divingEurope 4|2021 | Nr. 28 - Page 23

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Selbst auf 15 Metern ist es allerdings schon ziemlich dämmrig . Eine Lampe ist also grundsätzlich zu empfehlen . Dank des mitgebrachten Lichts wird schnell klar : Die Unterwasserwelt zeigt sich hier tatsächlich farbenfroh und vielfältig .
Auf den harten Untergründen , besonders auf den Deichwänden , haben sich Austern angesiedelt . Da sie sich auf älteren Austern festgesetzt haben , bilden sie sogenannte Austernbänke . Zusätzlich bieten ihre Schalen anderen Meereslebewesen eine Wachstumsgrundlage . Dadurch entsteht eine regelrechte Riffstruktur , die hart , kantig und etwas abweisend wirkt . Jedoch wimmelt es in und um die so entstandenen Höhlen und Spalten , die als Verstecke dienen , eben von Leben . Und auch in den Austern selbst suchen kleine Krebse und Grundeln Zuflucht . Seeigel , Seesterne , Schnecken und natürlich Muscheln kommen häufig vor . Wunderschöne Seedahlien in verschiedenen Farben sind hier genauso heimisch wie Seenelken , Seescheiden und Schwämme in den sonderbarsten Formen .
Im Sandboden tarnen sich Plattfische wie Flunder oder Kliesche . Krebse , Krabben und Garnelen sind allgegenwärtig . Es vergeht zudem kaum ein Tauchgang , bei dem nicht mindestens ein Hummer zu sehen ist . Große Fischschwärme sind nicht da , dafür schweben Quallen durch das Wasser .
Dadurch , dass es immer noch einen Austausch mit der Nordsee gibt , sind inzwischen auch einige Arten eingewandert , die ursprünglich nicht hier beheimatet waren . Hierzu gehören die grüne Samtschnecke und der Lippfisch . Gründe dafür sind zweifelsohne der globale Schiffsverkehr , die Erhöhung der Wassertemperatur und die Veränderung des Lebensraumes durch den Bau des Delta-Projekts .
Das Alles macht neugierig . Vom Rheinland sind es nur drei Stunden Autofahrt bis Zeeland . Also Tauchsachen und Hunde eingeladen und los geht ’ s . Wir haben uns auf der Insel Schouwen-Duiveland – sie liegt zwischen Oosterschelde und Grevelinger Meer und ist über Dämme und Brücken zu erreichen – ein Ferienhaus in einem Wohnpark gemietet . Davon gibt es hier jede Menge in unterschiedlichen Preis- und Ausstattungskategorien . Unseres hat drei Schlafräume und einen Garten mit Terrasse . Im Schuppen stehen sogar zwei Fahrräder . So etwas böte sich also auch für kleine Gruppen an .
In und um Scharendijke gibt es mehrere Tauchbasen . Wir waren im Duikcentrum De Grevelingen von Martyn Hanson . Natürlich kennt auch er das Tauchrevier in- und auswendig und gibt gerne einen ersten Überblick und aktuelle Tipps . Tauchen ist in den Niederlanden übrigens kostenlos . Wenn man unsicher ist oder einen Tauchpartner benötigt , kann man einen Guide buchen .
Immer wenn Martyn neuen Tauchern erklärt , dass es ungefähr 100 Plätze in Zeeland gibt , erzeugt das ungläubiges Staunen . Das ist selbst in einer Woche Urlaub nicht zu schaffen . Martyn empfiehlt dann gerne einige Top-Spots . Wir kaufen aber auch noch das Buch „ Tauchführer Zeeland “ von Marloes Otten ; damit steht dem ( Tauch- ) Abenteuer nichts mehr im Weg !
Flaschen können während der Öffnungszeiten im Duikcentrum gefüllt werden . Ist das geschlossen , geht es zur Selbstfüllanlage , die dort von außen zugänglich ist . An einigen Tauchplätzen sind ebenfalls welche .
Ein bekannte Stelle am Grevelinger Meer ist Den Osse Nieuwe Kerkweg . Hier steht nicht nur ein kleines Gebäude mit Toilette und Dusche , sondern es gibt auch eine der
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