken oder erhöhte Chloridwerte zu erwarten sind. Bei geschweißten Konstruktionen haben sich L-Varianten mit reduziertem Kohlenstoffgehalt bewährt, da sie das Risiko interkristalliner Angriffe in den Wärmeeinflusszonen verringern. So entstehen verlässlichere Reserven und es kommt zu weniger Stillstand und Reparaturen.
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Die Konstruktion ist die zweite Stellschraube für lange Standzeiten. Kritisch sind Spalten, stehende Medien und Rauigkeiten, die etwa durch falsche Werkzeuge entstehen. Wer Edelstahl verarbeitet, schützt die Oberflächen vor Fremdrost, achtet auf passende Dichtungen und vermeidet Toträume. Damit sind Bereiche gemeint, in denen Flüssigkeiten oder Gase kaum strömen und sich nicht zuverlässig spülen oder entleeren lassen. Beispiele hierfür sind Sackgassen, enge Spalten oder Zonen hinter Dichtlippen. In gasführenden Abschnitten von Biogasanlagen gilt das doppelt. Biogas kann in Verbindung mit Feuchtigkeit und etwas Sauerstoff schwefelige Kondensate bilden, die solche Schwachstellen rasch angreifen. Eine sorgfältige Auslegung verhindert diese bekannten Schadbilder. Prüfungen helfen bei der Orientierung, können eine realistische Medienbetrachtung jedoch |
nicht ersetzen. Der Salzsprühtest nach ISO 9227 ist ein weitverbreitetes Vergleichswerkzeug für Beschichtungen und metallische Oberflächen. Er erkennt Diskontinuitäten und ermöglicht eine Qualitätskontrolle. Die Norm selbst warnt jedoch davor, die Testergebnisse direkt auf reale Einsatzbedingungen zu übertragen. Salzsprühnebel bildet kein vollständiges Abbild zyklischer Feuchte, UV-Anteile oder der spezifischen Chemie auf dem Hof. Das heißt: Für blanke Edelstähle in Gülle- oder Biogasumgebungen sind ergänzende, praxisnahe Bewertungen notwendig.
Unser Werkstoff als Partner – vom Fermenter bis aufs Feld Edelstahl verbindet Landwirtschaft und Energiewende. Auf dem Hof treffen Gärreste, H 2 S, Chloride und Reinigungschemikalien auf Bauteile, die zuverlässig funktionieren müssen. Wenn die Komponenten
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standhalten, laufen die Prozesse ruhiger, die Reinigungen schneller und die Stillstände seltener. Der Weg dorthin ist überschaubar. Die Wahl des Materials passt zum Medium, die Konstruktion vermeidet Toträume und die Oberflächen bleiben sauber verarbeitet. In der Beschaffung hilft eine klare Spezifikation. Hierzu zählen Güte, Oberflächenzustand, Schweißzusatz, Nachbehandlung und Dichtungen. Reinigungsmedien, Temperaturbereiche sowie Chlorid- und H 2 S-Gehalte sind dokumentiert. Dabei geben Branchenrichtlinien, Normblätter und Herstellerhandbücher Orientierung. So entstehen Lösungen, die über die gesamte Lebensdauer hinweg zuverlässig sind. Biogas-, Güllelager-, Nassgestänge-, Streuer-, Pumpen- und Gewächshaustechnik zeigen das jeden Tag. Edelstahl liefert die kalkulierbare Basis: planbar, hygienisch, langlebig. |
1.4462 |
2- 100 mm |
1.4410 |
3- 80 mm |
1.4539 |
2- 60 mm |
1.4435 |
8- 50 mm |
1.4313 |
6- 100 mm |
1.4828 |
1- 60 mm |
1.4841 |
1- 60 mm |
1.4845 |
1- 60 mm |
1.4835 |
3- 40 mm |
1.4878 |
1- 150 mm |
1.4713 |
8- 20 mm |