divingEurope 3|2022 | Nr. 31 - Page 84

divingEurope 3 | 2022
Foto ob .: Paul Munzinger
Zwar gilt das Mittelmeer als oligotrophes , also nährstoffarmes Gewässer , ...
Nun käme ja wirklich niemand auf die Idee die Tierchen wie Austern oder Seeigel ( ob man selbst das nun gut findet oder nicht ) in der Küche zu verarbeiten . Allerdings handelt es sich im Falle der Krustenanemonen , wie übrigens auch bei vielen Korallenarten , im erweiterten Sinne um ein Kontaktgift .
Aber : Grau ist alle Theorie , und dazu haben wir Taucher auch in den ersten Stunden des Anfängerkurses gelernt „ nichts anfassen “.
Von daher muss also keiner , der sich unter Wasser danach richtet , Angst vor toxischen Reaktionen haben .
Viel erstaunlicher als der Umstand , dass sich sessile , also festsitzende Tiere mit diesem Bio-Mechanismus mehr oder weniger effektiv vor Fressfeinden schützen , ist dagegen die Lebensweise der Krustenanemonen . Anders als viele Korallenarten mögen sie keine starken Strömungen . Dann nämlich schließen sich ihre Polypen und auf Dauer würde sich wohl keine Kolonie ausbilden . Dafür reicht – eher theoretisch – bereits ein einzelner Polyp , der sich an geeigneter Stelle festgesetzt hat .
Die ist im Idealfall bestenfalls einer mäßigen oder indirekten Strömung ausgesetzt . Ganz ohne geht es wiederum auch nicht , denn wie für die Polypen der klassischen Korallen muss ja irgendwie das Plankton auch an der Krustenanemonen-Kolonie vorbeikommen .
Die Art , die wohl allen Mittelmeer-Tauchern bekannt ist , die Gelbe Krustenanemone ( Parazoanthus axinellae ), liebt außerdem halbschattige Stellen . So finden wir sie oft an Überhängen oder im Eingangsbereich von Grotten und Höhlen . Der zweite Teil ihres zoologischen Namens deutet übrigens darauf hin , dass sie sich ( unter anderem ) gerne auf Schwämmen der Gattung Axinella ansiedeln .
... trotzdem bilden sich die Kolonien der Krustenanemonen dort überall
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