divingEurope 4|2026 | Nr. 48 | Page 54

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Hausriffe zeichnen sich meist durch kurze Wege vom Ufer aus. Steilabfälle ins Bodenlose sind da eher selten. Es sind aber nicht zuletzt genau diese beiden Eigenschaften, die ein solches Tauchrevier zu fast jeder Tages- und Nachtzeit interessant machen. Im Idealfall sind es nur ein paar Schritte zum Wasser, und dann kann es losgehen.

Jaja – ich höre sie schon, die kritischen Stimmen, die da gerne tönen „ Anfängerreviere!“, und es gibt wirklich immer noch Aquanauten, die es wenigstens zweistellig auf dem Tauchcomputer brauchen, damit sie später von einem in ihrem Gusto richtigen Tauchgang sprechen können. Mich hat die Zahl „ auf der Uhr“ nie interessiert; mit dem Tauchen habe ich angefangen, weil ich Unterwasser Tiere in freier Wildbahn sehen und fotografieren wollte. Und das ist auch heute noch mein Antrieb: Lieber länger mit dem Kopf unter Wasser und was nettes zu sehen kriegen als einfach nur weit runter.
Als ich das erste Mal auf der toskanischen Insel Giglio war, habe ich mich daher nur halbwegs gewundert, warum immer wieder Taucher vom Sandstrand die paar Meter bis ins brusttiefe Wasser sind und dort alsbald nicht mehr zu sehen waren. Basisleiter Reiner Krumbach hat damals wohl meinen neugierigen Blick gesehen und nur gesagt: „ die besuchen unsere Kinderstube – also unser Hausriff“. Und das liegt vom Ankerplatz des Tauch-Dinghis des Campese Diving Centers gerade mal schlappe 75 Meter entfernt.
Ein paar Flossenschläge Richtung des Felsens Faraglione wächst das erste Seegras. Strömung? Is‘ nich‘ – hier ist noch nicht mal der Ausgang der Bucht. Das macht den Platz auch ideal für Nachttauchgänge. Wer
Symbol von Giglio Campese ist der historische Wehrturm am kleinen Hafen. Am anderen Ende des Strandes der strömungsfreien Bucht liegt das Hausriff der deutschen Tauchbasis Campese Diving Center
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