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Festungsdorf Giglio Castello oben auf dem Berg. Wenn ab Oktober die Nebelwolken oft genug die alten Gemäuer hinter einem nass-kühlen Vorhang verschwinden lassen, leben dort nur noch 200 bis 300 Menschen – wenn überhaupt. Und viel anders ist es auch nicht in Campese, wo der zuvor erwähnte kleine Strand ist. Zu den letzten Mohikanern, die Anfang November Giglio verlassen, zählt das Team des Campese Diving Centers, der einzigen deutschen Tauchschule auf der Insel.
Auch die sind charakteristische Botschafter des Mittelmeers: Gelbe Krustenanemonen und der Rote Drachenkopf
„ Das machen wir schon seit Uhrzeiten so,“ erklärt uns Reiner Krumbach, „‘ ne echte Kölsche Jung“ und Chef der Basis. „ Ende September ist die Saison für normale Urlauber vorbei, dann werden die Sonnenliegen vom Strand geholt und eingemottet, das Hotel schließt – und bald danach gehört Giglio und vor allem Campese nur noch den Tauchern. Weil das aber eben schon seit gefühlten Ewigkeiten so ist, werden auch garantiert solange Appartements vermietet, bis unsere letzten Gäste weg sind beziehungsweise wir unsere Tauchboote aus dem Wasser holen, winterfest machen und den Kompressor abschalten. Bis dahin gibt es natürlich auch noch ein paar Restaurants und Supermärkte. Aber wenn wir Feierabend machen, ist hier gar nichts mehr los.“ Es sind diese paar Wochen zwischen Hochbetrieb am Strand und beginnendem Winterschlaf, die bei Tauchern immer beliebter werden. Neben der Fernreise zu tropischen Zielen sind die Spätsommertage auf Giglio eine perfekte Ergänzung. Willkommener Nebeneffekt: Auch die wenigen italienischen Tauchbasen der Insel haben ihre Pforten schon fast alle geschlossen. Das Team der Tauchschule freut‘ s, und Reiner erzählt lachend: „ dann ist völlig egal wo wir hinfahren, in 99 Prozent der Fälle sehen wir kein anderes Tauchboot.
Da es vor Giglio gleich mehrere Plätze gibt, die als absolute Top- Spots gelten können, bestimmt im Prinzip nur das Wetter oder die Gäste selbst, welches Riff angefahren wird. Deren Charakteristik reicht von anfängertauglich bis zu Plätzen nur für Taucher mit Erfahrung.
Zu letzteren gehört der erst vor kurzem entdeckte Spot, der den Namen Motor bekam. Ein solcher – wohl der eines Flugzeugs, dessen Reste noch immer auf seine Entdeckung warten – liegt nämlich dort. Allerdings
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