divingEurope 4|2026 | Nr. 48 | Page 77

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Noch vor 30 Jahren waren wir regelrecht am Ausflippen, als uns ein Schilderich oder eine Schildegard in unseren Gewässern über „ den Weg“ lief. Die Begegnungen waren in der Regel kurz, denn sie können tatsächlich einen Turbo einschalten mit ihren Hinter- und Vorderbeinen: Zwischen den Zehen haben sie Schwimmhäute und ähneln so in etwa unseren „ Flossen“, insbesondere bei den ersten Modellen zu Zeiten der Altmeister Hass und Cousteau, wo es sogar zum Tauchen zusätzlich Schwimmhandschuhe gab. Tatsächlich hat man der Natur abgeguckt und im Laufe der Zeit die Flossenform immer wieder für uns Taucher optimiert. Najanicht immer. Und kein Wunder, dass manche Tauchlehrer vom Schildkröten-Stil sprechen, der alle Fische in die Flucht schlägt.

Hat man unsere „ heimischen“ Schildkröten von ihren Plätzen aufgeschreckt, flüchten sie meist rasant nach unten ab, kaum seitlich. Durch ihr Hard-Top, sprich dem gewölbten Rückenpanzer, der aus Knochenplatten besteht und von Hornschildern überzogen wird, sind sie aufgrund nicht immer bester Sichtweiten auf dem Seeboden anschließend oft nur schwer wieder zu entdecken: täuschen und tarnen eben und manchmal einem größeren Stein mit Algenflecken verdammt ähnlich. Früher erlebten wir diese eher zufälligen Begegnungen fast ausschließlich mit kompletter Tauchausrüstung, doch mittlerweile tauche ich heute nur noch mit ABC, denn ohne das Luftgebabbel kriegt man die besten Ergebnisse mit den Knipskisten. Vorausgesetzt, man pirscht sich langsam und vorsichtig heran.
Apropos Knipskisten, Sie lesen richtig: je kleiner der Foto ist, desto besser. Der Grund dafür liegt in den Verstecken der Wasserschildkröten. Oft hängen sie zwischen verzweigten Ästen fast lässig ab, verkeilen sich teilweise dazwischen, lieben über alles dichte Seerosenfelder oder kleben regelrecht bei dichten
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